Schweizer Technologie: Schweizer Forscher wollen Mond durchleuchten
Eine neue Methode aus Zürich könnte das Innere des Mondes präziser sichtbar machen.

Das Wichtigste in Kürze
- ETH-Forschende testen Glasfaserkabel als Sensoren auf dem Mond.
- Die Technik könnte Mondbeben und Einschläge genauer messen.
- Künftige Missionen könnten so mehr über das Mondinnere erfahren.
Die USA treiben mit der Artemis-Mission die Rückkehr zum Mond voran. Auch in der Schweiz wird an Technologien gearbeitet, die künftige Missionen unterstützen könnten. Forschende der ETH Zürich wollen das Innere des Mondes genauer erforschen. Dafür setzen sie auf eine überraschende Technologie: Glasfaserkabel – bekannt vom schnellen Internet.
Die Idee: Ein Rover könnte kilometerlange Kabel über die Mondoberfläche ausrollen. Diese wirken wie tausende Sensoren und registrieren kleinste Erschütterungen, etwa durch Mondbeben oder Meteoriteneinschläge.
Tausende Sensoren in einem Kabel
Die Technik dahinter nennt sich «Distributed Acoustic Sensing» (DAS). Dabei werden Lichtimpulse durch die Glasfaser geschickt. Jede kleine Bewegung verändert das Lichtsignal – und kann so gemessen werden. Der Vorteil: Ein einziges Kabel kann die Arbeit von vielen einzelnen Messgeräten übernehmen. Selbst kurze Strecken liefern bereits sehr genaue Daten.
Neue Einblicke ins Mondinnere
Mit den Messungen könnten Forschende besser verstehen, wie der Mond aufgebaut ist. Auch Lavaröhren oder mögliche Wasserreserven liessen sich so aufspüren.
Auf der Erde können Wind und Wetter die Messungen stören. Auf dem Mond ist das kein Problem: Es gibt keine Atmosphäre und keinen Wind. Die Kabel könnten einfach auf dem Boden liegen und trotzdem zuverlässig messen. Sogar Raumfahrzeuge könnten helfen: Ihre Landungen erzeugen Erschütterungen, die ähnlich wie Ultraschall genutzt werden könnten, um Strukturen unter der Oberfläche sichtbar zu machen.
Die Forschenden sehen grosses Potenzial für kommende Mondmissionen. Glasfasernetzwerke könnten den Mond zu einem der am besten überwachten Orte im All machen. Damit würde eine Technologie aus dem Alltag helfen, neue Erkenntnisse über unseren nächsten Nachbarn im All zu gewinnen.
Tage der Technik: Raumfahrt steht im Mittelpunkt
Die Raumfahrt steht im Mittelpunkt der Tage der Technik, die Swiss Engineering gemeinsam mit Partnern am 22. September in Lausanne und am 24. September in Dübendorf veranstaltet. Weitere Infos unter www.tage-der-technik.ch













