«Arena»

«Arena» – SP-Wermuth: «Die Wahrheit muss auf den Tisch»

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Zürich,

In der «Arena» zu Crans-Montana fordern die Parteispitzen Antworten, Aufklärung und Konsequenzen. FDP-Vincenz-Stauffacher sagt, es brauche Geduld.

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SP-Co-Präsident Cédric Wermuth will die Wahrheit über die Tragödie in Crans-Montana kennen. - keystone, srf

Das Wichtigste in Kürze

  • In der «Arena» äussern sich die Parteispitzen zur Feuer-Katastrophe in Crans-Montana.
  • SVP-Matter wurde fast schlecht, als er am 1. Januar davon erfuhr.
  • Mitte-Bregy wird die Tragödie und die Trauerfeier für den Rest des Lebens prägen.

Das Jahr begann mit der Brand-Katastrophe in Crans-Montana mit 40 Toten und über 100 Verletzten. Am Freitag gedachte die Schweiz beim nationalen Trauertag der Opfer. Am Abend setzten sich die Parteispitzen in der «Arena» von SRF an den Runden Tisch und diskutierten über die Tragödie.

Mitte-Präsident Philipp Matthias Bregy war bei der Trauerfeier in Martigny vor Ort. Es sei ergreifend gewesen und werde ihn für das ganze Leben prägen. «Man hat gespürt, wie wichtig es ist, dass in solchen Situationen das ganze Land gemeinsam zusammensteht.»

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Mitte-Präsident Philipp Matthias Bregy in der «Arena». - srf

SVP-Vizepräsident Thomas Matter sagt, der Trauertag sei wichtig für das ganze Land. Als er am 1. Januar von der Katastrophe gelesen habe, sei ihm schwarz vor den Augen und schlecht geworden. «Es ist unfassbar, was passiert ist.»

FDP-Co-Präsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher drückt ihre Dankbarkeit für die «unglaubliche Solidarität», auch aus dem Ausland, aus. Die Tragödie habe die Schweizer Kapazitäten überschritten.

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FDP-Co-Präsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher in der «Arena». - srf

SP-Co-Präsident Cédric Wermuth sagt, er habe nochmals das Wechselbad der Gefühle der letzten Tage durchgemacht: von Schock und Mitgefühl, über Trauer zu Unverständnis, Wut über die Verantwortlichen und auch Dankbarkeit sowie die schönen Momente in Trauer. «Es gab Momente, wo ich auf den Tisch hauen und sagen will, dass das nicht sein dürfe. Ich will wissen, wer verantwortlich ist.»

Mitte-Bregy: Jedes Blatt muss umgedreht werden

Der Nationalrat sagt: «Die Wahrheit muss auf den Tisch.» Er fordert eine Aufklärung ohne Tabus. Bregy betont, jedes Blatt müsse umgedreht werden, es dürfe keine Scheuklappen geben.

Auch Matter will wissen, was abgegangen, was genau passiert sei. «Die Staatsanwaltschaft muss die Fakten aufdecken.» Er fordert ein «knallhartes Vorgehen» und will die Fakten kennen. «Wer fahrlässig involviert war, muss hart bestraft werden.»

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SVP-Vizepräsident Thomas Matter in der «Arena». - srf

Er selbst ist Mitbesitzer einer Kellerbar in Arosa, bei der es in der letzten Saison eine feuerpolizeiliche Kontrolle gegeben habe. Dabei sei alles angeschaut worden, die Wände, die Decke, die Notausgänge. Er will wissen, weshalb das im Wallis nicht passiert sei.

Zudem betrachtet er die Feuersicherheit als «Hol-Schuld der Betreiber». Nach einem Umbau müsse der Inhaber bei der Feuerpolizei nachfragen und um die Abnahme bitten. Aus seiner Sicht war es in Crans-Montana deshalb «eindeutig eine menschengemachte Tragödie».

FDP-Vincenz-Stauffacher: Es braucht jetzt Geduld

Die Parteispitzen fordern auch schnelle und unbürokratische Hilfe für die Opfer und deren Angehörige. Eine Option ist ein Sonderfonds. Bregy hält dies für eine gute Idee und sagt, der Bundesrat und der Walliser Staatsrat arbeiteten bereits daran.

Vincenz-Stauffacher betont, dass es bereits jetzt Opferhilfe gebe. Diese gehe über die finanziellen Mittel hinaus und umfasse beispielsweise auch Therapien, um das Erlebte zu verarbeiten. «Nach einer solchen Tragödie wird die Opferhilfe aber an ihre Grenzen stossen.» Deshalb begrüsst auch sie einen Sonderfonds.

Hast du am Freitag eine Schweigeminute gehalten?

Die Co-Präsidentin der FDP betont auch, dass es im Schweizer Rechtssystem Abläufe gebe. «Jetzt braucht es Geduld.» Am Schluss aber will auch sie, dass die Katastrophe Konsequenzen hat.

Der Walliser Philipp Bregy findet es wichtig, dass nach der Aufarbeitung Lösungen getroffen werden, um Ähnliches in Zukunft zu verhindern. Das sei zwar schwierig, aber: «Unser Anspruch muss es sein, alles zu tun, dass es uns gelingt.»

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