Schweizer Technologie: Wasserstoff soll Quartier-Stromnetz entlasten

Swiss Engineering
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Dübendorf,

Ein Schweizer Forschungsprojekt zeigt, wie Brennstoffzellen Stromspitzen in Gebäuden abfedern könnten.

Schweizer Technologie
Brennstoffzellen-Versuchsanlage auf dem Empa-Gelände in Dübendorf. - Empa

Das Wichtigste in Kürze

  • Forschende testen Wasserstoff-Brennstoffzellen für Quartiere und grosse Gebäude.
  • Die Systeme könnten Stromnetze bei hoher Belastung entlasten.
  • Besonders interessant ist die Technik für Wärmepumpen und E-Autos.

Wenn im Winter viele Wärmepumpen laufen und gleichzeitig Elektroautos geladen werden, gerät das Stromnetz unter Druck. Besonders an kalten Tagen entstehen hohe Lastspitzen, die Netze und Energieversorgung belasten. Ein Forschungsprojekt der Empa und mehrerer Industriepartner zeigt nun: Wasserstoff-Brennstoffzellen könnten helfen, solche Spitzen künftig abzufedern.

Strom und Wärme aus Wasserstoff

Die Idee dahinter: Überschüssige Energie – etwa aus Solar- oder Wasserkraft – wird genutzt, um Wasserstoff herzustellen und lokal zu speichern. Bei hoher Netzbelastung erzeugen Brennstoffzellen daraus wieder Strom. Dieser Strom kann direkt vor Ort genutzt werden, etwa für Wärmepumpen oder Ladestationen für Elektroautos. Gleichzeitig entsteht Wärme, die ebenfalls genutzt werden kann – beispielsweise für Heizungen.

Für das Projekt wurde auf dem Empa-Campus in Dübendorf eine Testanlage aufgebaut. Dort untersuchten Forschende über zwei Jahre den Betrieb eines solchen Systems unter realen Bedingungen. Die Resultate fielen positiv aus: Die Brennstoffzellen konnten elektrische und thermische Lastspitzen wirksam reduzieren. Laut den Forschenden liessen sich die Kosten für Spitzenlasten um mehr als zehn Prozent senken.

Interessant für Schulen, Hotels oder Wohnquartiere

Besonders geeignet wären solche Systeme für grössere Gebäude oder Quartiere mit hohem Energiebedarf – etwa Schulen, Sporthallen, Hotels oder Wohnsiedlungen mit vielen Wärmepumpen.

Wichtig ist dabei sogenannter «grüner Wasserstoff», der mit erneuerbarem Strom produziert wird. Nur dann trägt die Technologie auch zur CO₂-Reduktion bei.

Noch handelt es sich um Forschung und Pilotanlagen. Ob sich die Technologie wirtschaftlich durchsetzt, hängt unter anderem von Strompreisen und künftigen CO₂-Kosten ab. Die Versuche zeigen jedoch: Wasserstoff könnte künftig nicht nur Fahrzeuge antreiben, sondern auch helfen, Stromnetze stabiler und klimafreundlicher zu machen.

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