Formel 1: Mehr Elektro-Power soll die Motoren-Misere beenden

    Mathias Kainz
    Mathias Kainz

    Niederlande,

    Die Formel 1 passt für 2027 das Motoren-Reglement an, um die Energie-Sorgen zu reduzieren. Eine Reihe komplexer Änderungen soll die Probleme beheben.

    Formel 1 2026
    Das neue Reglement hat die Formel 1 in der Saison 2026 vor grosse Probleme gestellt. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Formel 1 wird ihr Motoren-Reglement in den nächsten Jahren weiter anpassen.
    • Der Verbrenner liefert mehr Power, die Leistung aus dem Elektro-Antrieb wird begrenzt.
    • Zugleich läuft im Hintergrund schon die Vorbereitung auf die nächste Motoren-Generation.

    Die Motoren-Misere der Formel 1 unter dem neuen Reglement ist hinreichend dokumentiert: Der Reglements-Umbruch vor der Saison 2026 hat den Triebwerken in der Königsklasse ihre Energie geraubt. Weil 50 Prozent der rund 1000 PS aus dem Elektro-Antrieb kommen sollen, geht den Batterien schnell der Saft aus.

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    Besonders auffällig ist dieses Problem auf Hochgeschwindigkeits-Strecken wie zuletzt in Spa-Francorchamps: Trotz Vollgas verlieren die Autos in der Formel 1 am Ende der langen Kemmel-Geraden fast 50 km/h Höchstgeschwindigkeit. Im zweiten Sektor war man ohne elektrische Energie unterwegs – also mit weniger Leistung als die Formel 2!

    Formel 1 arbeitet weiter am Motoren-Reglement

    Trotzdem hat die Formel 1 im Saisonverlauf schon spürbare Fortschritte gemacht – auch dank Anpassungen am Reglement. So wurden die Begrenzungen für Rückgewinnung und Energie-Abgabe (im Fachjargon «Harvesting» und «Deployment») angepasst.

    Verglichen mit dem Debakel in Australien zum Saisonstart steht die Königsklasse bereits etwas besser da.

    Formel 1 2026
    Mit dem neuen Motorenreglement legte die Formel 1 2026 eine Bruchlandung hin. - keystone

    Dennoch sind für die kommende Saison weitere Anpassungen unvermeidlich. Längst bekannt ist, dass sich die Kraftverteilung im Antriebsstrang verschieben wird: 2027 kommen 58 Prozent der Leistung aus dem Verbrennungsmotor, 2028 sollen es sogar 60 Prozent sein. Erreicht wird das über eine Erhöhung der Benzin-Durchflussmenge.

    Elektro-Antrieb wird dramatisch überarbeitet

    Deutlich bedeutsamer sind aber die Änderungen auf der Elektro-Seite des Hybrid-Antriebs. Die Leistung aus der «Motor Generator Unit – Kinetic», kurz MGU-K, sinkt von aktuell 350 auf 300 kW. Künftig zieht der Elektro-Motor also weniger Leistung aus den Batterien, die dadurch länger halten sollen.

    Formel 1 2026
    Aktuell geht der Formel 1 auf Hochgeschwindigkeitskursen schnell die Power aus. - keystone

    Eine weitere Anpassung betrifft die Rückgewinnung, also das «Harvesting»: Aktuell darf die MGU-K nur 350 kW «ernten» und in die Batterien zurückspeisen. Dieses Limit wird 2027 auf 375 kW angehoben, 2028 auf 400 kW. Zugleich wird die maximale Batterie-Ladung schrittweise von aktuell 4 MJ auf 5 MJ im Jahr 2028 angehoben.

    Hybrid-Antriebe in der Formel 1 vor dem Aus?

    Diese Anpassungen sollen die Motorsport-Königsklasse in den nächsten Jahren deutlich weniger anfällig für energiearme Rennstrecken machen. Ganz lösen lassen sich die Probleme mit den aktuellen Antriebssträngen aber nicht. Auch deshalb blickt die Formel 1 schon intensiv auf den nächsten Regel-Zyklus voraus.

    Formel 1 2030
    In wenigen Jahren soll in der Formel 1 wieder V8-Power für Vortrieb sorgen. - keystone

    Ab 2030 oder 2031 wird ein völlig neues Motoren-Reglement greifen. Als gesichert gilt, dass die aktuellen 1,6-Liter-V6-Turbo-Hybriden ausgedient haben. Die nächste Generation wird wahrscheinlich einen 2,4-Liter-V8-Biturbo im Heck haben. Die Hybrid-Komponente wird voraussichtlich auf ein minimales «Push-to-Pass»-System reduziert.

    Kommentare

    User #5321 (nicht angemeldet)

    FALSCH: ich kucke sie langweilige Autoprozession schon lange nicht mehr. Egal welcher Motor. PUNKT

    User #3810 (nicht angemeldet)

    FALSCH. Die F1 braucht wieder mehr Motoren Power. E-Aggregate nur als Zusatzpower. Sonst wird das nichts. Eine Formel-E+ will niemand sehen...

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