WM 2026

    WM 2026: Nicht nur Balogun – auch hier kuschte die Fifa vor Trump

    Andrea Schüpbach
    Andrea Schüpbach

    USA,

    Die Fifa setzt die Rot-Sperre an der WM 2026 gegen US-Stürmer Balogun aus. Donald Trump rief zuvor Gianni Infantino an. Die Fifa gehorchte. Erneut.

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    US-Stürmer Folarin Balogun fliegt im Sechzehntelfinal vom Feld. Nun darf er im Achtelfinal trotzdem spielen. Die Fifa spricht die Sperre auf Bewährung aus. - SRF

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Fifa begnadigt US-Kicker Balogun von seiner Rot-Sperre.
    • Trump bedankt sich. Es soll zuvor zu einem Telefonat mit Infantino gekommen sein.
    • Bereits in Vergangenheit tanzte die Fifa nach Trumps Pfeife.

    Morgen (2 Uhr Schweizer Zeit) treffen die USA an der WM 2026 im Achtelfinal auf Belgien. Mitspielen darf auch der beste US-Torjäger Folarin Balogun (25), der im Sechzehntelfinal wegen offener Sohle vom Platz flog.

    Die Fifa begnadigt ihn von seiner Rot-Sperre. Donald Trump (80) soll die Finger im Spiel gehabt haben – seine Reaktion spricht Bände.

    «Danke an die Fifa, dass sie das Richtige getan und ein grosses Unrecht rückgängig gemacht hat.» Das schreibt der US-Präsident auf «Truth Social». Zuvor soll es zum Telefonat mit Gianni Infantino (56) gekommen sein.

    Ist es der richtige Entscheid, dass Balogun im Achtelfinal spielen darf?

    Der Aufschrei ist riesig. Die Begnadigung ist ein Novum. Dass die Fifa vor Trump kuscht, ist aber nicht neu.

    Ronaldo-Sperre nach Trump-Dinner vom Tisch

    Nicht nur Balogun, auch Portugal-Superstar Cristiano Ronaldo (41) umgeht an der WM 2026 eine Sperre. In der Qualifikation gegen Irland fliegt er letzten November wegen eines Ellenbogenschlags vom Platz. Er kassiert eine Drei-Spiele-Sperre, es gibt für diese Tätlichkeit eigentlich keinen Interpretationsspielraum.

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    Für diesen Ellenbogenschlag sieht Cristiano Ronaldo in der WM-Quali gegen Irland Rot. Die Fifa reduziert die Sperre später, CR7 darf an der WM von Beginn weg mitkicken. - srf

    Die Fifa sperrt Ronaldo aber lediglich für ein Spiel, die beiden weiteren Partien werden auf Bewährung ausgesetzt. So kickt Ronaldo in den USA mit, trifft heute Abend (21 Uhr) im Achtelfinal auf Spanien.

    Cristiano Ronaldo
    Dieses Selfie geht viral: Cristiano Ronaldo posiert unter anderem mit Elon Musk, seiner Verlobten Georgina Rodriguez und Gianni Infantino im Weissen Haus. - Instagram @cr7ir

    Kurz vor der Urteils-Verkündung war der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman bei Trump im Weissen Haus zu Gast. Ebenfalls eingeladen zum Bankett: Cristiano Ronaldo. Trumps Sohn Barron ist riesiger Ronaldo-Fan.

    Klar ist, dass die Verkürzung der Ronaldo-Sperre auch im Interesse Trumps ist. Bei «seiner» WM 2026 sollen die besten Spieler der Welt auf dem Platz stehen.

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    Donald Trump adressiert ein paar Worte an Cristiano Ronaldo. Er stellte den Fussballer seinem Sohn Barron vor, der ihn nun noch mehr respektiere. - X @alhelnaw

    Gleiche Regeln für alle Länder? Nicht an der WM 2026

    Eigentlich sind die Regeln der Fifa klar. Von WM-Gastgebern wird strikt verlangt, dass alle qualifizierten Teams, Funktionäre oder Fans problemlos einreisen dürfen. Alle sollen gleich behandelt werden, sagen die Fifa-Statuten.

    An der WM 2026 ist es anders. Die Iraner müssen ihr WM-Lager nach Mexiko verschieben, dürfen zu Spielen in den USA erst kurz vor Anpfiff anreisen. Und müssen das Land unmittelbar nach Abpfiff wieder verlassen.

    wm 2026
    Die Iraner scheitern in der Gruppenphase der WM 2026 – und beklagen sich über Benachteiligung. - keystone

    Iran-Captain Mehdi Taremi nennt die Benachteiligung ein «Desaster». Vor Turnier-Start sicherte die Fifa dem Iran, der sich im Krieg mit den USA befindet, noch die volle Unterstützung zu.

    Benachteiligt werden auch Fans aus Haiti. Sie dürfen aufgrund einer Einreise-Sperre nicht anreisen.

    Auch ein Schiedsrichter aus Somalia wird aus demselben Grund abgewiesen. Die Fifa (Infantino hat die WM-Zentrale im Trump Tower in New York eingerichtet) schaut darüber hinweg.

    Fifa-Friedensnobelpreis für Trump

    Donald Trump musste beim Friedensnobelpreis der venezolanischen Oppositionsführerin María Corina Machado den Vortritt lassen.

    wm 2026
    Gianni Infantino ruft den Fifa-Friedenspreis ins Leben – natürlich geht dieser an Donald Trump. - keystone

    Kein Problem – die Fifa ruft kurzerhand einen eigenen Friedenspreis ins Leben. Die Gruppen-Auslosung der WM 2026 wird zur Polit-Show. Infantino überreicht Trump den Preis und schenkt ihm eine Goldmedaille.

    Trump droht Mexiko mit Militärschlägen – Infantino steht daneben

    Eigentlich sind die USA und Mexiko bei der Ausrichtung der WM 2026 Partner. Trump sprach rund ein halbes Jahr vor Turnierstart aber dennoch über mögliche Militär-Einsätze auf mexikanischem Staatsgebiet. Etwa, um Drogenkartelle zu beseitigen.

    wm 2026 donald trump
    Als Donald Trump Mexiko mit Militärschlägen drohte, stand Gianni Infantino daneben. - keystone

    Gleichzeitig drohte er Mexiko und demokratischen Städten mit dem Entzug der Spiele. «Gianni, kann ich sagen, dass wir die Veranstaltung an einen Ort verlegen, an dem sie geschätzt wird und sicher ist?»

    Als Trump die Worte ausspricht, steht Gianni Infantino direkt neben ihm – und schweigt.

    Statt die Integrität des Mitgastgebers zu verteidigen, nickte der Fifa-Präsident die Aussagen ab. Und überreichte Trump kurz darauf lächelnd ein personalisiertes Trikot mit der Nummer 47.

    Kommentare

    User #1592 (nicht angemeldet)

    Für Donald wäre die Nummer 00 schon reserviert gewesen. 👿

    User #3290 (nicht angemeldet)

    Der fussball ist erledigt - niemand kann sich sicher sein, dass alles gerecht zugeht,

    Weiterlesen

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