Die EU will Verstösse Grossbritanniens gegen den Brexit-Handelspakt auf keinen Fall dulden. Das hat EU-Parlamentschef Sassoli deutlich gemacht.
Sassoli
David Sassoli, Präsident des Europäischen Parlaments, spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Yves Herman/Pool Reuters/AP/dpa - sda - Keystone/Pool Reuters/AP/Yves Herman

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EU will den Brexit-Handelspakt genau überwachen.
  • Sie werde keinen Rückzieher der Briten ihrer eingegangenen Verpflichtungen akzeptieren.

Der Chef des Europaparlaments, David Sassoli, hat klargestellt, dass Verstösse Grossbritanniens gegen den Brexit-Handelspakt keinesfalls geduldet werden. «Wir werden die Umsetzung sowohl dieses neuen Vertrags als auch des Austrittsabkommens genau überwachen. Wir werden keinen Rückzieher der britischen Regierung bei den von ihr eingegangenen Verpflichtungen akzeptieren», erklärte er am Dienstagabend in Brüssel.

Sassoli räumte ein, dass der Brexit «naturgemäss grössere Störungen und Unannehmlichkeiten für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen» mit sich bringe.

Sassoli pocht auf langjährige Verbindung

«Man kann nicht die Vorteile einer EU-Mitgliedschaft haben, während man aussen vor ist. Dieses Abkommen ist jedoch ein weitreichender Schritt, um die schlimmsten Folgen abzumildern.»

Vereinigtes Königreich Boris Johnson
Der Premierminister Grossbritanniens, Boris Johnson. (Archivbild) - Keystone

Der Pakt könne das Fundament bilden, «auf dem wir eine neue, zukunftsorientierte Beziehung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich aufbauen», erklärte er. «Trotz der Entscheidung des Vereinigten Königreichs, die Union zu verlassen, verbinden uns immer noch tiefe und langjährige Beziehungen, Werte, Geschichte sowie geografische Nähe.»

Das Europaparlament verkündet an diesem Mittwoch seine Entscheidung über die Ratifizierung des Brexit-Handelspakts mit Grossbritannien. Vormittags (09.00 Uhr) gibt das Präsidium das Ergebnis der Abstimmung vom Dienstagabend bekannt. Stimmt eine Mehrheit wie erwartet zu, kann der bisher nur vorläufig angewendete Vertrag wohl zum 1. Mai in Kraft treten. Er beinhaltet, dass britische Waren zollfrei und unbegrenzt in die EU kommen dürfen - und umgekehrt.

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