Diana-Streit zwischen ihrem Bruder und King Charles eskaliert
Dianas Bruder Charles Spencer erhebt neue Vorwürfe gegen King Charles. Der Palast reagiert ungewöhnlich scharf.

Das Wichtigste in Kürze
- Charles Spencer erhebt in seinem neuen Buch schwere Vorwürfe gegen King Charles.
- Der Buckingham-Palast stellt die Erinnerungen von Dianas Bruder öffentlich infrage.
- Queen Elizabeth II. wollte Diana laut Spencer nach ihrem Tod den HRH-Titel zurückgeben.
Der Streit um die Erinnerungen an Prinzessin Diana (†36) wird immer heftiger.
Ihr Bruder Charles Spencer (62) veröffentlicht in seinem neuen Buch «Swan Song: Diana, My Sister» zahlreiche bislang unbekannte Details über die Ehe seiner Schwester mit dem heutigen King Charles (77).
Und der Palast hält nicht mehr still.
Bereits auf erste Auszüge reagierte Buckingham Palace ungewöhnlich deutlich. Nun legt Spencer weitere Behauptungen nach.
Spencer: Charles klang «wie ein Lottogewinner»
Besonders heftig ist Spencers Schilderung eines Telefonats mit Charles wenige Stunden nach Dianas Tod am 31. August 1997.
Der damalige Prince of Wales habe «seltsam sachlich» geklungen, schreibt Spencer. Anders als andere Anrufer sei Charles nicht fassungslos gewesen.
Vielmehr habe er «überschwänglich erfreut» geklungen, «wie ein Lottogewinner», behauptet Dianas Bruder.

Spencer geht noch weiter. Rückblickend vermutet er, Charles habe damals möglicherweise vor allem daran gedacht, dass Dianas Tod ihm den Weg zu jener Frau freimachen könnte, die er liebte.
Gemeint ist Camilla (79), die heutige Queen.
Für diese Interpretation liefert Spencer allerdings keinen Beleg. Es handelt sich um seine persönliche Einschätzung des damaligen Telefonats.
Palast stellt Erinnerungen infrage
Bereits am Mittwochabend hatte der Buckingham-Palast auf eine andere Behauptung Spencers reagiert.
Der Earl schreibt, Charles habe wenige Tage nach Dianas Tod gesagt: «Rest assured, we'll forget her soon enough.» Sinngemäss: Man werde Diana schon bald vergessen.
Der Palast weist diese Darstellung zurück.
In einer ungewöhnlich persönlichen Stellungnahme heisst es, der König sei sich bewusst, dass der Schmerz über den Verlust einer Schwester «Vernunft trüben, das Urteilsvermögen beeinflussen und Erinnerungen färben» könne.
Ein Palastmitarbeiter bezeichnete Spencers Darstellung gegenüber der BBC zudem als «nachweislich unwahr».
Die öffentliche Reaktion ist bemerkenswert. Normalerweise kommentiert der Buckingham-Palast Bücher über die Royal Family nicht.
Queen wollte Diana Titel zurückgeben
Nun sorgt eine weitere Enthüllung aus Spencers Buch für Aufsehen.
Demnach wollte Queen Elizabeth II. Diana am Tag ihrer Beerdigung posthum den Titel «Her Royal Highness», kurz HRH, zurückgeben.
Diana hatte den Titel nach ihrer Scheidung von Charles im August 1996 verloren.

Spencer schreibt, der damalige Privatsekretär der Queen und sein Schwager Robert Fellowes habe ihm während der Zugfahrt nach Althorp von dem Angebot erzählt.
Doch Spencer lehnte ab.
Diana sei vom Verlust des Titels während ihres Lebens tief verletzt gewesen. Eine Rückgabe nach ihrem Tod habe deshalb keinen Sinn mehr gehabt.
Er habe sich gefragt: «Diana ist tot. Was bringt das jetzt noch?»
Später habe er allerdings darüber nachgedacht, ob Diana den Titel vielleicht doch auf ihrem Grabstein gewollt hätte.
Spencer erhebt weitere Vorwürfe
Auch über die Ehe seiner Schwester schreibt Spencer ausführlich.
Diana habe bereits einen Monat vor der Hochzeit 1981 Zweifel gehabt, ob sie Charles tatsächlich heiraten solle. Ihr Vater habe ihr jedoch gesagt, ein Rückzug sei nicht mehr möglich.
Spencer behauptet zudem, Charles habe Diana am Tag vor der Hochzeit erklärt, er sei zwar glücklich, sie zu heiraten, aber nicht in sie verliebt.

Auch von schweren persönlichen Krisen Dianas berichtet der Earl. Ihre beiden Söhne William und Harry hätten ihr in schwierigen Momenten Halt gegeben.
Die Ehe von Charles und Diana wurde 1996 geschieden. Ein Jahr später starb Diana mit 36 Jahren bei einem Autounfall in Paris.
Buch erscheint kurz vor Diana-Jubiläum
Charles Spencer begründet sein Buch damit, dass sich Dianas Tod im kommenden Jahr zum 30. Mal jährt.
Er wolle seine eigenen Erinnerungen festhalten, statt immer wieder Darstellungen anderer lesen zu müssen, die seiner Ansicht nach teilweise auf falschen Behauptungen beruhen.
Doch genau diese Erinnerungen sorgen nun für einen offenen Konflikt mit dem Königshaus.


















