Donald Trump

    Donald Trump: Welches Land greift er als Nächstes an?

    Nicolas Eggen
    Nicolas Eggen

    USA,

    Donald Trump droht nach der Festnahme von Maduro mit weiteren US-Interventionen. Kuba, Kolumbien, Iran oder Grönland? Experten schätzen die Lage ein.

    Donald Trump
    Donald Trump verfolgte die Operation in Venezuela in Echtzeit mit. Es sei gewesen, «wie eine Fernsehsendung zu schauen». - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach der Maduro-Festnahme droht Donald Trump weiteren Ländern mit Angriffen.
    • Die Liste ist lang: Kolumbien, Kuba, aber auch Grönland oder Iran kommen infrage.
    • Für Experte Manfred Elsig sind weitere US-Interventionen «denkbar».

    Vor wenigen Tagen haben US-Spezialeinheiten den venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro festgenommen und in die Vereinigten Staaten gebracht.

    In New York werden Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores wegen Narco-Terrorismus, Kokainschmuggel und Waffenbesitz angeklagt.

    Danach kündigte Trump an, die USA würden in Venezuela fortan eine weitreichende Rolle spielen. Zudem stellte er auch den Zugriff auf die grossen Ölreserven des Landes in Aussicht.

    Donald Trump droht weiteren Ländern in Lateinamerika

    Nach dem Angriff auf Venezuela hat Donald Trump auch Kolumbien gedroht: Er sagte vor Journalisten, das Land sei «sehr krank» und werde von einem «kranken Mann» regiert.

    Präsident Gustavo Petro liebe es, «Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen». Das werde er aber «nicht mehr lange machen», so Trump.

    Donald Trump Kolumbien
    Donald Trump hat nach dem US-Angriff auf Venezuela nun auch Kolumbien gedroht. - keystone

    Aber auch anderen Ländern in Lateinamerika drohen Trump und sein Team.

    Vor versammelter Presse in seinem Anwesen Mar-A-Lago deutete er an, dass sich die USA als Nächstes mit Kuba beschäftigen könnten: «Ich denke, wir könnten auch über Kuba reden, denn Kuba ist ein gescheiterter Staat», sagte Trump.

    Aussenminister Marco Rubio äusserte sich gegenüber dem US-Sender NBC noch klarer: «Wenn ich die kubanische Regierung in Havanna wäre, wäre ich besorgt.»

    Marco Rubio
    US-Aussenminister Marco Rubio spricht während der Pressekonferenz am Samstag. - keystone

    Zwar wolle er nicht über zukünftige Schritte der US-Regierung mit Blick auf Kuba sprechen. «Aber ich denke, es ist kein Geheimnis, dass wir keine grossen Fans des kubanischen Regimes sind.»

    Experte: «Weitere Interventionen sind denkbar»

    Diese Aussagen lassen darauf schliessen, dass der nächste US-Angriff nur eine Frage der Zeit ist: «Weitere Interventionen sind denkbar», bestätigt Experte Manfred Elsig auf Anfrage von Nau.ch.

    Er ist Professor für Internationale Beziehungen und Geschäftsführer des World Trade Institute der Universität Bern.

    Manfred Elsig
    Manfred Elsig ist Professor für internationale Beziehungen an der Universität Bern. - Die Volkswirtschaft

    «Vor allem Kolumbien oder Kuba wären mögliche Kandidaten. Aber die Trump-Administration hofft natürlich, dass diese Intervention eine abschreckende Wirkung zeigt.»

    Denn: Solche militärischen Aktionen seien komplex und kostspielig, zudem könnten sie nicht beliebig umgesetzt werden, erklärt Elsig.

    Auch gebe es die Gefahr, dass die militärischen Aktionen fehlschlagen könnten. «Die amerikanische Geschichte lehrt uns dies. Es gab während des Kalten Krieges ähnliche, häufig verdeckte, Operationen.»

    Aktion in Venezuela soll «ein Zeichen setzen»

    Bei dieser militärischen Aktion in Venezuela gehe es Donald Trump vor allem darum, «ein Zeichen zu setzen»: Regierungen sollen demnach in der westlichen Hemisphäre die US-Interessen vollumfänglich unterstützen, erklärt Elsig.

    «Und auch dass Kritiker, die die US-Politik fundamental ablehnen, sich nicht sicher fühlen können. Ob sich in Venezuela wirklich was ändern wird, bleibt abzuwarten», so Elsigs Einschätzung.

    US-Angriffe waren angekündigt

    Eigentlich sollte der Angriff auf Venezuela die Welt nicht überraschen.

    Denn: Die USA haben Interventionen in ihrer neuen Sicherheitsstrategie bereits angekündigt, unterstreicht Dominique Ursprung. Er ist Dozent für internationale Beziehungen an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

    Ursprung erklärt die Sicherheitsstrategie: «Die Vorherrschaft der USA in der westlichen Hemisphäre ist von zentraler Bedeutung. Dazu gehören explizit auch direkte Interventionen, wie sie sich dieser Tage in Venezuela abgespielt haben.»

    Dominique Ursprung
    Dominique Ursprung ist Dozent für internationale Beziehungen an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. - zhaw.ch

    Wohin Trumps Aufmerksamkeit als Nächstes wandere, ist dem Experten zufolge schwer vorauszusagen.

    Doch für besonders unwahrscheinlich hält er einen weiteren Angriff nicht: «Zumindest an der Heimfront scheint ihn aktuell niemand mehr an dieser Art von Aussenpolitik zu hindern.»

    Trump richtet seinen Blick auch auf Grönland und Iran

    US-Präsident Donald Trump scheint es aber nicht nur auf die westliche Hemisphäre abgesehen zu haben: «Wir brauchen Grönland, unbedingt», polterte er kürzlich.

    Katie Miller
    Der Post von Katie Miller auf X. Ist Grönland das nächste Ziel von Donald Trump? - Screenshot X: @KatieMiller

    Die frühere Regierungsberaterin Katie Miller, Frau von Vize-Stabschef Stephen Miller, hatte zuvor eine Karte Grönlands in US-Farben veröffentlicht. Dazu schrieb sie lediglich das Wort «BALD».

    Aber auch vor militärischen Eingriffen im Mittleren Osten schreckt Donald Trump nicht zurück: Ende Juni hatten die USA die iranischen Atomanlagen mit bunkerbrechenden Bomben angegriffen.

    Beunruhigt dich Trumps Aussenpolitik?

    Angesichts der aktuellen Berichte über Todesopfer bei den regierungskritischen Protesten im Iran hat Trump Teheran erneut mit einem Eingreifen gedroht. Die USA beobachteten die Proteste sehr genau, sagte Donald Trump vor Journalisten.

    Wenn der Iran friedliche Demonstranten töte, «werden die Vereinigten Staaten von Amerika ihnen zu Hilfe kommen».

    Kommentare

    User #241 (nicht angemeldet)

    Hoffentlich Kuba. Meine Freunde in Kuba haben hunger. Sie essen jeden Tag nur Reis und Bohnen. Ab und zu ein wenig Schweinefleisch.

    User #5511 (nicht angemeldet)

    In Iran ist Öl und nicht wenig , sind die US schon da?

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