Der österreichische Autor blickt auf Zeiten der Corona-Ausgangsbeschränkungen zurück, denen er sich eigenen Worten zufolge manchmal widersetzt hat. Ihm käme «alles so falsch vor», sagte er einer Zeitung.
Der österreichische Peter Handke. Foto: Herbert Neubauer/APA/dpa
Der österreichische Peter Handke. Foto: Herbert Neubauer/APA/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Corona-Lockdowns haben aus Sicht des österreichischen Literaturnobelpreisträgers Peter Handke die Einsamkeit der Alten dramatisch gesteigert.

«Mir kommt alles so falsch vor. Man sieht fast nur noch die Jungen unterwegs, und es gibt unendlich vereinsamte Alte», sagte der in Frankreich lebende Schriftsteller dem Wiener «Kurier» (Sonntag). «Wenn ich daran denke, wie man die Leute im Altersheim hat sterben lassen! Für mich müsste man die Verantwortlichen vor das Völkergericht stellen.» Er selbst habe für mehr Bewegungsfreiheit von seinem Verlag einen «Schwindelzettel» bekommen. Darauf habe gestanden, er sei nachts unterwegs, um ein grosses Werk zu schreiben.

Als er «mit meinem Flachmann allein vor der Fassade von Notre Dame» gesessen habe, habe dieser Zettel bei einem Polizisten tatsächlich genutzt. Nicht hingegen, als er in Chaville im Departement Hauts-de-Seine, wo der 78-Jährige lebt, auf der Strasse ging: «Auf der anderen Strassenseite fängt das Departement Yvelines an. Ich ging dort, da kam ein Polizeiwagen: «Ist Ihnen bewusst, dass Sie das andere Departement in Gefahr bringen?» Ich dachte, der Polizist macht einen Witz. Zwei Wochen später bekam ich den Strafbescheid», sagte Handke dem Blatt weiter.

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