WM 2026: Darum muss sich Spanien vor Belgiern in Acht nehmen
Das zweite von vier Viertelfinalspielen der WM 2026 steht an: Wird das Duell zwischen Spanien und Belgien zur klaren Sache? Bei Nau.ch ist man sich nicht einig.

Das Wichtigste in Kürze
- Um 21 Uhr trifft Spanien im WM-Viertelfinal auf Belgien.
- Wer zieht in Los Angeles unter die letzten vier der Weltmeisterschaft ein?
Wer zieht an der WM 2026 nach Frankreich als zweites Team in den Halbfinal ein? Auf dem Papier ist Spanien, bisher noch Gegentor, der Favorit. Können die Belgier den Iberern einen Strich durch die Rechnung machen?
Vor dem Viertelfinal um 21 Uhr ist man sich auf der Nau.ch-Sportredaktion nicht einig.
Christoph Böhlen, Sportchef
«Natürlich gewinnt Spanien den Viertelfinal gegen Belgien wohl acht von zehn Mal. Natürlich sind die Iberer Favorit – schon nur aufgrund der Tatsache, dass Goalie Unai Simon noch kein einziges Tor kassiert hat.
Und natürlich ist mir bewusst, dass Belgien sieben der letzten acht Spiele gegen Spanien verloren hat und seit dem WM-Viertelfinal 1986 nie mehr gegen die ‹Furja Roja› gewinnen konnte.

Aber: Ich traue den Belgiern den Coup heute Abend trotzdem zu. Und das hat gleich drei Gründe.
Erstens: Die Moral stimmt! Nach einem mässigen Start in die WM 2026 sind die «Roten Teufel» immer besser ins Turnier gekommen. Beim 3:2 über Senegal im Achtelfinal beweist das Team grossartige Nehmer-Fähigkeiten, holt kurz vor Schluss ein 0:2 auf und setzt sich in der Verlängerung durch.

Zweitens: Der Skandal rund um die Begnadigung von US-Stürmer Falorin Balogun hat vor dem Achtelfinal gegen die USA für einen ‹Wir gegen alle›-Effekt gesorgt. Romelu Lukaku und Co. trotzen der Fifa-Willkür, gewinnen deutlich mit 4:1 – und machen sich im Anschluss über US-Präsident Donald Trump lustig.
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Drittens: Was hat man in den letzten Jahren nicht alles von der «Goldenen Generation» erwartet? Courtois, Witsel, Tielemans, De Bruyne und Lukaku werden seit mehreren Turnieren als Geheimfavorit gehandelt.
Vor der WM 2026 war das nicht mehr so. Die ‹Roten Teufel› hätten ihren Zenit überschritten, die Chance auf einen Titel sei verpasst worden, hiess es. Vielleicht hat es genau das gebraucht, um aus dem belgischen Team die fehlenden Prozente herauszukitzeln.
Weniger Druck, mehr Miteinander – und ein bisschen Spielglück. Dann kann es heute für die Belgier gegen Favorit Spanien reichen. Es wäre sehr späte Bestätigung für die ‹Goldene Generation› der Belgier.»

Nicola Wittwer, Sport-Redaktor
«So überzeugt wie vor zwei Jahren bin ich von den Spaniern bislang nicht. Trotzdem strahlt der Europameister eine Souveränität aus, die ihresgleichen sucht.
Die Reifeprüfung war der Achtelfinal: Gegen Portugal bleibt Spanien bis ganz zum Schluss ruhig und belohnt sich dann mit einem Geniestreich. Ich gehe fest davon aus, dass Yamal und Co. heute auch Belgien aus dem Turnier werfen.
Fangen wir hinten an: Nach fünf Spielen steht Spanien tatsächlich noch bei null Gegentoren – das ist kein Zufall. Luis de la Fuente organisiert seine Equipe bis ins Detail durch. Jeder Spieler weiss, wie er sich wann zu verhalten hat. Auch Stürmer Mikel Oyarzabal ist sich nicht zu schade, mal ganz hinten auszuhelfen.

Im Mittelfeld sind Pedri und Rodri die Ruhe in Person. Beide sind Fussball-Genies und wissen immer, welcher Pass der beste ist. Ihre einfachen Lösungen geben Spanien Stabilität und Ruhe. Diesem spanischen Mittelfeld ist kein anderes gewachsen.
Das Potenzial noch nicht ausgeschöpft hat «La Furia Roja» aus meiner Sicht nur in der Offensive – und hier sehe ich den Nachteil für Belgien.

Zwar steht Oyarzabal bei vier WM-Toren, Superstar Lamine Yamal hat der WM bislang aber noch nicht seinen Stempel aufgedrückt. Kommt der 18-Jährige seinem Niveau von vor der Verletzung noch näher, ist Spanien offensiv eine ganze Klasse besser.
Legt auch der bislang torlose Dani Olmo noch eine Schippe drauf, sieht es für Belgien erst recht nicht mehr gut aus.
Mein Tipp: Spanien kassiert heute den ersten Gegentreffer des Turniers, legt in der Offensive aber zu und gewinnt am Ende souverän.»

















