Nicolás Maduro

Nicolás Maduro: So spektakulär lief die Verhaftung ab

Simon Binz
Simon Binz

Venezuela,

Mitten in der Nacht, begleitet von Kampfjets und Helikoptern, endet die Ära von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro in einer spektakulären US-Militäroperation.

Venezuela Nicolás Maduro
Das Bild zeigt US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, CIA-Chef John Ratcliffe, US-Aussenminister Marco Rubio sowie US-Präsident Donald Trump während der Venezuela-Aktion am Samstag (von links nach rechts).. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Rund 150 US-Militärflugzeuge waren an der Festnahme von Nicolás Maduro beteiligt.
  • Maduro scheiterte laut Trump beim Versuch, sich in einen Sicherheitsraum zurückzuziehen.
  • Nach der Festnahme wurde er zunächst auf das Kriegsschiff USS Iwo Jima gebracht.

Mitten in der Nacht, unter massivem Militäreinsatz und nach monatelanger Vorbereitung: Die Festnahme von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro war eine der spektakulärsten US-Operationen der letzten Jahre.

Wochenlang warteten die US-Streitkräfte auf den richtigen Moment. Dann, am späten Freitagabend, gab US-Präsident Donald Trump um 22.46 Uhr Ortszeit den Befehl.

«Good luck and Godspeed», habe Trump gesagt – Worte, die an alle beteiligten Einheiten weitergeleitet wurden. Kurz darauf begann eine grossangelegte Militäraktion, die in der Festnahme von Nicolás Maduro und seiner Ehefrau Cilia Flores mündete.

Hat Trump mit der Festnahme von Maduro gegen das Völkerrecht verstossen?

So beschrieb US-General John Daniel Cane, Vorsitzender der vereinigten Stabschefs, die Aktion in Venezuela am Samstag gegenüber Journalisten. Demnach waren rund 150 US-Militärflugzeuge von 20 Stützpunkten aus im Einsatz. Darunter Bomber, Kampfjets, Überwachungsflugzeuge, Drohnen und Helikopter.

Die Maschinen seien teils wochenlang in Alarmbereitschaft gewesen. Ziel war es, den optimalen Zeitpunkt zu wählen, um Zivilisten nicht zu gefährden und den Überraschungseffekt maximal auszunutzen.

Die Helikopter mit Elite-Soldaten der Delta Force flogen in nur rund 30 Metern Höhe, um möglichst unentdeckt zu bleiben.

Dan Caine Nicolás Maduro
Dan Caine, Vorsitzender der vereinigten Stabschefs der USA und General der US-Luftwaffe spricht während der Medienkonferenz über die US-Aktion in Venezuela. - keystone

Unterstützt wurden sie aus der Luft von Einheiten der Marine, der Luftwaffe und der Nationalgarde. Darunter Kampfjets vom Typ F-22, F-35 und F-18 sowie B-1- und B-2-Bomber. Kurz vor Caracas wurde laut General Cane die venezolanische Luftabwehr ausgeschaltet.

Nicolás Maduro versuchte in «Panic Room» zu fliehen

Beim Anflug auf das stark gesicherte Anwesen in der Hauptstadt gerieten die US-Kräfte dennoch unter Beschuss. Ein Luftfahrzeug wurde getroffen, blieb jedoch flugfähig.

Dennoch, so Cane, sei das Überraschungsmoment vollständig erhalten geblieben. Um 2.01 Uhr Ortszeit in Caracas drangen die Bodentruppen in das Gelände ein.

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Der Account des Weissen Hauses veröffentlicht ein Video, das Nicolas Maduro bei seiner Ankunft im DEA-Hauptgebäude in Manhattan zeigt. - X@RapidResponse47

Nicolás Maduro versuchte laut Trump noch, sich in einen Sicherheitsraum zurückzuziehen. «Er wollte in einen Raum aus Stahl, aber die Tür ging nicht zu», sagte der US-Präsident später.

Die Soldaten seien auf solche Türen vorbereitet gewesen, Schneidbrenner hätten bereitgelegen – nötig seien sie jedoch nicht gewesen. Nicolás Maduro und seine Frau hätten sich schliesslich ergeben und seien festgenommen worden.

Trump, Hegseth und Rubio verfolgten den Einsatz live in Trumps Anwesen

Nach der Festnahme wurden beide per Helikopter unter dem Schutz von Kampfjets auf das US-Kriegsschiff USS Iwo Jima gebracht. Um 3.29 Uhr US-Ostküstenzeit verliessen die Maschinen mit den Festgenommenen venezolanischen Luftraum.

Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Aussenminister Marco Rubio verfolgten den Einsatz laut Berichten live. Vom Weissen Haus veröffentlichte Bilder zeigen sie in einem improvisierten Lagezentrum in Trumps Anwesen Mar-a-Lago.

Bei der Operation kam kein US-Soldat ums Leben. Einzelne Einsatzkräfte erlitten Schuss- und Splitterverletzungen, keine davon sei lebensbedrohlich gewesen. Nicolás Maduro wird in den USA unter anderem wegen Drogen-Terrorismus und Waffenvergehen angeklagt.

Trump machte ihn für den Tod «Hunderttausender Amerikaner» verantwortlich und erklärte: Maduro werde «nie wieder in der Lage sein, Amerikaner oder Venezolaner zu bedrohen». Mittlerweile befinden sich Maduro und seine Frau schon in New York.

Kommentare

User #1466 (nicht angemeldet)

Entführung ist das.

User #6196 (nicht angemeldet)

Das ist der Unterschied. Europa schwafelt übers Völkerrecht, an das sich eh niemand hält. Trump hat sich Maduro geschnappt, weil er die Macht dazu hat, das Völkerrecht hat ihn nicht daran gehindert und hindert auch nicht Putin oder Xi oder sonstwer daran, dagegen zu verstossen. Die Debatte, ob gegen das Völkerrecht verstossen wurde, ist sinnentleert.

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