Donald Trump droht: «Für den Iran tickt die Uhr»

Keystone-SDA
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Bern,

Donald Trump droht dem Iran mit einem neuen Krieg: «Die Zeit drängt» – Israel bereitet sich bereits auf neue gemeinsame Angriffe vor.

dpatopbilder - Präsident Donald Trump geht über den Südrasen des Weißen Hauses nachdem er aus Peking zurückgekehrt ist. Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa
dpatopbilder - Präsident Donald Trump geht über den Südrasen des Weißen Hauses nachdem er aus Peking zurückgekehrt ist. Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa - Keystone/AP/Jacquelyn Martin

Das Wichtigste in Kürze

  • Trump droht dem Iran offen mit einer Wiederaufnahme des Krieges – «die Zeit drängt».
  • Am Dienstag berät Trump im «Situation Room» mit dem Sicherheitsteam über Optionen.
  • Der Iran kündigt im Fall eines US-Angriffs «noch vernichtendere und schwerere Schläge» an.

US-Präsident Donald Trump droht mit einer Wiederaufnahme des Krieges gegen den Iran. «Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben», schrieb er auf der Plattform Truth Social. «DIE ZEIT DRÄNGT!» Der US-Verbündete Israel stellt sich bereits auf einen möglichen Neubeginn der gemeinsamen Angriffe im Iran ein. Ein iranischer Militärsprecher warnte laut Nachrichtenagentur Tasnim, jede neue «Torheit» der USA werde «noch vernichtendere und schwerere Schläge» zur Folge haben.

Das US-Nachrichtenportal «Axios» zitierte Trump nach einem Telefoninterview mit der Aussage, dass der Iran «viel härter» als zuvor getroffen werde, sollte die Führung des Landes in den Bemühungen um ein Kriegsende keinen besseren Vorschlag vorlegen. «Wir wollen ein Abkommen schliessen. Sie sind noch nicht da, wo wir sie haben wollen. Sie müssen dorthin gelangen, sonst werden sie hart getroffen, und das wollen sie nicht», betonte der US-Präsident demnach.

Wird Trump den Krieg gegen den Iran wieder aufnehmen?

Der von Tasnim zitierte iranische Militärsprecher drohte seinerseits, Washington werde mit «neuen offensiven und überraschenden Szenarien» konfrontiert, sollte es seine Drohungen in die Tat umsetzen. «Axios» zitierte US-Beamte, wonach erwartet wird, dass Trump am Dienstag mit seinem nationalen Sicherheitsteam im «Situation Room», dem streng gesicherten Lagezentrum der US-Regierungszentrale zusammenkommen wird. Dort sollten Optionen für militärische Massnahmen erörtert werden. Optionen lägen wieder auf dem Tisch.

Experte: «Gräben sind weiterhin tief»

Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb auf der Plattform X: «Die Gräben zwischen beiden Seiten sind weiterhin tief und in vielerlei Hinsicht kaum zu überbrücken.» Der einzig realistische Weg zu einem diplomatischen Durchbruch bestehe darin, dass sich Washington «direkter» mit der «Substanz des iranischen Vorschlags auseinandersetzt».

Irans Prioritäten blieben unverändert. Dazu gehöre unter anderem die Beendigung der wirtschaftlichen Blockade, Verhandlungen über ein Ende des umfassenderen Konflikts und erst im Anschluss die Behandlung der Atomfrage, schrieb Citrinowicz weiter.

Der mangelnde Fortschritt bei den diplomatischen Bemühungen sorgt in Washington zunehmend für Frust. Die «New York Times» hatte bereits am Freitag berichtet, das Pentagon bereite sich auf einen möglichen Neubeginn des Krieges vor. Hintergrund sei, dass die Ziele – insbesondere mit Blick auf das iranische Atomprogramm – bislang nicht erreicht worden seien.

Israel wartet auf Entscheidung Trumps

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu erörterte laut «Times of Israel» am Sonntagabend mit Trump die Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Krieges mit Teheran. Netanjahu hatte zuvor gesagt: «Unsere Augen sind weit geöffnet in Bezug auf den Iran.»

Die Zeitung «Jediot Achronot» schrieb, Israel warte auf eine Entscheidung Trumps. Die Verbündeten hatten den Krieg gegen den Iran Ende Februar begonnen. Teheran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und die Staaten am Persischen Golf, die es als US-Verbündete betrachtet. Seit Anfang April gilt eine von Trump zuletzt einseitig verlängerte Waffenruhe.

Iran ISrael
Benjamin Netanjahu ist offenbar bereit weiter gegen den Iran zu kämpfen. - Keystone

Spannungen in der Region hatten die Waffenruhe jedoch mehrfach ins Wanken gebracht. Sie hänge nur noch am seidenen Faden, sagte Trump vor einer Woche. Saudi-Arabien meldete unterdessen erneut Drohnenangriffe. Drei unbemannte Flugobjekte seien am Sonntagmorgen abgefangen und zerstört worden, nachdem sie aus dem irakischen Luftraum eingedrungen seien, hiess es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums auf X.

Am Sonntag hatten bereits die Vereinigten Arabischen Emirate drei Angriffe von aus dem Westen einfliegenden Drohnen gemeldet. Zwei wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums abgefangen, eine traf einen Stromgenerator ausserhalb des inneren Sicherheitsbereichs des Atomkraftwerks Baraka. Woher die Drohnen stammten, werde noch untersucht, hiess es.

G7-Finanzminister diskutieren über Hormus-Strasse

Derwil steht in Paris das Treffen der Finanzminister der G7-Gruppe führender westlicher Industriestaaten auf dem Programm. Bei dem Gipfel stehen die Auswirkungen des Konflikts im Mittelpunkt. Irans Streitkräfte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Kontrolle über die für den Öl- und Gashandel wichtige Strasse von Hormus übernommen.

Durch Drohungen, Kontrollen und Angriffe auf Schiffe kam der Verkehr in der Meerenge weitgehend zum Erliegen. Die Folge waren weltweit deutlich steigende Energie- und Kraftstoffpreise. Die Meerenge ist laut dem Iran zudem inzwischen vermint.

Donald Trump
Noch immer das wichtigste Druckmittel des Iran: Die Strasse von Hormus. - keystone

Teheran betont stets, die Strasse von Hormus sei nicht blockiert. Sie sei nur für Irans Feinde gesperrt. Faktisch müssen sich Reedereien mit iranischen Kontaktstellen koordinieren und dürfen anschliessend nur einen Korridor nahe der iranischen Küste passieren. Dafür verlangt Irans Führung hohe Gebühren.

Kommentare

User #5407 (nicht angemeldet)

Ist eigentlich Trump der Stiefbruder von Selenzky? Beide sind nur am Drohen, Fordern und Betteln !? Frager

User #2276 (nicht angemeldet)

Meiner Meinung nach tickt die Zeituhr für Trump und die USA. Europa sollt die Konsequenzen ziehen und gegenseitig sich mit Aufträgen unterstützen. Auf die USA Waren so weit wie möglich verzichten.

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