Coronavirus: BAG & Kantone informieren über aktuelle Lage

    Laura Del Favero
    Laura Del Favero

    Bern,

    Die Fallzahlen des Coronavirus sind hoch. Auch die Intensivbetten werden immer knapper. Das Bundesamt für Gesundheit und die Kantone sind besorgt.

    BAG und Kantone informieren über aktuelle Corona-Lage in der Schweiz.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Corona-Zahlen in der Schweiz sind seit Wochen konstant hoch.
    • Auch die Zahl der Hospitalisationen nimmt wieder rasant zu.
    • Das BAG appelliert deshalb erneut, sich impfen zu lassen.

    Die Fallzahlen des Coronavirus bleiben hoch und die Intensivbetten werden immer knapper. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) sieht der Situation «angespannt» entgegen. Hier die wichtigsten Erkenntnisse aus der Medienkonferenz:

    - Immer mehr Covid-Patienten liegen auf Schweizer Intensivstationen. Zwar stabilisierten sich die Fallzahlen seit zwei Wochen. Die Auslastung der Intensivpflegeplätze nimmt aber weiter zu. Auch die Zahl der Todesfälle steigt.

    coronavirus
    Coronavirus: Noch immer nehmen die Fallzahlen in der Schweiz stark zu. - Keystone

    - Eine Ausweitung der Quarantäneliste steht wieder zur Diskussion. Momentan gibt es nur Quarantänebestimmungen für Länder mit einer neuen, besorgniserregenden Variante.

    - Bund und Kantone denken über eine nationale Regelung für Schulen nach. Stand heute gelten in jedem Kanton andere Regeln. Es sei immer wieder unklar, ob es nun eine Maskenpflicht geben solle oder nicht, sagt Linda Nartey, Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte.

    Hier können Sie das Protokoll zur Medienkonferenz lesen

    14.44: Sind die Reiserückkehrenden für die vierte Welle verantwortlich? Der Anstieg sei sicher auf die Reiserückkehrenden zurückzuführen, meint Masserey.

    14.40: Wann kommt die Impfempfehlung für Schwangere, will ein Journalist wissen. Man diskutiere darüber, sagt Masserey. Genauere Angaben könne sie aktuell aber nicht machen.

    coronavirus
    Die Impfung bei Schwangeren ist höchst umstritten. - dpa

    14.37: Die nächste Frage: Ist die Überlastung der Spitäler, wie bei der zweiten Welle schon erreicht? Das sei nur schwer abschätzbar, erklärt Masserey. Es gebe verschiedene Berechnungen und Szenarien. Doch in jeder Welle seien die Bedingungen anders.

    14.35: Ein Journalist fragt, was zur angekündigten Ausweitung der Zertifikatspflicht geführt habe. «Es gibt diverse Faktoren, die hier hineinspielen», antwortet Masserey.

    14.31: Braucht es schweizweite Regeln für die Schulen? «Es ist uns bewusst, dass wir die Kinder besonders schützen müssen», sagt Masserey. Die Sorge sei gross, und deshalb stehe der Bund auch ständig mit den Kantonen in Kontakt.

    Schule Tests coronavirus
    An den Schulen soll wieder einmal in der Woche getestet werden. - Keystone

    Nartey ergänzt: «In Zukunft wäre es besser, eine nationale Regelung zu haben.»

    14.28: Die nächste Diskussion richtet sich ans Contact Tracing. Man überlege sich, wie man das Contact Tracing für Geimpfte anpasse, sagt Masserey. Demnach sollen geimpfte Personen, die mit einer infizierten Person Kontakt hatten, nicht mehr in die Quarantäne müssen. Wenn sie aber Symptome habe, dann müsse sie sich testen lassen und in Isolation gehen.

    14.23: Wann erfolgt die Impfanpassung für Schwangere? Dazu gebe es noch keine Informationen, so Masserey. Man wird in den nächsten Tag darüber diskutieren.

    14.20: Im Saal kommt die Frage auf, ob es wieder Einreisequarantänen brauche? Darüber sei schon diskutiert worden, sagt Masserey. Eine definitive Entscheidung habe das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Stand heute aber noch nicht gefällt. «Am besten ist es, sich vor der Abreise impfen und nach der Rückkehr testen zu lassen», so Masserey.

    Reiseverkehr am Flughafen Frankfurt
    In vielen Ländern herrschen nur noch lockere oder gar keine Corona-Massnahmen mehr. - dpa

    Massnahmen seien derzeit nur vorgesehen, wenn eine neue gefährliche Virusvariante entdeckt werde. Aber höhere Inzidenzen seien kein Grund mehr.

    Beginn der Fragerunde

    14.14: Nun ergreift Linda Nartey, Kantonsärztin von Bern, das Wort. «Momentan sieht es so aus, als hätten wir ein Plateau erreicht.» Besonders prekär sei die Situation im Gesundheitssystem. Und das sei schon vor der vierten Welle so gewesen, betont Nartey.

    Coronavirus
    Linda Nartey an einem Point de Presse des BAG. - keystone

    «Es können nicht einfach neue Intensivbetten zur Verfügung gestellt werden – es fehlt oft das Fachpersonal», so Nartey. Die Impfung sei deshalb gerade jetzt von grosser Bedeutung. «Wir dürfen den Respekt vor Corona nicht verlieren.»

    14.10: Masserey gesteht: Impfungen könnten negative Auswirkungen haben. «Aber schwere Nebenwirkungen treten nur sehr selten auf.»

    Masserey verweist darauf, dass sich der Bund engagiere, auch Menschen mit anderen Muttersprachen zu erreichen. Man habe Kampagnen gestartet – und das in 21 Sprachen.

    14.07: Eine häufige Frage zu den Impfungen ist jene, ob sie auch vor der Delta-Variante schütze. Dazu sagt Masserey: ja. 70 bis 90 Prozent der geimpften Personen stecken sich weniger mit der Variation des Coronavirus an.

    Coronavirus
    Eine Impfung. (Archivbild) - Keystone

    Erste Studien zeigen, dass sich das Virus weniger lang im Körper aufhält. In Haushalten mit geimpften Personen wird das Virus also weniger oft weitergegeben. Deshalb sei jetzt der Zeitpunkt, sich impfen zu lassen, betont Masserey. «Es ist die sicherste Variante der Immunisierung.»

    14.04: Masserey kommt auf die Impfungen zu sprechen. Demnach seien 52 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Fast fünf Millionen Menschen haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

    Hospitalisationen nicht-geimpfte Altersgruppen
    Mehr Hospitalisationen von jüngeren Patienten: Aufteilung nach Altersgruppen der nicht-geimpften Personen, von Februar bis Juni im Vergleich zu Juli/August. - BAG / Screenshot YouTube

    «Nicht geimpfte Personen haben eine höhere Wahrscheinlichkeit ins Spital eingewiesen zu werden.» Momentan infizierten sich vor allem viele jüngere Personen. «Die Hälfte der nicht-geimpften Personen im Spital sind unter 53 Jahre alt», erklärt Masserey.

    14.00: Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim BAG, eröffnet die Konferenz. Sie schildert die aktuelle Situation in der Schweiz.

    Virginie Masserey BAG
    Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im BAG, spricht während einer Medienkonferenz zur aktuellen Situation des Coronavirus. - Keystone

    «Die epidemiologische Lage ist unsicher». Man hat im Schnitt etwa 3000 neue Fälle pro Tag, was eher hoch ist. Auch die Lage in den Spitälern beleibt angespannt. Im Schnitt gäbe es 80 bis 85 Hospitalisatoinen.

    Masserey richtete erneut einen Appell an die Bevölkerung, dass sich möglichst viele impfen lassen sollten. «Für Nichtgeimpfte sind schwere Verläufe wahrscheinlicher – auch ohne Vorerkrankungen», sagte sie beispielsweise. Die Hälfte der Hospitalisierten sei vor der Covid-Erkrankung gesund gewesen. «Solche Spitaleintritte sind vermeidbar.»

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