König Charles für tot erklärt – weil Radio-Mann etwas testen wollte
Einen falschen Knopf gedrückt – und schon ist es passiert. Monate nach der falschen Todesmeldung zu König Charles rügt die Aufsichtsbehörde das britische Radio.

Das Wichtigste in Kürze
- Der britische Radiosender Caroline verkündete im Mai 2026 fälschlicherweise den Tod von König Charles.
- Ausgelöst wurde die Panne durch einen Mitarbeiter im Studio, der am System experimentierte.
- Die Behörde spricht von zwei schwerwiegenden Verstössen gegen die Rundfunkregeln.
Eigentlich sollte es nur ein kurzer Blick auf ein paar Audiodateien sein. Doch dann drückt ein Mitarbeiter im Studio die falschen Knöpfe – und plötzlich geht im britischen Radio der Tod von König Charles III. (77) über den Sender.
Radio Caroline verkündet am 19. Mai mitten im laufenden Programm mehrfach, der Monarch sei gestorben. Dazu wird sogar die britische Nationalhymne gespielt. Erst rund 30 Minuten nach der ersten Falschmeldung klärt ein Moderator die Hörer auf: Charles ist nicht tot. Gleichzeitig entschuldigt er sich für den Vorfall.
Was zunächst wie ein makaberer Scherz klingt, hat für den Sender nun Konsequenzen: Die britische Medienaufsicht Ofcom hat den Vorfall untersucht und kommt zu einem deutlichen Urteil: Die falsche Todesmeldung gilt als schwerwiegender Verstoss gegen die Regeln zur korrekten Berichterstattung und zur schnellen Korrektur von Fehlern.
«Aus Neugier» abgespielt
Wie es zu der kuriosen Panne kommen konnte, ist dabei fast noch erstaunlicher als die Falschmeldung selbst. Der Moderator führte seine Sendung aus der Ferne, während sich ein anderer Mitarbeiter im Studio am Computer aufhielt. Dort entdeckte er vorproduzierte Tondateien, die für den tatsächlichen Tod des Königs vorbereitet worden waren.

Nach Angaben des Senders spielte der Mitarbeiter die Dateien «aus Neugier» ab. Offenbar war ihm dabei nicht bewusst, dass die Aufnahmen direkt auf Sendung gingen. Als er seinen Fehler bemerkt hatte, geriet er demnach in Panik und verliess das Studio.
Der Moderator bekam zunächst nichts davon mit. Da er seine Sendung von ausserhalb moderierte, ging er von einem reibungslosen Ablauf aus. Auch Anrufe, mit denen er auf die Panne aufmerksam gemacht werden sollte, erreichten ihn zunächst nicht. Erst rund eine halbe Stunde später wurde die Falschmeldung im Programm korrigiert.
Datei vom System entfernt
Bei Ofcom gingen nach eigenen Angaben zwei Beschwerden zu dem Vorfall ein. Die Behörde stellte anschliessend zwei Verstösse gegen die Rundfunkregeln fest: Nachrichten müssen mit angemessener Genauigkeit verbreitet werden. Ausserdem müssen schwerwiegende Fehler möglichst schnell korrigiert werden.

Der verantwortliche Mitarbeiter wurde von Radio Caroline verwarnt und entschuldigte sich für seinen Fehler. Die vorbereiteten Audiodateien mit der Todesmeldung wurden inzwischen ebenfalls vom Studio-Computer entfernt und auf einem externen Datenträger gespeichert.
Und während Radio Caroline den Tod des Königs verkündete, befand sich Charles gerade auf einer Reise. Zum Zeitpunkt der Panne hielt sich der Monarch gemeinsam mit Königin Camilla (79) in Nordirland auf.
















