Bildung: So unterscheiden sich Privatschulen von Volksschulen
Bildung stellt Familien vor die Frage: öffentlich oder privat? Wir beleuchten die Unterschiede und jeweiligen Konzepte.

Das Wichtigste in Kürze
- In der Schweizer entstehen immer mehr Privatschulen.
- Privatschulen überzeugen mit individueller Förderung und kleineren Klassen.
- Die öffentlichen Schulen müssen sich an den Lehrplan 21 halten.
Bildung betrifft uns alle – sie ist ein Grundrecht. Egal in welchem Kanton man lebt: Diskussionen über das Bildungssystem werden schnell emotional und persönlich.
Eltern wollen die beste Förderung, die beste Betreuung und die beste Zukunft für ihre Kinder. Aufgrund der steigenden Anforderungen wächst auch das Angebot: Es entstehen immer mehr Privatschulen.
Ist diese Entwicklung notwendig? Und worin unterscheiden sich Privatschulen von öffentlichen Schulen?
Die Anzahl Privatschulen wächst
In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Privatschulen gemäss SRF nahezu verdoppelt. Allein der Kanton Zürich zählt aktuell 206 bewilligte Privatschulen. Im seinem öffentlichen Register für Privatschulen listet er nur Schulen der obligatorischen Schulzeit auf. Würde man die Privatschulen für weiterführende Schulen oder Fort- und Weiterbildungen mitzählen, wäre die Zahl noch höher.
Besonders stark sieht man das wachsende Angebot in wirtschaftlich starken Regionen wie Zürich oder Genf. Dort entstehen die meisten Privatschulen.

Obwohl die Zahl der Privatschulen wächst, bleibt der Anteil der Schülerinnen und Schüler seit Jahren bei rund fünf Prozent.
Das kann verschiedene Gründe haben: Für viele Familien stellt der Besuch einer Privatschule eine bedeutende Investition dar. Zudem sind Eltern oft nicht ausreichend über das Angebot informiert. Privatschulen erhalten weder von den Kantonen noch vom Bund Unterstützung.
Privatschulen fördern individuelle Bildung
Privatschulen sind teurer als die Volksschule, bieten dafür aber gezielte individuelle Bildung. Ihre Eigenständigkeit ermöglicht es ihnen, das Angebot individuell anzupassen.
In der Schweiz legen Privatschulen ihre Gebühren selbst fest. Die Höhe der Kosten hängt von den angebotenen Leistungen ab, sodass Preise stark variieren können. Im Durchschnitt müssen Eltern mit jährlichen Gebühren zwischen 20'000 und 40'000 Franken rechnen.

Finanzierung wird politisch diskutiert
Politische Initiativen mit dem Ziel, Privatschulen finanziell zu unterstützen und Kindern eine freie Wahl der Bildung zu ermöglichen, bleiben chancenlos. So lehnten die Stimmberechtigten im Kanton Zürich 2012 oder die Stimmberechtigten im Kanton Glarus 2025 solche Initiativen klar ab.
Die Befürchtung könnte zu gross sein, dass die Mittel zulasten der öffentlichen Schulen gehen könnten.

Die Kritik an der Volksschule bleibt aber bestehen. Etwa am Lehrplan 21, an integrativen Klassen, am Lehrermangel oder an häufigen Lehrerwechseln. Dadurch können bei Eltern Sorgen entstehen. Ihr Kind wird womöglich nicht ausreichend individuell gefördert, und das Schulniveau könnte unter diesen Bedingungen leiden.
So punkten Privatschulen
Wo manche grosse Baustellen an öffentlichen Schulen sehen, setzen Privatschulen gezielt an diesen Punkten an. Schweizer Privatschulen setzen auf kleinere Klassen, individuelle Betreuung und spezialisierte Lernkonzepten.
Kleinere Klassen machen Privatschulen besonders attraktiv. Oft lernen dort weniger als 20 Schülerinnen und Schüler pro Klasse, während öffentliche Schulen meist 20 oder mehr haben. Die Klassengrösse beeinflusst die individuelle Betreuung wesentlich.
Ausserdem müssen sich Privatschulen nicht eins zu eins an den Lehrplan 21 halten. Dieser legt fest, welches Wissen und welche Kompetenzen in den deutschsprachigen Kantonen vermittelt werden sollen.

Um neue Schülerinnen und Schüler zu gewinnen, investieren Privatschulen oft in attraktive Standorte, moderne Infrastruktur und neue Technologien.
Einige Privatschulen bieten auch eine kostenlose Repetition an, wenn 95 Prozent Anwesenheit und volle Leistungsnachweise erfüllt sind. So unterstützen sie die Schülerinnen und Schüler gezielt auf dem Weg zum Prüfungserfolg.
Bildung bleibt ein wichtiges Thema
Für die Eltern ist die Entscheidung für eine Privatschule oft eine langfristige Investition in die Zukunft ihres Kindes. Die Investition soll sich in Form von besserer Bildung, individueller Förderung und einer massgeschneiderten Lernumgebung auszahlen.
Es wird deshalb spannend zu sehen sein, wie sich die Privatschulen in der Schweiz entwickeln werden. Gibt es in Zukunft mehr Privatschulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Kostenstrukturen? Dann ist davon auszugehen, dass Privatschulen weiterhin an Bedeutung gewinnen werden.











