Auch in Tessiner Club brannte es – so wurde Inferno verhindert
An einer Halloween-Party im Tessin ist es zu einer ähnlich gefährlichen Situation wie in Crans-Montana gekommen. Der bisher unbekannte Fall gibt zu reden.
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Das Wichtigste in Kürze
- Eine Dekoration an der Decke fängt an einer Halloween-Party in Lugano 2024 Feuer.
- Der Luganeser Stadtrat Filippo Lombardi sieht Parallelen zur Tragödie in Crans-Montana.
- Er fordert eine Meldepflicht für Betriebe.
Wunderkerzen auf Champagnerflaschen sollen den verheerenden Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS ausgelöst haben. Jetzt kommt raus: An einer Halloween-Party im Club «Seven» in Lugano hätte es 2024 zu einer ähnlichen Tragödie kommen können.
In der Diskussionssendung «Matrioska» von «Teleticino» diskutieren die Gäste ein entsprechendes Video. «Dieses hat mir eine junge Frau, die an dem Abend dabei war, per Zufall geschickt.» Dies sagt der Luganeser Stadtrat Filippo Lombardi.
Zu sehen ist darin eine Dekoration an der Decke, die Feuer fängt.
Jemand scheint «Fire» zu rufen. Schreie sind zu hören. Grosse Unruhe bricht aber nicht aus. Auch ist zu sehen, wie eine Person das Feuer mit einem Feuerlöscher löscht.
Zwei Unterschiede und zwei Ähnlichkeiten
«Kommuniziert wurde dieser Fall nicht», kritisiert Filippo Lombardi in der Sendung. Habe hingegen ein Flugzeug am Flughafen Lugano-Agno eine Reifenpanne, werde ein Bericht mit X-Kopien gemacht. So schreibe es das Gesetz vor.
Lombardi sieht beim Brand an der Halloween-Party zwei Unterschiede und zwei Ähnlichkeiten. Anders als in der Bar «Le Constellation» sei die Decke hoch gewesen und es sei ein Feuerlöscher zum Einsatz gekommen. «Folglich wurde die Tragödie verhindert.»
Der Stadtrat betont, dass die Dekoration «genau gleich» wie in Crans-Montana durch Wunderkerzen auf Champagner Feuer gefangen habe. Auch in der Reaktion der Gäste sieht er Ähnlichkeiten. «Die Gäste nahmen die Gefahr nicht wahr, so wie es die Gäste in Crans-Montana anfangs auch nicht taten.»
Fälle würden oft «zufällig» bekannt
Filippo Lombardi macht darauf aufmerksam, dass man nicht wisse, «wie viele ähnliche Fälle passieren». Denn solche Vorfälle würden oft «zufällig» bekannt und nicht gemeldet.
Er fordert deshalb eine Pflicht für Betreiber, die Behörden über Vorkommnisse dieser Art zu informieren. Auch müssten die zweijährlichen Brandschutzkontrollen in den Betrieben erhöht werden.
In der Sendung zugeschaltet ist der italienische Journalist und Tessiner Kolumnist Ferruccio De Bortoli. Ein nationales Verbot für Wunderkerzen halte er nicht für nötig, sagt er. «Ich wünsche mir, dass diese Wunderkerzen in vielen Lokalen nicht mehr genutzt werden.»
«In wenigen Sekunden gelöscht»
Die Betreiber des Clubs «Seven» bestätigen gegenüber «Teleticino» den Vorfall. Es habe sich um einen Brandausbruch an einer einzelnen Dekoration gehandelt, teilt die Seven Group mit.
«Das Personal hat diesen in wenigen Sekunden gelöscht.» Die Musik sei leiser gestellt und der Bereich abgesichert worden.
«Der Vorfall hat bestätigt, dass unser Notfallkonzept funktioniert», heisst es weiter. Es sei kein Schaden an Personen oder der Anlage entstanden.
Der Club hat danach Massnahmen ergriffen und «jegliche potenziell brennbare Dekoration» verboten. Der Club hat auch unmittelbar auf die Tragödie in Crans-Montana reagiert. «Wir haben die Nutzung von Feuerwerkskörpern innerhalb unserer Räumlichkeiten aus eigenem Antrieb eingestellt.»
Feuerlöscher hätten Brand verhindert
Ferruccio de Bortoli stimmt Filippo Lombardi zu, dass es an den beiden Partys wesentliche Unterschiede gegeben habe.
«Wären Feuerlöscher dort gewesen, wäre dieser Brand vielleicht sofort gelöscht worden», sagt de Bortoli.
Erste Massnahmen hat die Gemeinde Crans-Montana eingeleitet. Seit Dienstag verbietet sie alle Feuerwerke im Innern der Gebäude. Auch der Kanton Waadt hat ein kantonsweites Pyrotechnik-Verbot verkündet.
















