Donald Trump: Insiderhandel? Diese Wetten werfen Fragen auf

Redaktion
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USA,

An den Finanzmärkten gibt es nach wichtigen Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump oftmals grosse Gewinner. Gute Spekulation oder Insiderhandel?

Insiderhandel donald trump
Mit Wetten auf die Entmachtung von Nicolás Maduro wurde viel Geld gemacht. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Auffällige Wetten vor wichtigen Ankündigungen Donald Trumps werfen Fragen auf.
  • Die BBC listet in ihrer Analyse Beispiele, die womöglich Insiderhandel darstellen.
  • Eine Strafverfolgung gäbe es aber erst, wenn die Informationsquelle identifiziert ist.

Donald Trump bringt in seiner zweiten US-Präsidentschaft immer wieder Bewegung in die Finanzmärkte. Ob Strafzölle oder Updates zum Iran-Krieg – die Kurse reagieren nicht selten heftig. Wer vorher richtig spekuliert, macht einen Haufen Geld.

Seit Trumps zweitem Amtsantritt kommt es immer wieder zu auffälligen Wetten und teils sehr hohen Gewinnen. Die BBC hat nun Handelsdaten aus verschiedenen Finanzmärkten analysiert und mit Trumps wichtigsten marktbewegenden Aussagen abgeglichen.

Insiderhandel
Viele wetten auf die neuesten Geschehnisse im Iran-Krieg. - keystone

Das Ergebnis: Immer wieder gibt es kurz vor einem Social-Media-Post oder einer Pressekonferenz des Präsidenten ungewöhnliche Bewegungen. Diese treten teilweise nur Minuten vor der öffentlichen Bekanntgabe auf.

Einige Analysten sehen darin Merkmale des illegalen Insiderhandels. Andere sagen, das Bild sei komplizierter: Manche Händler hätten schlicht gelernt, Trumps Aussagen besser vorherzusagen.

Ölpreise stürzen Minuten nach verdächtigen Wetten ab

Im Zuge des Iran-Kriegs gibt es seit März zwei auffällige Beispiele:

9. März 2026: Neun Tage nach Beginn des Iran-Kriegs sagt Donald Trump in einem «CBS»-Telefoninterview, Der Konflikt sei so gut wie abgeschlossen.

Die Öffentlichkeit erfährt davon, als ein Reporter darüber auf der Plattform X berichtet. Der Ölpreis fällt um rund 25 Prozent.

Doch Marktdaten zeigen: Bereits 47 Minuten zuvor werden massive Wetten auf sinkende Ölpreise platziert. Wer auf fallende Preise setzt, erzielt durch die Kursbewegung Millionengewinne.

Insiderhandel
Wichtige Ankündigungen von US-Präsident Trump scheinen einige zu erahnen – oder zu wissen. - keystone

23. März 2026: Zur Überraschung von Diplomaten und Händlern postet Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social: Washington habe mit dem Iran gute und produktive Gespräche über eine Beendigung der Feindseligkeiten geführt.

Auch hier zeigen die Daten ein auffälliges Muster. Keine 20 Minuten vor Trumps Statement werden ungewöhnlich viele Wetten auf sinkende Ölpreise gesetzt. Der Ölpreis fällt in der Folge um 11 Prozent, die Aktien steigen.

Auffälligkeiten bereits vor einem Jahr

Schon im vergangenen Jahr scheinen einige Bewegungen auf den Märkten verdächtig. Am 2. April 2025, seinem «Liberation Day», kündigt Trump umfassende Zölle auf Waren aus fast allen Ländern an. Die globalen Aktienmärkte brechen daraufhin ein.

Eine Woche später kündigt Donald Trump eine 90-tägige Pause dieser Zölle an – ausgenommen China. Der S&P 500, ein wichtiger US-Börsenindex, springt dadurch um 9,5 Prozent an.

Keine 20 Minuten vor Trumps Ankündigung werden massive Wetten auf steigende Kurse platziert. Einige Händler setzen über zwei Millionen Dollar auf steigende Kurse – obwohl diese zuvor sieben Tage in Folge gefallen sind.

Der mögliche Gewinn: Knapp 20 Millionen Dollar.

Mehrere demokratische Senatoren fordern daraufhin die US-Börsenaufsicht SEC auf: Sie soll untersuchen, ob Trumps Ankündigungen «Insidern der Regierung und deren Freunden auf Kosten der amerikanischen Öffentlichkeit zugutekamen».

Gegenüber der BBC lehnt die SEC eine Stellungnahme ab, ob es zu einer Untersuchung gekommen ist. Das Weisse Haus gibt keinen Kommentar zu den auffälligen Marktbewegungen ab.

Hohe Gewinne auf Wettplattformen

Auch Online-Wettplattformen geraten im Zuge der Trump-Präsidentschaft in den Fokus. Auf Plattformen wie Polymarket und Kalshi können Nutzer auf ziemlich alles wetten.

Im Dezember 2025 erstellt ein Nutzer namens «Burdensome-Mix» ein Konto auf Polymarket. Zwischen dem 30. Dezember und dem 2. Januar 2026 setzt der Account insgesamt 32'500 Dollar darauf, dass Venezuelas Präsident Nicolás Maduro bis Ende Januar 2026 nicht mehr im Amt sein würde.

Am 3. Januar wird Maduro durch US-Spezialeinheiten gefasst. «Burdensome-Mix» gewinnt 436'000 Dollar. Kurz danach ändert der Account seinen Namen – und platziert seither keine Wetten mehr.

Vermutest du Insiderhandel?

Im Februar werden laut der Blockchain-Analysewebsite Bubblemaps sechs Konten auf Polymarket erstellt.

Alle setzen auf US-Angriffe gegen den Iran bis zum 28. Februar. Als Trump die Angriffe in den frühen Morgenstunden jenes Tages bestätigt, gewinnen die Accounts zusammen 1,2 Millionen Dollar.

Fünf der sechs Accounts platzieren danach keine weiteren Wetten. Einer davon gewinnt später noch 163'000 Dollar, indem er auf einen US-Iran-Waffenstillstand bis zum 7. April setzt.

Er trifft tatsächlich an jenem Tag ein.

Donald Trump Jr. sitzt im Beirat von Wett-Plattform

Das Weisse Haus hat laut BBC intern per E-Mail gewarnt, dass Mitarbeitende keine Insiderinformationen für Wetten nutzen dürfen.

Sprecher Davis Ingle sagte der BBC in der Vergangenheit: Jede Andeutung, wonach Regierungsbeamte an solchen Aktivitäten beteiligt seien, ohne dass Beweise vorliegen, stelle «eine haltlose und unverantwortliche Berichterstattung dar».

Die Nähe vom Weissen Haus zu den Plattformen Polymarket und Kalshi ist jedenfalls gegeben. Präsidentensohn Donald Trump Jr. ist Investor bei Polymarket und sitzt in dessen Beirat. Er ist auch strategischer Berater bei Kalshi.

Kaum Chancen auf Strafverfolgung

Insiderhandel ist in den USA seit dem Securities Act von 1933 für die meisten Bürger verboten. Seit 2012 gilt das Verbot auch explizit für Regierungsbeamte. Bis heute wurde jedoch noch niemand auf dieser Grundlage verurteilt.

Gemäss Paul Oudin, einem Professor für Finanzregulierungsrecht, sind die Vorschriften aber schwer durchzusetzen.

«Die Finanzaufsichtsbehörden werden keine Strafverfolgung einleiten, wenn sie nicht herausfinden können, wer die Informationsquelle ist», sagt er zur BBC.

Oudin: «Es kann massive Handelsaktivitäten mit einem Finanzinstrument geben, die eindeutig zeigen, dass jemand im Bilde war, was Donald Trump ankündigen würde.» Dennoch sei die Wahrscheinlichkeit gross, «dass niemand strafrechtlich verfolgt wird».

Kommentare

User #2791 (nicht angemeldet)

Trump Basher oder Trump Distanzierer, dass ist hier die Frage!

User #443 (nicht angemeldet)

Aber diese sollten auch zur Kassa gebeten werden!

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