Formel 1 – Ex-Ingenieur Smedley: «Red Bull müsste viel besser sein»
Ex-Ferrari-Renningenieur Rob Smedley übt scharfe Kritik an der Leistung von Red Bull in der Formel 1. Das Team müsse deutlich besser sein, findet er.

Das Wichtigste in Kürze
- Red Bull kann in der Formel 1 aktuell nicht aus eigener Kraft um Siege kämpfen.
- Dem einstigen Weltmeister-Team ist die Umstellung auf das neue Reglement missglückt.
- Ex-Ferrari-Ingenieur Rob Smedley findet: Von Red Bull müsse man mehr erwarten können.
Der Start in die neue Reglements-Ära in der Formel 1 ist Red Bull nicht nach Wunsch geglückt. Und das, obwohl der österreichische Rennstall ausgerechnet die grösste Hürde mit Bravour genommen hat: Der erste in Eigenregie entwickelte Motor zählt zu den besten Triebwerken in der Formel 1.

Dafür patzte der einst genau in diesem Bereich überlegene Energy-Drink-Rennstall auf der Chassis-Seite. Der RB22 kam mit Übergewicht und enttäuschenden Abtriebswerten zum Saisonauftakt nach Australien. Und auch die Nachbesserungs-Arbeiten haben bislang nur bedingt Früchte getragen.
«Neue» Formel 1 stellt Red Bull vor Probleme
Als Fehlschlag entpuppte sich ausgerechnet der spektakuläre «Macarena»-Flügel: Das obere Heckflügel-Element rotiert wie bei Ferrari um 180 Grad. Während die Scuderia daraus aber ein hocheffizientes Aerodynamik-Element machte, patzte Red Bull: Der rotierende Flügel führt zu Strömungsabrissen, und die wiederum zu teils heftigen Abflügen.
00:00 / 00:00
Insgesamt ist die Saison für Red Bull in der Formel 1 bislang also enttäuschend verlaufen. Auf den ersten Grand-Prix-Sieg unter dem neuen Reglement wartet man bisher vergeblich. Entsprechend kritisch fällt auch die Halbzeit-Beurteilung von Experten-Seite aus – darunter auch Ex-Ferrari-Ingenieur Rob Smedley.

Im «High Performance Podcast» lässt der frühere Ferrari-Renningenieur kein gutes Haar am Auftritt von Red Bull. «Sie müssten einfach sehr viel besser sein», so die Bilanz des 52-Jährigen, der die Entwicklungsarbeit des Teams scharf kritisiert. «Sie haben einfach zu viele grundlegende Probleme.»
Smedley verteidigt Verstappen-Kritik an Red Bull
Das habe auch Star-Pilot Max Verstappen klar gemacht. Der Holländer kritisierte die Unvorhersehbarkeit des Autos – und Smedley stimmt ihm zu. «Wie Max schon gesagt hat, sie haben fast jedes Wochenende irgendein anderes, neues Problem. Und es ist immer kritisch», so der Ex-Ferrari-Ingenieur.

Zwar sei im ersten Jahr mit neuem Reglement mit Kinderkrankheiten zu rechnen, das sei bei Red Bull aber anders. «Es sind keine kleinen Probleme mit der Zuverlässigkeit oder mit dem Betrieb. Es ist eigentlich immer etwas ziemlich Gravierendes. Ich finde, Red Bull müsste da deutlich besser abschneiden.»
















