Trump: Iran kann uns nicht mit Strasse von Hormus erpressen
Der Libanon und Israel einigten sich auf eine zehntägige Waffenruhe. Derweil wollen die USA und der Iran weiterverhandeln.

Das Wichtigste in Kürze
- Die USA und der Iran befinden sich in einer temporären Waffenruhe.
- Der Iran hatte die Strasse von Hormus freigegeben, jedoch inzwischen wieder blockiert.
- Israel und der Libanon haben sich auf eine zehntägige Waffenruhe geeinigt.
Seit dem 8. April befinden sich die USA und der Iran in einer Feuerpause. Erste Verhandlungen über einen langfristigen Frieden wurden geführt, blieben aber erfolglos. In den nächsten Tagen sollen weitere Gespräche geführt werden.
Die USA blockieren derweil die Strasse von Hormus für Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Am Freitag gab der Iran dann die Meerenge frei und fordert von den USA, dies ebenfalls zu tun. Andernfalls droht das Land mit Konsequenzen und der erneuten Sperrung.
Am Donnerstag einigten sich auch Israel und der Libanon auf eine Waffenruhe. Benjamin Netanjahu teilte aber mit, dass seine Truppen weiterhin nördlich der Grenze bleiben werden.
Im Ticker von Nau.ch bleibst du über die Lage im Nahen Osten und die Waffenruhen auf dem Laufenden.
Iran droht: «Jede Annäherung wird als Zusammenarbeit mit dem Feind betrachtet»
21.55: «Entgegen seinen Waffenstillstandsverpflichtungen hat der amerikanische Feind die Seeblockade gegen iranische Schiffe und Häfen nicht aufgehoben», heisst es von iranischer Seite in einer Medienmitteilung auf Telegram.
Daher sei die Strasse von Hormus ab heute Abend bis zur Aufhebung dieser Blockade gesperrt. Die iranischen Revolutionsgarden drohen weiter: «Daher warnen wir, dass kein Schiff seinen Ankerplatz im Persischen Golf und im Arabischen Meer verlassen darf. Jede Annäherung an die Strasse von Hormus wird als Zusammenarbeit mit dem Feind betrachtet, und das betreffende Schiff wird angegriffen.»
Nach Schüssen auf Schiffe: Indien bestellt iranischen Botschafter ein
20.15: Nach dem mutmasslichen Beschuss zweier indisch beflaggter Handelsschiffe in der Strasse von Hormus hat das Aussenministerium in Neu-Delhi den iranischen Botschafter einbestellt.
Bei dem Treffen am Abend (Ortszeit) sei dem Diplomaten die «tiefe Besorgnis Indiens über den Schiessvorfall» übermittelt worden, hiess es in einer Mitteilung des Ministeriums. Die Behörde sprach konkret von Schüssen auf die Handelsschiffe. Weitere Details wurden nicht genannt.

Indien habe betont, wie wichtig ihm die Sicherheit der Handelsschifffahrt und der Seefahrer sei, hiess es. Iran habe früher die sichere Durchfahrt mehrerer Schiffe mit Ziel Indien gewährt. Neu-Delhi rufe den iranischen Botschafter auf, Teheran die Position Indiens zu übermitteln und Schiffen die Fahrt nach Indien durch die Strasse von Hormus wieder zu erleichtern.
Hormus-Sperre als Hebel gegen Sanktionen
16.50: Der Iran nutzt die Sperrung der Strasse von Hormus nach eigenen Angaben gezielt als politisches Druckmittel gegen internationale Sanktionen.
Wie der Erste Vizepräsident Mohammed-Resa Aref laut Nachrichtenagentur Fars sagte, sei Teheran durch die Verwaltung der Meerenge in der Lage, allen wirtschaftlichen Strafmassnahmen standzuhalten. Das Ende des Krieges mit den USA und Israel wird aus Sicht von Aref mit einem Ende der Sanktionen zusammenfallen.
Nach Auffassung des Vizepräsidenten liegt die Verwaltung der Wasserstrasse völkerrechtlich in der alleinigen Verantwortung des Irans. Diese Aussage ist aber höchst umstritten und entspricht nicht der herrschenden internationalen Rechtsauffassung.
Trump: Iran kann uns nicht mit Strasse von Hormus erpressen
16.25: US-Präsident Donald Trump lässt sich nach eigenen Angaben nicht von der iranischen Blockade der Strasse von Hormus unter Druck setzen. Teheran gehe seit Jahren so vor – «damit können sie uns nicht erpressen», sagte er vor Journalisten im Weissen Haus.

Trump betonte, dass beide Seiten weiterhin verhandelten. «Wir führen derzeit sehr gute Gespräche. Es läuft wirklich sehr gut», sagte er. Bis zum Ende des Tages könnte es einige neue Erkenntnisse geben.
USA: Streitkräfte setzen Seeblockade weiter durch
15.30: Das US-Militär setzt nach eigenen Angaben die Seeblockade in der Strasse von Hormus und in der Nähe der Meerenge weiter durch.
Seit Beginn der Massnahme hätten 23 Schiffe auf Anweisung der US-Streitkräfte ihren Kurs geändert oder seien umgekehrt, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Die Seeblockade richtet sich gegen Schiffe mit einem iranischen Hafen als Start oder Ziel.
Französischer Soldat bei UN-Mission im Libanon getötet
14.56: Im Libanon ist ein französischer Soldat der UN-Mission Unifil getötet worden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bestätigte den Tod des Soldaten bei X und teilte mit, dass drei weitere Kameraden verwundet und evakuiert worden seien.
Ships have begun using Iran's approved route through the Strait of Hormuz this morning.
— OSINTtechnical (@Osinttechnical) April 18, 2026
At least 8 tankers have managed to pass, while numerous other ships are loitering short of the crossing or have turned back. AIS via @MarineTraffic. pic.twitter.com/quIjYOHeCa
«Alles deutet darauf hin, dass die Hisbollah für diesen Angriff verantwortlich ist», schrieb Macron. Er forderte die libanesische Regierung auf, die Verantwortlichen sofort festzunehmen.
Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam verurteilte den Angriff auf das Schärfste. Der Angriff schade dem Libanon und dessen Beziehungen mit befreundeten Ländern weltweit. Frankreich ist dem Libanon als frühere Mandatsmacht bis heute traditionell eng verbunden. Libanons Präsident Joseph Aoun telefonierte nach dem Angriff auch mit Macron.
Nach Blockade: Schiffe drehen wieder um
14.26: Eine Grafik zeigt, wie die Schiffe nach der temporären Öffnung die Strasse von Hormus erst ansteuerten und nun nach der neuerlichen Schliessung durch den Iran wieder umkehren müssen.
Iran schiesst in der Strasse von Hormus auf Tanker
13.13: Der britischen Seefahrtsbehörde liegt ein Bericht über den Beschuss eines Tankers in der Strasse von Hormus vor. Demnach sollen zwei Kanonenboote, die den iranischen Revolutionsgarden zugerechnet werden, auf das Schiff gefeuert haben.
Iran macht Öffnung der Strasse von Hormus rückgängig
10.17: Der Iran macht die angekündigte Öffnung der Strasse von Hormus nach einem Tag wieder rückgängig. Das teilte ein Sprecher des Hauptquartiers der Streitkräfte laut Nachrichtenagentur Fars mit. Als Grund nannte er eine anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die USA.
In der Erklärung heisst es weiter, der Iran habe einer kontrollierten Durchfahrt einer begrenzten Anzahl von Öltankern und Handelsschiffen durch die Strasse von Hormus zugestimmt. Die USA hätten dagegen ihre Blockade fortgesetzt.

Aus diesem Grund sei die Kontrolle über die Strasse von Hormus wieder in den früheren Zustand zurückgekehrt: Die strategisch wichtige Meerenge unterliege der strengen Verwaltung und Kontrolle der Streitkräfte. Daran ändere sich nichts, solange die Vereinigten Staaten die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit von Schiffen vom Iran zu ihrem Bestimmungsort und von ihrem Bestimmungsort zurück in den Iran nicht wiederherstellten.
Neue Verhandlungen laut dem Iran am Montag
03.00: Ein iranischer Beamter verkündet gegenüber «CNN», dass die Verhandlungen mit den USA am Montag weitergingen. Die Verhandler beider Delegationen sollen demnach am Sonntag in Islamabad ankommen.

Zuvor sprach Donald Trump davon, dass die Gespräche am Wochenende fortgesetzt würden. Er sagte auch, dass es einen Deal in den nächsten «ein bis zwei Tagen» geben könnte.
Iran droht USA mit erneuter Schliessung der Strasse von Hormus
02.25: Der Iran hat mit der erneuten Schliessung der Strasse von Hormus gedroht, sollte die US-Blockade iranischer Häfen andauern. «Mit der Fortsetzung der Blockade wird die Strasse von Hormus nicht offen bleiben», schrieb Irans einflussreicher Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf in der Nacht auf der Plattform X.
Die Durchfahrt durch die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Meerenge erfolge auf der vom Iran «festgelegten Route» und mit «iranischer Genehmigung», fügte Irans Chefunterhändler hinzu.
USA genehmigen milliardenschweren Rüstungsverkauf an Deutschland
00.21: Die USA haben den Verkauf von Rüstungsgütern im Wert von rund zehn Milliarden Euro an Deutschland genehmigt. Das US-Aussenministerium teilte mit, es habe eine entsprechende Anfrage der Bundesregierung bewilligt.
Konkret möchte Deutschland den Angaben zufolge unter anderem acht integrierte Gefechtsführungssysteme, moderne Radaranlagen sowie Startsysteme für Lenkflugkörper erwerben. Es ist Technik, mit der Kriegsschiffe Bedrohungen früh erkennen, abwehren und sich mit anderen Nato-Einheiten vernetzen können. Ziel ist es laut Mitteilung, die Fähigkeiten der deutschen Marine zur Landes- und Bündnisverteidigung zu stärken und die Zusammenarbeit mit US- und Nato-Streitkräften zu verbessern.
















