Donald Trump lobt Tankstellen-Kette – was steckt dahinter?
Donald Trump lobt die «Freedom Fuel»-Tankstellen. Seine Regierung dementiert jegliche Verbindungen. Doch Fragen bleiben offen.

Das Wichtigste in Kürze
- «Freedom Fuel» bietet in den USA Benzin deutlich günstiger an.
- Donald Trump lobt das Unternehmen und macht so Werbung dafür.
- Seine Regierung betont, es sei eine private Firma ohne Verbindungen zu Trump.
«Freedom Fuel»: Amerikanischer könnte der Name einer neuen Tankstellen-Kette in den USA kaum sein. Das Logo in Rot, Blau und Weiss und mit einem Adler sieht ebenfalls sehr amerikanisch aus. US-Präsident Donald Trump freut sich und rührt die Werbetrommel – doch vieles ist unklar.
In Philadelphia und New Jersey tauchten die neuen Tankstellen auf, insgesamt 25 gibt es. Trump warb für das Unternehmen, das Benzin für 3,47 Dollar pro Gallone verkauft – rund 50 Cent unter dem Durchschnitt. Das Weisse Haus veröffentlicht Videos, in denen sich Kunden beim Präsidenten für das günstige Benzin bedanken und ihn loben.
Doch es bleiben viele Fragen: Wer steckt hinter «Freedom Fuel»? Was hat Donald Trump damit zu tun? Wie kann das junge und kleine Unternehmen so tiefe Preise anbieten?
Die US-Regierung betont gegenüber Medien stets, nichts mit dem Unternehmen zu tun zu haben, es gebe keine direkten Verbindungen. Subventionen erhalte die Firma keine. Trump wehrt sich stets gegen staatliche Eingriffe in den freien Markt. Dass er oder seine Regierung jetzt offen zu einem solchen stehen würde, wäre auch eine grosse Überraschung.
Eine Verbindung zu Trump gibt es
Gegenüber dem Sender «ABC» sagte ein Regierungsvertreter, dass «Freedom Fuel» nicht mit dem Präsidenten verbunden sei. Es sei bloss ein Unternehmen, das seine Margen reduziere. Und andere sollten diesem Beispiel folgen. Weitere Auskünfte gibt es aus dem Weissen Haus nicht.
Dass es wirklich keinerlei Verbindungen zwischen Trump und den Tankstellen gibt, darf bezweifelt werden. «T-Online» berichtet, dass das Unternehmen «Freedom Fuel Network LLC» Ende Juni registriert worden sei. Als Rechtsvertreterin ist «Corporation Trust Company» eingetragen. Diese Firma arbeitet mit mehreren mit Trump verbundenen Unternehmen.
Mit seinen Preisen unterbieten die «Freedom Fuel»-Tankstellen die Konkurrenz deutlich. Im Benzinmarkt mit seinen geringen Margen ist fraglich, wie – und vor allem wie lange – das möglich ist.
Spekuliert wird, dass es bloss ein PR-Stunt ist: So wird es als möglich erachtet, dass «Freedom Fuel» sich einen Namen machen will. In Kürze, wenn das Unternehmen bekannt genug ist, würde es dann die Preise anheben, wird vermutet.

Oder, und das ist die zweite Möglichkeit, das Unternehmen will Donald Trump helfen. Die Benzinpreise sind in den USA enorm wichtig: Unzählige Amerikaner sind auf das Auto angewiesen, ein funktionierendes öffentliches Verkehrsnetz ist kaum vorhanden. Und deshalb schlägt der Benzinpreis sehr direkt auf die Beliebtheit des Präsidenten.
Beliebtheit von Donald Trump im Keller
Das ist auch einer der Gründe, weshalb spekuliert wird, dass «Freedom Fuel» mit Donald Trump in Verbindung steht. Er versprach stets, die Preise für Kraftstoff zu senken. Gelungen ist ihm das nicht – im Gegenteil: Sein Krieg mit dem Iran hat die Preise noch einmal stark ansteigen lassen.
In Umfragen von «YouGov» schnitt er dann auch sehr schlecht ab: Bloss 35 Prozent der Wähler gaben an, zufrieden mit der Regierung zu sein. Angesichts der Zwischenwahlen im November würde ein Popularitätsschub Donald Trump und den Republikanern sehr gelegen kommen.
Die grossen Fragezeichen hinter «Freedom Fuel» und möglichen Verbindungen zu Donald Trump interessieren die Amerikaner weniger als das eigene Portemonnaie. An den Tankstellen gibt es teils lange Schlangen von Automobilisten, die Geld sparen wollen.




















