Bildung: So viel verdienen Lehrpersonen in der Schweiz
Beim Lohn von Lehrpersonen liegen Unterschiede zwischen den Kantonen. Wer wie viel verdient und warum der Tabellenlohn oft täuscht, zeigt unseren Überblick.

Das Wichtigste in Kürze
- Lehrpersonen verdienen je nach Kanton, Stufe und Dienstjahren sehr unterschiedlich.
- Im internationalen Vergleich zahlt die Schweiz jedoch Spitzenlöhne an ihre Lehrkräfte.
- Viele Lehrkräfte arbeiten in Teilzeit und kommen nicht auf das volle Gehalt.
Auch beim Beruf der Lehrkräfte taucht die Frage nach dem Lohn auf. Eine einfache Antwort gibt es nicht, denn die Schulen sind Sache der Kantone.
Jeder Kanton legt seine eigenen Lohntabellen fest, teilweise gemeinsam mit den Gemeinden. Dazu kommen Unterschiede nach Schulstufe, Ausbildung und Anzahl Dienstjahre.
Ein System mit Varianten
In der Schweiz regeln die Kantone die Bildung selbst. Das wirkt sich auch auf die Löhne der Lehrpersonen aus. Ein Kindergärtner in Graubünden arbeitet unter anderen Bedingungen als eine Gymnasiallehrerin in Zug.
Trotzdem lassen sich die Löhne vergleichen, da sie in festen Lohnklassen geregelt sind. Entscheidend sind meist die Ausbildung, die Schulstufe und die Berufserfahrung.

Ausgewiesen wird meist ein Jahreslohn für ein volles Pensum, inklusive 13. Monatslohn. Die Tabellen liegen öffentlich vor, verstreut über die kantonalen Verwaltungen. Die Kantone orientieren sich zwar aneinander, koordinieren ihre Löhne aber nicht.
Einstiegslöhne von 70'000 bis 140'000 Franken
Auf der Kindergarten- und Primarstufe starten Lehrpersonen je nach Kanton bei etwa 70'000 Franken im Jahr. In Genf und Zürich liegen die Einstiegslöhne auf diesen Stufen nahe bei 100'000 Franken. Kantone wie Graubünden oder Obwalden zahlen beim Berufseinstieg spürbar weniger.

Auf der Sekundarstufe I und am Gymnasium fällt der Start deutlich höher aus. Jahreslöhne über 100'000 Franken sind oft angebracht. Am Ende einer langen Laufbahn kann das Salär an einem Gymnasium die Marke von 140'000 Franken erreichen.
Solche Maximalwerte sind allerdings oft selten und ohne Zusatzämter kaum zu erreichen. Wer den Kanton wechselt, nimmt seine Dienstjahre zudem nicht immer vollständig mit.
Klar über dem Schweizer Median
Zur Einordnung hilft der Vergleich mit dem gesamten Arbeitsmarkt. Wie das Bundesamt für Statistik in seiner Lohnstrukturerhebung von 2024 zeigt, lag der Medianlohn bei 7024 Franken brutto im Monat.
Auf zwölf Monatslöhne gerechnet ergibt das rund 84'000 Franken pro Jahr. Lehrpersonen mit vollem Pensum liegen in den meisten Kantonen über diesem Wert. Der Beruf gehört damit nicht zur absoluten Spitze, aber klar zur besser bezahlten Hälfte.

Im Ländervergleich steht die Schweiz besonders gut da. Laut der OECD-Studie «Bildung auf einen Blick» von 2025 zahlt sie Lehrpersonen Spitzenlöhne. Der gesetzliche Einstiegslohn auf der Sekundarstufe I entsprach kaufkraftbereinigt einer Kaufkraft von rund 79'700 Franken.
Damit belegte die Schweiz Rang drei von 44 untersuchten Ländern. Nach zehn Dienstjahren stieg der Vergleichswert auf rund 102'300 Franken und Rang zwei. Nur Luxemburg entlöhnt seine Lehrpersonen noch grosszügiger.
Teilzeit senkt das reale Einkommen
Die Lohntabellen zeigen Werte für ein volles Pensum. Die Realität sieht anders aus. Wie die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung 2026 ausweist, standen im Schuljahr 2023/24 rund 104'400 Lehrpersonen im Einsatz.

Umgerechnet auf Vollzeitstellen entsprach das an den öffentlichen Schulen lediglich 66'121 Stellen. Im Schnitt arbeitet eine Lehrperson also bei etwa 63 Prozent. Viele wählen Teilzeit bewusst, weil die Belastung im Schulalltag hoch ist und sie noch was vom Familienleben haben wollen.
Bildung: Was den Lohn im Verlauf der Karriere hebt
In den meisten Kantonen steigt das Salär mit jedem Dienstjahr in festen Stufen an. Zusatzfunktionen bringen weitere Zulagen, etwa das Amt der Klassenlehrperson.
Wer eine Schulleitung übernimmt, wechselt auch in eine höhere Lohnklasse. Wer sich in der Bildung weiterqualifiziert, etwa in Heilpädagogik, kann aufsteigen.

Ob ein Salär als gut gilt, hängt auch von den Lebenskosten ab. Mieten, Steuern und Krankenkassenprämien unterscheiden sich stark zwischen den Kantonen.
Ein hoher Lohn in Zug oder Zürich schrumpft durch teure Wohnungen rasch zusammen. Dazu kommt die Arbeitszeit, die weit über den Unterricht hinausgeht.














