Stadt Bern

    Melanie Mettler (GLP): «Die Summe der guten Gründe»

    Melanie Mettler
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    Bern,

    Bern braucht finanzpolitischen Handlungsspielraum für die Zukunft. Eine Kolumne von Finanzdirektorin Melanie Mettler (GLP).

    Melanie Mettler (GLP) ist seit 2025 Gemeinderätin der Stadt Bern und leitet die Direktion für Finanzen, Personal und Informatik.
    Melanie Mettler (GLP) ist seit 2025 Gemeinderätin der Stadt Bern und leitet die Direktion für Finanzen, Personal und Informatik. - zVg

    2018 schrieb ich hier in meiner Bärnerbärkolumne, budgetieren für die Zukunft heisse, Investitionen nicht aufzuschieben, sondern mit Überschüssen aus dem Haushalt zu finanzieren. Damals sass ich im Parlament und erklärte der Regierung, wie es geht. Heute bin ich selbst die Finanzdirektorin der Stadt Bern. Das Leben hat Humor.

    Diesen Frühling haben Regierung und Verwaltung sich zusammengerauft, gerechnet, verhandelt und Prioritäten gesetzt. Mit einem Kraftakt sind wir gemeinsam über die Ziellinie gekommen: mit einem immerhin praktisch ausgeglichenen Budget und mit einem Plan, wie die Stadt Bern künftig genügend finanzpolitische Reserven für Handlungsspielraum halten kann.

    Morgen Donnerstag ist nun das Parlament am Zug. Das Budget wird wohl wieder etwas schlechter. Für jede vorgeschlagene zusätzliche Ausgabe gibt es natürlich einen guten Grund.

    Bern
    Blick auf das Bundeshaus in der Stadt Bern. - keystone

    Nur: Auch wenn die guten Gründe einzeln alle sehr einleuchtend sind, so muss am Schluss der Debatte auch die Totalsumme der guten Gründe bezahlt sein. Möglichst mit den heutigen Einnahmen und nicht erst mit den Einnahmen derjenigen, die in Zukunft Verantwortung übernehmen werden.

    Die Stadt Bern hat eine gute Ausgangslage: Der Stadtberner Wirtschaftsraum hat im Schweizer Vergleich das höchste BIP pro Kopf. Bern trägt viel zur Wirtschaftskraft des Kantons bei. Das ist eine Chance und es ist eine Verantwortung.

    Gerade gegenüber Bund und Kantonen müssen Städte ihren Handlungsspielraum aktuell verteidigen. Beim Sparen landet die Rechnung gerne bei den Städten. Aber die Aufgaben, die hinter den Beträgen stehen, verschwinden ja nicht einfach.

    Findest du, dass die Stadt Bern mehr sparen sollte?

    Die Verantwortung fürs Ganze auch beim eigenen Anliegen mitzudenken, gelingt uns noch nicht immer. Aber wir haben uns gemeinsam auf einen Weg zu einer vorausschauenden Finanzpolitik begeben.

    Wenn Verwaltung, Regierung, Parlament und Bevölkerung den Mut aufbringen, gemeinsam Prioritäten zu setzen und auf diesem Weg zu bleiben, dann schaffen wir es. Dann bleibt Bern eine der stärksten Städte der Schweiz.

    Porträt Frau Kette Holzsitze
    Melanie Mettler (GLP). - zVg

    Zur Autorin

    Melanie Mettler (*1977), Mitglied der GLP, ist seit 2025 Gemeinderätin der Stadt Bern und leitet die Direktion für Finanzen, Personal und Informatik.

    Kommentare

    User #4317 (nicht angemeldet)

    Radikales Sparen in Krisenzeiten schwächt die Binnennachfrage und vertieft Rezessionen. Zudem treffen Kürzungen oft schwächere Bevölkerungsschichten hart und erhöhen die soziale Ungleichheit.

    User #4728 (nicht angemeldet)

    Unglaublich was in Bern alles verbockt wird. Die und der Kanton kommen nie auf einen grünen Zweig.

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