Bildung: Wie misst man die Qualität im Schweizer Schulsystem?

    Redaktion
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    Bern,

    Zahlen, Tests und Berichte sollen belegen, wie gut Schulen wirklich sind. Doch welche Messgrössen zählen bei der Bildung und wo stossen sie an Grenzen?

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    Die Qualität an Schulen zu messen ist nicht einfach, aber machbar. - Depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Qualität der Schweizer Schulen wird mithilfe von Tests, Quoten und Berichten gemessen.
    • Erst mehrere Kennzahlen zusammen zeigen, wie wirksam und fair das System arbeitet.

    In der Schweiz wird für die Bildung viel Geld investiert. Doch wie stellt man verlässlich fest, ob eine Schule wirklich gute Arbeit leistet?

    Das Land stützt sich dabei auf ein dichtes Netz aus standardisierten Tests, amtlichen Statistiken und regelmässigen Berichten.

    Bildung: Drei Kriterien als Massstab

    In der Fachwelt werden Schulen in der Regel nach drei Blickwinkeln gemessen: Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Chancengerechtigkeit.

    Die Wirksamkeit fragt danach, ob die Lernenden die gesetzten Ziele am Ende tatsächlich erreichen. Während die Wirtschaftlichkeit betrachtet, ob die eingesetzten öffentlichen Mittel sinnvoll verwendet werden.

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    Die Fachwelt beurteilt Schulen nach drei Blickwinkeln. - Depositphotos

    Die Chancengerechtigkeit prüft, ob Herkunft, Muttersprache oder Wohnort den Bildungsweg der Kinder vorzeichnen. Erst zusammen ergeben diese drei Perspektiven ein Bild.

    Nationale Tests der Grundkompetenzen

    Ein zentrales Werkzeug ist die Überprüfung der Grundkompetenzen. Schülerinnen und Schüler lösen hierbei standardisierte Aufgaben direkt am Computer. So lässt sich schweizweit vergleichen, wie viele Kinder die national vereinbarten Ziele wirklich erreichen.

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    Schüler werden durch Aufgaben und Tests geprüft. - Depositphotos

    Wie die Universität Bern 2024 zeigt, erreichten 87 Prozent der getesteten Kinder die Grundkompetenzen im Hören. Beim Lesen waren es noch 79 Prozent und in der Mathematik 76 Prozent. Getestet wurden rund 20'000 Kinder aus etwa 1150 Schulen im ganzen Land.

    Diese Ergebnisse gelten als Indikator für die Leistungsfähigkeit der kantonalen Schulsysteme. Wiederholt wird die Erhebung in einem mehrjährigen Zyklus. Er deckt dabei die Primarstufe als auch die Sekundarstufe I.

    Abschlüsse und Bildungswege

    Qualität zeigt sich nicht nur in Tests, sondern auch am Ende der obligatorischen Schulzeit. Etwa an der Abschlussquote auf der Sekundarstufe II.

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    Bildung: Auch Abschlüsse können ein Anzeichen dafür sein, wie gut eine Schule ist. - Depositphotos

    Wie der Bildungsbericht Schweiz 2026 der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung festhält, verfügten rund 90 Prozent der 25-Jährigen über einen solchen Abschluss. Das gemeinsame Ziel von Bund und Kantonen liegt allerdings bei 95 Prozent.

    Solche Zahlen können Auskunft darüber geben, wie gut eine Schule und ihre Schüler am Ende sind und ob Behandlungsbedarf besteht.

    Faire Startbedingungen schaffen

    Ein hoher Durchschnitt genügt nicht, wenn er grosse Unterschiede zwischen den Gruppen verdeckt. Kinder aus einkommensschwachen Familien erreichen die Grundkompetenzen nachweislich seltener. Auch die zu Hause gesprochene Sprache spielt für den Lernerfolg eine spürbare Rolle.

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    Eine gute Bildung ist vor allem dann gegeben, wenn alle Kinder auch faire Startbedingungen erhalten. - Depositphotos

    Gute Bildung misst sich daran, ob alle Kinder faire Startbedingungen erhalten. Die frühe Förderung im Vorschulalter gilt dabei als besonders wichtig. So können die Kinder, wenn die Schulzeit beginnt, vorab Schwächen ausgleichen.

    Wer die Daten zusammenführt

    Damit aus vielen einzelnen Zahlen ein stimmiges Gesamtbild wird, braucht es eine koordinierende Stelle. Diese Aufgabe erfüllt in der Schweiz das nationale Bildungsmonitoring.

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    Am Ende entsteht aus allen Zahlen ein Abbild, das zeigt, ob sich die Bildung gelohnt hat. - Depositphotos

    Alle vier Jahre fasst ein umfassender Bericht den aktuellen Stand des Systems zusammen. Er verbindet Statistik, Forschung und Verwaltung zu einem klaren Überblick. So entsteht eine verlässliche Grundlage für die politischen Entscheidungen.

    Grenzen der Messung

    Trotz aller messbaren Leistungen bleibt festzuhalten, dass keine einzelne Kennzahl wirklich alles erfasst. Motivation, Wohlbefinden oder soziale Fähigkeiten lassen sich nur schwer in Prozente fassen.

    Und doch schaffen diese Zahlen es, bestehende Stärken sichtbar zu machen und Schwächen früh genug zu benennen. Für Eltern und Schüler kann das oftmals auch eine gute Option sein, beispielsweise über einen Schulwechsel nachzudenken.

    Kommentare

    User #397 (nicht angemeldet)

    Die Noten gaben aufschluss. Heute dank Weichgespülten gibts nur noch wischiwaschi "war da" "war nicht da". Bravo😵

    User #4403 (nicht angemeldet)

    die Messlatte wurde herunter gesetzt warum wohl?

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