Bildung: So steht es in der Schweiz um die Bildungschancen

    Redaktion
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    Bern,

    Das Schulsystem soll allen Kindern die gleichen Chancen bieten. Zahlen von Bund und Universität zeigen, wie stark die Herkunft den Bildung beeinflussen kann.

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    Nicht jeder hat in der Schweiz die gleichen Bildungschancen. - Depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Alle Kinder in der Schweiz sollen die gleichen Chancen haben, laut der Verfassung.
    • Neue Zahlen von Bund und Universität Bern zeigen, wo das im Schulalltag nicht gelingt.

    Das Schweizer Schulsystem gilt international als beliebt. In der Realität verlaufen die Schullaufbahnen aber sehr unterschiedlich, je nach Wohnort und Elternhaus. Fachleute diskutieren deshalb seit Jahren die Frage, wie fair der Zugang zu Bildung tatsächlich ist.

    Haben Sie eine gute Schulbildung genossen?

    Die Unterschiede beginnen vor der Einschulung

    Der erste Schultag ist nicht der eigentliche Start in das Schulleben. Kinder bringen bereits im Kindergarten sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit. Ein Kind beherrscht durch die Eltern vielleicht schon das Alphabet. Während das andere Kind sich nicht einmal gut ausdrücken kann.

    Der Wortschatz, die Konzentrationsfähigkeit und der Umgang mit Büchern entwickeln sich bereits stark im familiären Alltag.

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    Schon im Kindergarten beginnen die ersten Unterschiede. - Depositphotos

    Familien mit knappen finanziellen Mitteln haben oft weniger Ressourcen. Sowohl finanziell als auch zeitlich für eine gezielte Förderung der Kinder.

    Auch der Zugang zu Spielgruppen und Kitas ist je nach Gemeinde ganz unterschiedlich geregelt und finanziert. So kann der Übertritt in die Schule schon vor der regulären Schulzeit erschwert sein.

    Viele ohne Schulabschluss

    Wie das Bundesamt für Statistik 2025 zeigt, hängt der Erfolg spürbar vom Elternhaus ab. Untersucht wurden rund 82'000 Jugendliche, die zwischen 2011 und 2013 ihr fünfzehntes Altersjahr erreicht hatten. Insgesamt acht Prozent von ihnen besassen mit 25 Jahren keinen Abschluss auf der Sekundarstufe II.

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    Für Kinder wird es oft nach der Schule am schwersten, einen Weg in die Berufswelt zu finden. - Depositphotos

    Bei Jugendlichen aus Haushalten mit den tiefsten Einkommen lag dieser Anteil bei 13 Prozent. Stammten sie aus einer Familie, die wirtschaftliche Sozialhilfe bezogen hatte, waren es sogar 24 Prozent. Jugendliche aus diesen Haushalten schlossen zudem häufiger mit einem Berufsattest ab und deutlich seltener mit einer Maturität.

    Bildung: Weitere Faktoren wie die Sprache als Gründe

    Das Einkommen ist allerdings nur einer von mehreren Faktoren, die den Verlauf einer Schulzeit prägen. Bei fremdsprachigen Jugendlichen blieben laut derselben Auswertung 14 Prozent ohne Abschluss auf der Sekundarstufe II. Bei Jugendlichen aus Einelternfamilien lag der Wert bei 13 Prozent und damit ebenfalls über dem Durchschnitt.

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    Wer unter schlechten Voraussetzungen die Schule beenden will, hat es oft schwer. - Depositphotos

    Auch bei Jugendlichen, die ihre obligatorische Schulzeit an einer Schule mit einem hohen Anteil fremdsprachiger Lernender absolviert hatten, lag der Anteil ohne Abschluss über dem Durchschnitt.

    Das Bundesamt weist darauf hin, dass sich diese Merkmale in der Praxis häufig gegenseitig verstärken. Ein Kind, auf das gleich mehrere Faktoren zutreffen, hat entsprechend schlechtere Aussichten auf einen Abschluss.

    PISA misst einen wachsenden Abstand

    Ein ähnliches Muster zeigt sich bei den Kompetenzen der 15-Jährigen im internationalen Schulleistungstest. Die Universität Bern hat im nationalen PISA-Bericht von 2023 festgehalten, dass sich die soziale Herkunft klar auf die Leistungen auswirkt.

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    Oft geben Schulleistungstests eine genaue Angabe, wie gut die Schüler sind. - Depositphotos

    In Mathematik gingen 2022 rund 21 Prozent der Leistungsunterschiede auf Unterschiede in der sozialen Herkunft der Jugendlichen zurück.

    Die Berufslehre eröffnet weitere Wege

    Ein holpriger Start bedeutet nicht das sofortige Ende einer beruflichen Laufbahn. Rund zwei Drittel der Jugendlichen beginnen nach der obligatorischen Schulzeit eine berufliche Grundbildung. Über die Berufsmaturität haben sie anschliessend Zugang zu Fachhochschulen und mit einer Zusatzprüfung auch zu Universitäten.

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    Wer eine Berufslehre macht, hat später Chancen, auf eine bessere Arbeitsstelle. - Depositphotos

    Wer eine Lehre abbricht, kann zu einem späteren Zeitpunkt erneut eine berufliche Grundbildung beginnen. Je nach Beruf und persönlicher Situation ist auch ein Wechsel in eine zweijährige Grundbildung mit Berufsattest möglich.

    Wo Fachleute ansetzen wollen

    In der Debatte um mehr Chancengerechtigkeit tauchen immer wieder die gleichen Ansätze auf. Dazu gehören die frühe Förderung im Vorschulalter, günstige Betreuungsplätze und eine konsequente Sprachförderung ab dem Kindergarten.

    Ebenso werden faire Übertrittsverfahren, eine soziale Durchmischung der Schulen und eine engere Zusammenarbeit mit den Eltern diskutiert.

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    Gezielte Förderung kann die Bildungschancen verbessern. - Depositphotos

    Unbestritten ist, dass Bildung über Einkommen, Gesundheit und Teilhabe im späteren Leben mitentscheidet. Umstritten bleibt hingegen, wie viel Steuergeld für solche Massnahmen gerechtfertigt ist.

    Da die Kantone für die Bildung zuständig sind, fallen die Antworten je nach Region sehr unterschiedlich aus. Und so wird es sicher noch eine Weile dauern, bis alle Schüler die gleichen Chancen auf Bildung erhalten.

    Kommentare

    User #6087 (nicht angemeldet)

    Ein Schulinspektor im Wallis sagte kürzlich. Wäre die Schule ein Bub oder Bar, würden die Jugendlichen freiwillige hingehen

    User #6087 (nicht angemeldet)

    Fairness gibts keines. Wer Geld hat kann sich retten von diesen katastrophalen Staatschulen.

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