E-Mobilität

    E-Mobilität: So haben sich E-Autos im Verlauf der Zeit verändert

    Axel Linther
    Axel Linther

    USA,

    E-Mobilität ist keine Erfindung der Neuzeit und schon gar nicht von Elon Musk. Im frühen 19. Jahrhundert war ein Drittel aller Fahrzeuge elektrisch angetrieben.

    E-Mobilität Chrysler
    Eines der ersten Automodelle mit E-Mobilität: Der Chrysler TEVan aus dem Jahre 1993. - Chrysler

    Das Wichtigste in Kürze

    • Vor dem Ersten Weltkrieg waren etwa 33 Prozent aller Fahrzeuge elektrisch.
    • Erst die Massenproduktion des Verbrenners sorgte für weniger Nachfrage.
    • Zweite Welle der E-Mobilität begann erst Mitte der 1990er.

    E-Mobilität ist keine Erfindung der Neuzeit, im Gegenteil, die Anfänge der E-Mobilität gehen auf das vorletzte Jahrhundert zurück. Tatsächlich erreichten Elektroautos ihre Blütezeit vor dem Ersten Weltkrieg mit einem Anteil von einem Drittel aller Fahrzeuge.

    Erst die Fortschritte in der Massenproduktion durch das Ford Model T sorgten für den Durchbruch des Verbrenners. Nach der Masseneinführung des Autos mit Verbrennungsmotor stieg der Absatz von benzinbetriebenen Autos jedoch sprunghaft an.

    E-Mobilität: Elektroautos waren im Trend, weil sie keine Abgase produzierten

    Die Gründe für den Erfolg der E-Mobilität und Elektroautos in den späten 1800er-Jahren waren die gleichen wie heute. Das Fahren war einfach und sie produzierten in Städten keine Abgase. Da Autos hauptsächlich dort eingesetzt wurden, empfand man sie deutlich attraktiver als Verbrenner. Zumal die erste Benzin-betriebenen Automobile eher abenteuerliche Konstruktionen waren.

    Ein kalifornisches Gesetz sorgte für Renaissance der E-Mobilität

    Der neuerliche Durchbruch liess fast 100 Jahre auf sich warten. Wobei von Durchbruch eigentlich keine Rede sein kann. Denn die nächsten Gehversuche machten die Elektroautos vor allem durch politischen Willen und finanzielle Unterstützung. Das California Air Resource Board CARB startete in den 1990ern ein Programm für nachhaltige Mobilität und sorgte für entsprechende Entwicklungsanreize.

    Das erste E-Auto der Neuzeit: Chrysler TEVan

    Der ab 1993 gebaute Chrysler TEVan basierte auf dem Voyager-Minivan der zweiten Generation und verfügte über einen Nickel-Cadmium-Akku. Lithium-Ionen-Batterien waren zu dieser Zeit noch nicht auf dem Markt. Die Batterie speiste einen 48-Kilowatt-Elektromotor, der 65 Pferdestärken leistete, während das Getriebe ein Zweigang-Transaxle war.

    Fahren Sie ein E-Auto?

    Chrysler gab an, dass der TEVan mit einer Akkuladung 130 Kilometer weit fahren konnte. Der tatsächliche Wert lag allerdings eher bei weniger als 100 Kilometern. Chrysler baute 56 Exemplare und verkaufte sie für jeweils etwa 120.000 Dollar an Energieversorger.

    Technische Daten: Chrysler TEVan

    - Leistung: 65 Pferdestärken- Batterien: Nickel-Cadmium- Reichweite: 100 Kilometer- Stückzahl: 56

    Der Populäre: GM EV1

    Die rote Flunder ist vielleicht das bekannteste Neo-Elektroauto der 1990er. Was nicht nur daran lag, dass er in grossen Stückzahlen produziert wurde, sondern auch eine TV-Doku bekam. «Who Killed the Electric Car» arbeitete eine Verschwörungstheorie auf, die das Einstellen der Stromer zugunsten der Ölindustrie behauptete.

    E-Mobilität GM
    Auch eines der ersten Modelle eines Autos mit E-Mobilität: Der GM EV1 aus dem Jahr 1996. - GM

    Der GM EV1 zeichnete sich durch seine flache Stromlinienform aus und hatte mit 137 Pferdestärken eine recht hohe Leistung. Die ersten Modelle mussten jedoch mit veralteten Blei-Akkus auskommen, die für kaum 160 Kilometer Reichweite sorgten.

    Ab 1999 stellte General Motors dann auf Nickel-Metallhydrid-Batterien um, die 225 Kilometer ermöglichten. Insgesamt wurden 1117 GM EV1 produziert, von denen fast alle im Leasing betrieben und später verschrottet wurden.

    Technische Daten: General Motors EV1

    - Leistung: 137 Pferdestärken- Batterien: Blei-Säure / Nickel-Metallhydrid- Reichweite: bis zu 225 Kilometer- Stückzahl: 1117

    Toyota RAV4 EV

    Der erste Lifestyle-Stromer dürfte der Toyota RAV4 EV gewesen sein. Entgegen der Vorurteile, dass Toyota den Einstieg in die E-Mobilität verpasst hätte, waren sie sogar sehr früh dabei. Denn schon 1997 zeigten sie einen in Serie gebauten E-SUV mit dem RAV4 EV.

    E-Mobilität Toyota
    Der Toyota RAV4 EV aus dem Jahre 1997. - Toyota

    Angetrieben wurde Toyotas erstes Serien-Elektroauto von einem relativ schwachen Motor. Gerade 67 Pferdestärken mussten für den Fahrbetrieb im Alltag ausreichen, womit er dennoch beachtliche 136 Kilometer pro Stunde Höchstgeschwindigkeit erreichte. Die Reichweite der Nickel-Metallhydrid-Batterie war mit 150 Kilometern angegeben. Allein in Kalifornien wurden über 1500 Exemplare verleast zwischen 1997 und 2003.

    Technische Daten: Toyota RAV4 EV

    - Leistung: 67 Pferdestärke- Batterien: Nickel-Metallhydrid- Reichweite: bis zu 150 Kilometer- Stückzahl: über 1500

    Nissan Altra

    Der vielleicht unbekannteste Teilnehmer dieser Liste ist der Nissan Altra von 1998. Sein Basismodell war ein Mittelklasse-Kombi, der hauptsächlich in Japan verkauft wurde. Allerdings ist er einer, vielleicht sogar der bedeutendste Neo-Stromer. Denn der Nissan Altra war der erste mit einem Lithium-Ionen-Akku.

    E-Mobilität Nissan
    Der Nissan Altra von 1998. - Nissan

    Was heute Standard in sämtlichen Stromern ist, war damals eine Sensation. Viele Hersteller hatten gerade erst von Blei-Akkus auf NiMH umgestellt, als Nissan die Branche düpierte. Überlegene Leistungsdichte, kein Memory-Effekt und geringes Gewicht waren die Hauptvorteile der neuartigen Batterie. Der Altra wurde von einem 84-Pferdestärken-Motor angetrieben und konnte mit einer einzigen Ladung bis zu 200 Kilometer weit fahren.

    Technische Daten: Nissan Altra

    - Leistung: 84 Pferdestärken- Batterien: Lithium-Ionen- Reichweite: bis zu 200 Kilometer- Stückzahl: rund 200

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