Berner Museum zeigt Funde aus der Pfahlbauerzeit am Inkwilersee
Vor fast 6000 Jahren standen am Inkwilersee Pfahlbauten, deren Reste noch heute im Boden sind. Biber gefährdeten aber jüngst mit ihren Aktivitäten die Fundstelle auf einer Insel im See. Diese wurde inzwischen nagetiersicher gemacht. Nun zeigt das Historische Museum in Bern Funde und gibt Einblicke ins Projekt und das Leben der Biber.

Die Fundstelle im Inkwilersee mit prähistorischen Siedlungen aus der Jungsteinzeit und der späten Bronzezeit gehört zum Unesco-Welterbe, wie aus einer gemeinsamen Mitteilung des Kantons Bern und des Historischen Museums Bern vom Mittwoch hervorgeht.
Die prähistorischen Siedlungen am Inkwilersee stellen eine wichtige Verbindung zwischen den bekannten Ufersiedlungen im Dreiseenland und der Zentralschweiz her.
Seit einigen Jahren leben auch Biber am Inkwilersee. Um ihre Biberburgen auf der Insel zu erreichen, gruben die Tiere Tunnel durch die Insel und durch die prähistorischen Siedlungsreste. Die Insel drohte deshalb in sich zusammenzufallen.
«Es ist unsere Pflicht, dieses Kulturgut zu erhalten. Wir mussten also rasch handeln, aber auch eine Lösung finden, die dem Naturschutz gerecht wird», sagt Lukas Schärer, Leiter der Tauchequipe des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern laut Mitteilung.
Darum wurde die Insel und ihr Uferbereich mit Nagetiergitter, Kies und Häcksel überdeckt. Diese Massnahmen schützen die Fundstelle langfristig, ohne den Lebensraum des Bibers zu gefährden.
Im Rahmen der Reihe «Archäologie aktuell. Berner Funde frisch aus dem Boden» zeigt das historische Museum ausgewählte Funde vom Inkwilersee wie Werkzeuge, Keramik und Schmuck. Sie lassen Alltag, Handwerk und Lebensräume der damaligen Zeit wieder lebendig werden. Zudem erhält das Publikum spannende Einblicke in die Lebens- und Wirkungsräume der Biber.






