Gianni Infantino

    Gianni Infantino: Kontinentalverbände werfen ihm «Täuschung» vor

    Matthias Neuhaus
    Matthias Neuhaus

    Nyon,

    Die Kritiker von Fifa-Präsident Gianni Infantino halten den Druck hoch. Die Kontinentalverbände wenden sich mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit.

    Gianni Infantino
    Fifa-Präsident Gianni Infantino steht in der Kritik. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Drei Dachverbände wenden sich erneut öffentlich von Gianni Infantino ab.
    • Uefa, AFC und Concacaf werfen dem Fifa-Präsidenten Täuschung vor.
    • Mit einem offenen Brief fordern sie einen Neuanfang an der Spitze des Weltverbands.

    Der Wirbel rund um Fifa-Präsident Gianni Infantino geht in die nächste Runde. Seine Gegner halten den Druck am Montag mit einem offenen Brief an die Fussball-Familie hoch.

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    Mit der Uefa (Europa), der AFC (Asien) und der Concacaf (Nord- und Mittelamerika sowie Karibik) wenden sich drei der sechs Kontinentalverbände an die Öffentlichkeit. Einmal mehr werden deutliche Worte gewählt.

    Vorwurf der Täuschung an Gianni Infantino

    Der Fussball sei die grösste gemeinsame Leidenschaft der Welt. «Er gehört weder Einzelpersonen noch Institutionen», steht in dem Schreiben.

    Das Wachstum der Fifa im letzten Jahrzehnt sei unbestreitbar. «Doch dieser Fortschritt war niemals das Werk eines Einzelnen», heisst es weiter.

    Unterschrieben ist der Brief von allen drei Präsidenten: Aleksander Ceferin (Uefa), Salman bin Ibrahim Al Chalifa (AFC) und Victor Montagliani (Concacaf). Auch die jeweiligen Generalsekretäre haben unterzeichnet.

    Gianni Infantino
    Aleksander Ceferin, Präsident der Uefa, zählt seit langem zu den Kritikern von Gianni Infantino. - keystone

    Führung im Fussball sei kein Besitz, stellen die Verbände klar. «Es geht nicht darum, Macht zu besitzen oder zu fordern. Es ist eine Pflicht gegenüber der Fussballfamilie, die ihr diese anvertraut.»

    Und weiter: «Wenn Vertrauen durch Täuschung gebrochen wird, wenn sich ein Einzelner über das Kollektiv stellt, das ihm Autorität anvertraut hat, dann wurde diese Pflicht vernachlässigt.»

    Privatisierungspläne ein «grundlegender Vertrauensbruch»

    Damit nehmen die Kontinentalverbände erneut Bezug auf den Versuch von Gianni Infantino, Teile der WM-Rechte zu privatisieren. Namentlich erwähnt wird er im offenen Brief nicht.

    Die Pläne seien als «grundlegenden Vertrauensbruch gegenüber genau jenen Institutionen, denen die Fifa eigentlich dienen soll» anzusehen.

    Gianni Infantino
    Fifa-Präsident Gianni Infantino steht in der Kritik. - keystone

    Die Gegner von Gianni Infantino schreiben: «Ein Vorschlag, der in einem stark verkürzten Zeitrahmen vorangetrieben, ohne ernsthafte Konsultation erarbeitet und bis zu einer Frist angeschoben wurde, noch bevor die Mitgliedsverbände die Bedingungen angemessen prüfen konnten, ist nicht das Ergebnis eines Versehens – sondern Ausdruck eines bewussten Vorgehens, um eine Überprüfung einzuschränken.»

    Uefa & Co. fordern neue Führung

    Die Fifa habe zwar Fehler rund um die Investorenpläne eingeräumt. Allerdings hätten sich diese lediglich auf die Kommunikation bezogen.

    Im Brief steht deshalb klar: «Es wurde nicht anerkannt, dass der Vorschlag an sich grundlegend falsch war. Nach wie vor fehlt jede Einsicht, dass der Versuch, eine Beteiligung an der Fifa-Weltmeisterschaft zu verkaufen, ein gravierendes Fehlurteil war.»

    Zum Abschluss wenden sich die Verfasser erneut an die Fussball-Familie: «Die Stärke des Fussballs lag stets in seiner Einheit. Wir rufen dazu auf, diese Einheit nun zu wahren – und für eine Führung einzustehen, die dem Fussball dient, statt ihn beherrschen zu wollen.»

    Kommentare

    User #2835 (nicht angemeldet)

    Hunde die bellen beissen nicht. Wenn es dann ums Eingemachte geht zahlt die FIFA diesen Verbänden zig Millionen und schon sind alle wieder still und zufrieden.

    User #4556 (nicht angemeldet)

    Diese verhängnisvolle Idee muss Infantino vermutlich sein Busenfreund Trump in den Kopf gesetzt haben, dass er tun und lassen könne wie es ihm beliebt.

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