Gesundheit Aargau

    KSA

    Gesundheit Aargau: Norovirus – Symptome, Ansteckung und Schutz

    Marcel Winter
    Marcel Winter

    Aarau,

    Noroviren sind hochansteckend und verbreiten sich sehr schnell. Wer die Symptome und Übertragungswege kennt, kann sich besser schützen.

    Gesundheit Aargau
    Das Norovirus ist eine schnell verbreitende Infektionskrankheit. - Depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Noroviren sind die Ursache hoch ansteckender Magen-Darm-Erkrankungen.
    • Das Norovirus lässt sich am wirksamsten durch konsequente Hygiene schützen.

    In der Schweiz tauchen sie regelmässig auf. Betroffen sind Kleinkinder, Schulkinder, Erwachsene und ältere Menschen gleichermassen. Die Rede ist von Noroviren.

    Die meisten von uns verwenden immer noch den Begriff «Magen-Darm-Grippe», was jedoch irreführend ist. Medizinisch gesehen hat es nichts mit einer echten Grippe zu tun. Vielmehr handelt es sich um eine virale Magen-Darm-Entzündung.

    Gesundheit Aargau
    Der Schmerz kommt meist unverhofft und hält mehrere Tage an. - Depositphotos

    Was Noroviren so gefährlich macht, ist ihre extreme Widerstandsfähigkeit ausserhalb des Körpers. Es reichen schon winzige Mengen, um jemanden anzustecken. Genau deshalb breiten sie sich in Kitas, Schulen, Alters- und Pflegeheimen sowie Spitälern so rasend schnell aus.

    Dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) zufolge zeigt sich bei den gemeldeten Fällen jedes Jahr dasselbe Muster: Die Zahlen steigen im Winter deutlich an.

    Hatten Sie schon einmal eine Noroviren-Infektion?

    Erbrechen und Durchfall als erste Anzeichen

    Die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden liegt meist zwischen zwölf und 48 Stunden. Dann kommt es oft ganz plötzlich. Typisch sind heftiges Erbrechen und sehr wässriger Durchfall im Wechsel.

    Dazu kommen meist starke Bauchkrämpfe, Übelkeit und ein richtig mieses Allgemeingefühl. Fieber kann auftreten, bleibt aber meist niedrig. Viele klagen auch über Kopf- und Gliederschmerzen.

    Gesundheit Aargau
    Die Schmerzen machen sich oft unerwartet und flächendeckend bemerkbar. - Depositphotos

    In den allermeisten Fällen ist nach ein bis drei Tagen das Schlimmste vorbei und es wird von selbst besser. Eine Studie der Universität Zürich aus dem Jahr 2024 hält dies ebenfalls fest.

    Das grösste Problem ist der Flüssigkeits- und Salzverlust durch das ständige Erbrechen und den Durchfall. Vor allem bei kleinen Kindern und älteren Menschen kann dies schnell zu einem gefährlichen Kreislaufkollaps führen. Wer nicht selbst trinken kann, muss Hilfe bekommen. Eltern und Angehörige können dabei helfen.

    Wie man sich ansteckt

    Der Hauptweg ist die sogenannte fäkal-orale Übertragung. Wenn also Krankheitserreger aus dem Kot in den Mund gelangen. Am häufigsten passiert es durch direkten Kontakt mit Erkrankten.

    Dazu zählen etwa Händeschütteln und Umarmungen. Aber auch Türklinken, Handläufe, Wasserhähne und Tastaturen können als Überträger in Frage kommen.

    Beim Erbrechen entstehen feine virushaltige Tröpfchen, die sich in der ganzen Umgebung verteilen. Die Viren überleben auf Flächen oft tagelang. Dann reicht es bereits, sich danach ins Gesicht oder in den Mund zu fassen.

    Norovirus
    Schon ein einfaches Händeschütteln kann reichen, um sich anzustecken. - Depositphotos

    Auch Essen spielt eine Rolle: Salate, Beeren, rohes Gemüse, die nicht richtig gewaschen wurden, können schnell zum Auslöser werden.

    Das BAG hat 2023 den Ausbruch der Viren ausgewertet. Sehr viele Ausbrüche passieren im ganz normalen Familien- und Privatbereich. In den meisten Fällen lässt sich aber nicht nachvollziehen, wer einen angesteckt hat.

    Gesundheit Aargau: Was wirklich hilft

    Eine Impfung gibt es leider noch nicht, deshalb ist Hygiene momentan das Einzige, was wirklich zählt. Gründliches Händewaschen mit Seife und Wasser ist die wirksamste Massnahme. Besonders nach der Toilette und vor dem Kochen oder Essen.

    Gesundheit Aargau
    Das richtige Waschen kann durch Desinfektionsmittel, die Alkohol enthalten, nicht ersetzt werden. - Depositphotos

    Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis bringen gegen Noroviren nur sehr wenig, da sie kein richtiges Waschen ersetzen. Flächen müssen mit speziellen viruziden Reinigern behandelt werden.

    Ein Allzweckreiniger reicht hier nicht aus. Handtücher, Bettwäsche und Kleidung sollten möglichst bei mindestens 60 °C gewaschen werden.

    Wer krank ist, sollte wenn möglich ein eigenes WC benutzen und engen Kontakt zu anderen meiden. Wichtig: Auch nachdem Erbrechen und Durchfall aufgehört haben, scheidet man noch einige Tage oder Wochen Viren aus.

    Wann sollte man zum Arzt gehen?

    In den meisten Fällen sind keine Medikamente vom Arzt nötig. Wichtig ist vor allem, genug zu trinken, am besten gezuckerte Elektrolytlösungen aus der Apotheke.

    Getränke wie Cola, Tee oder Wasser sind auch okay, aber die speziellen Lösungen gleichen den Salzverlust besser aus. Antibiotika helfen nicht, da es sich um Viren handelt.

    Norovirus
    Gesundheit Aargau: Wenn Sie sich unwohl fühlen und der Durchfall nicht weggeht, suchen Sie einen Arzt auf. - Depositphotos

    Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn die Beschwerden länger als zwei bis drei Tage sehr stark anhalten. Kleine Kinder, alte Menschen oder chronisch Kranke sollten sofort zu einem Arzt. Er kann eine entsprechende Diagnose stellen und mögliche Medikamente verschreiben.

    Weiterlesen

    Symbolbild Gesundheit Aargau
    98 Interaktionen
    Symptome
    Gesundheit Aargau
    120 Interaktionen
    Impfschutz beachten
    Betreutes Wohnen
    21 Interaktionen
    Betreutes Wohnen

    MEHR GESUNDHEIT AARGAU

    Gesundheit Aargau
    3 Interaktionen
    Gesundheit Aargau
    Gesundheit Aargau
    1 Interaktionen
    Im Herbst
    Gesundheit Aargau
    22 Interaktionen
    Gesundheit

    MEHR AUS AARAU

    2 Interaktionen
    Aarau
    6 Interaktionen
    Im Aargau