Beim Umstieg auf E-Mobilität stellt meist zuerst die Frage nach dem Laden. Dabei sind die Möglichkeiten so vielfältig wie verwirrend. Unser Ratgeber hilft.
E-Mobilität Auto laden
Mehr als 20 E-Autos können an der SEMS in Lyss BE ausprobiert werden. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Elektroauto zu laden ist einfacher als zu tanken.
  • Grundsätzlich gilt es, zwischen Wechselstrom (AC) und Gleichstrom (DC) zu unterscheiden.
  • Ladeleistungen reichen von 2‘000 Watt bis 350‘000 Watt.

Das Ladenetz in der Schweiz wächst stetig. Mittlerweile gibt es nicht nur auf vielen Autobahn-Raststätten einen Parkplatz mit Schnellladern. Auch in ländlicheren Gebieten finden sich oft überraschend viele Ladesäulen. Doch was nutzt man im Alltag eigentlich am besten?

Haushaltssteckdose funktioniert bei E-Mobilität

Die Haushaltssteckdose reicht oft aus, sollte aber gesondert installiert werden. Denn in der Schweiz dürfen 16 Ampere durch das Kabel fliessen, was für 3,7 Kilowatt Ladeleistung sorgt. Bei einer täglichen Fahrstrecke von 75 Kilometer und ist bei normaler Fahrweise der Akku nach gut vier Stunden wieder voll. Im Schnitt werden 18,5 Kilometer Reichweite pro Stunde Ladezeit in den Akku nachgeladen.

E-Mobilität
E-Mobilität aus der Haushaltssteckdose. - Keystone

Wichtig ist allerdings zu beachten, dass es eine Dauerlast-fähige Steckdose braucht. Eine normale Steckdose ist nicht für diese Maximalbelastung über mehrere Stunden ausgelegt. Wenn eine fachgerechte Installation vorliegt, dann ist die Haushaltssteckdose je nach Anwendungsfall allerdings ausreichend. Wer allerdings hohe Fahrleistungen hat, der sollte sie nur als Notlösung nutzen.

Wallbox

Die Wallbox ist eine Ladevorrichtung, die speziell für die E-Mobilität entwickelt wurde. Es gibt sie mit fest installiertem Kabel oder mit Buchse, in die ein externes Ladekabel angeschlossen werden kann. Die Wallbox wird über alle drei Phasen an das 400V-Netz angeschlossen. Es gibt Versionen mit 11 Kilowatt-Ladeleistung und einige mit 22 Kilowatt-Ladeleistung.

E-Mobilität Wallbox
Die Wallbox ist eine Ladevorrichtung, die speziell für die E-Mobilität entwickelt wurde. - Keystone

Während die kleineren Varianten im Schnitt 55 Kilometer pro Stunde nachladen, schafft die grosse Version 110 Kilometer. Allerdings braucht die Installation einer 32A-Wallbox mit 22kW die Genehmigung des lokalen Netzbetreibers. Auch sind viele Elektroautos gar nicht in der Lage die 22kW auszunutzen. Hier lohnt ein Blick in die technischen Daten vor der Kaufentscheidung.

AC-Ladesäule

Die Wechselstrom (AC für alternating current) Ladesäulen finden sich meist lokal in Städten und Dörfern. Sie entsprechen technisch den heimischen Wallboxen. Allerdings gibt es neben Varianten mit 11 Kilowatt und 22 Kilowatt auch solche mit 43 Kilowatt. Auch bei den Säulen gilt: Es gibt welche mit Kabel, oder welche nur mit Buchse.

E-Mobilität Ladesäule
Eine AC-Ladesäule (AC steht für für alternating current, also Wechselstrom). - Keystone

Wer sein Elektroauto öffentlich laden will, der sollte deshalb sicherheitshalber immer ein eigenes Ladekabel an Bord mitführen. Auch gilt es die Bezahlmodelle der Ladesäulen-Betreiber zu beachten. Oft ist eine Registrierung oder App nötig, um den Ladevorgang starten zu können.

DC-Ladesäule

Die Gleichstrom (DC für direct current) Ladesäulen stellen die Königsklasse der Ladeinfrastruktur dar. Sie stehen zumeist an der Autobahn oder sehr stark frequentierten Strassen. Da auch die E-Auto-Batterie im Gleichstrom-Prinzip funktioniert entfällt bei der DC-Säule der Umwandlungsprozess. Sie kann dadurch mit extrem hohen Leistungen laden.

E-Mobilität Gleichstrom
Eine Fastned-Ladesäule mit Gleichstrom (DC für direct current). - Keystone

Die aktuelle Generation der Hypercharger schafft auf 800V-Basis bis zu 350 Kilowatt, also etwa das 100-fache der Steckdose daheim. Theoretisch liessen sich damit 1750 Kilometer Reichweite pro Stunde nachladen. Das schafft allerdings noch kein Elektroauto. Die besten Modelle, wie etwa der Porsche Taycan, tanken derzeit in einer Viertelstunde gut 300 Kilometer nach.

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