«Arena»: SVP-Grossrätin wünscht sich vom Bundesrat «mehr Trump»
In der «Arena» geriet Bundespräsident Guy Parmelin in die Zange zwischen internationalem Druck und einer politisch verunsicherten jungen Generation.

Das Wichtigste in Kürze
- Guy Parmelin verteidigt in der «Arena» den Umgang mit der Tragödie von Crans-Montana.
- Kontrovers diskutierten die Jungpolitikerinnen und Jungpolitiker über Donald Trump.
- Einigkeit herrschte bei allen SRF-Gästen bei der Diagnose einer unsicheren Zukunft.
In der «Arena» vom Freitagabend stand Bundespräsident Guy Parmelin im Fokus. Zusammen mit vier jungen Politikerinnen und Politikern diskutierte er über: Neutralität, Verantwortung und die Position der Schweiz in einer zunehmend instabilen Welt.
Alessia Wehrli (Jungfreisinnige GR), Gregorio Aostalli (Junge Mitte TI), Sandra Schneider (SVP BE) und Anja Gada (SP ZH) rangen mit Parmelin um Antworten auf die Frage, wie sich die Schweiz zwischen Grossmächten, Krisen und wachsendem Protektionismus behaupten soll.
Trump-Frage spaltet die Jungparteien
Kontrovers verlief in der «Arena» die Debatte zur Aussenpolitik. Parmelin betonte, dass der Protektionismus zurückgekehrt sei. Er sprach mit Blick auf Donald Trump von einer Welt, die sich grundlegend verändert habe.
«In gewissen Milieus hat man das noch nicht gespürt. Das beunruhigt mich», sagte er. Gerade für kleine, exportorientierte Länder wie die Schweiz würden die kommenden Monate und Jahre nicht einfach.

Die Meinungen der Jungpolitikerinnen und -politiker zu Trump gingen derweil weit auseinander. Anja Gada, Co-Präsidentin der SP Uster ZH, zeigte sich besorgt über den Aufstieg der Rechtspopulisten.
Sie verglich Trump in der «Arena» mit einem «Mobber auf dem Pausenplatz», der sich nicht an die internationale Ordnung halte. Gada forderte deshalb Widerstand, eine klare Haltung gegenüber Autokratien und einen stärkeren Einsatz für das Völkerrecht.

Die Berner SVP-Grossrätin Sandra Schneider plädierte hingegen dafür, die «Spielchen» von «Dealmaker Trump» mitzumachen. Die Bielerin verteidigte in diesem Zusammenhang die Charmoffensive der Schweizer Wirtschaftsbosse im Weissen Haus.
Die 34-Jährige meinte gar, dass sie sich vom Bundesrat «etwas mehr Donald Trump» wünschte. Was sie damit meint: «Mehr Mut zeigen und auch Hinstehen – Ellenbogen raus – und klar kommunizieren, was unsere Bedürfnisse sind.»

Die Präsidentin der Jungfreisinnigen Kanton GR, Alessia Wehrli, betonte währenddessen die wirtschaftliche Bedeutung guter Beziehungen zu den USA. Gregorio Aostalli, Gemeinderat Junge Mitte Mendrisio TI, warnte, die Schweiz dürfe sich international nicht isolieren. «Neutralität heisst nicht, dass uns egal ist, was passiert.»
Junge Generation blickt in «Arena» mit Sorge nach vorn
Einigkeit herrschte bei den jungen Politikerinnen und Politikern in der «Arena» zumindest in der Diagnose einer unsicheren Zukunft. Wehrli (Jungfreisinnige) sprach von wachsender Verunsicherung bei jungen Menschen. Gada (SP) äusserte offen Angst vor dem Aufstieg von Autokraten und Neofaschisten.

Das Thema griff auch SVP-Bundesrat Parmelin auf. Er sagte, er teile diese Sorge und versicherte: Der Bundesrat beobachte die geopolitische Lage genau und versuche, mögliche Entwicklungen früh mitzudenken.
Während Schneider (SVP) die Neutralität als unverzichtbaren Schutzschild sieht, hält Aostalli (Mitte) dagegen: Neutralität bedeute nicht Gleichgültigkeit. Die Schweiz brauche Partner, die ihre Werte teilen.

Crans-Montana belastet den Start ins Präsidialjahr
Knapp einen Monat nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS, zeigte sich Parmelin in der «Arena» sichtlich betroffen. Er betonte, dass die Schweiz, die Angehörigen weiterhin begleiten und rasch Transparenz schaffen müsse.

Entscheidend sei, die Verantwortlichkeiten zu klären – daran arbeite die Walliser Staatsanwaltschaft. Zur Kritik aus Italien an den Schweizer Behörden äusserte Parmelin Verständnis. Der Bundespräsident verwies jedoch auf unterschiedliche rechtliche Grundlagen. Er hoffe auf eine rasche Entspannung zwischen den beiden Ländern.












