Schweizer Technologie: Das schwimmende Forschungslabor im Genfersee
Mitten auf dem Genfersee untersucht eine Plattform Klima, Wasserqualität und Umweltverschmutzung rund um die Uhr.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Plattform LéXPLORE sammelt permanent Daten im Genfersee.
- Forschende untersuchen Klima, Biodiversität und Mikroplastik.
- Das schwimmende Labor gilt als eines der modernsten weltweit.
Seit sieben Jahren gehört die Forschungsplattform LéXPLORE mit ihrem Ring aus gelben Bojen zum Landschaftsbild vor Pully. Dennoch wissen viele Menschen in der Region kaum, was sich dort abspielt. Dabei ist «LéXPLORE» eines der modernsten schwimmenden Labore der Welt.
Auf gerade einmal rund 100 Quadratmetern sammeln Forschende rund um die Uhr Daten über den See. Beteiligt sind unter anderem die EPFL, die Eawag sowie Universitäten aus der Schweiz und Frankreich.
Forschung mitten auf dem See
Die Plattform misst laufend Werte aus unterschiedlichsten Bereichen: Wasserqualität, Temperatur, Strömungen, Biodiversität oder Treibhausgase. Insgesamt laufen derzeit rund 25 Forschungsprojekte gleichzeitig. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie sich der Genfersee verändert – etwa durch Klimawandel oder Umweltverschmutzung.
Ein wichtiges Thema ist die sogenannte Quagga-Muschel. Die invasive Art breitet sich seit Jahren im Genfersee aus. Sie verändert das Ökosystem, verstopft Leitungen und verursacht Probleme für Infrastruktur und Schifffahrt. Auch Plankton steht im Fokus der Forschung. Die winzigen Organismen spielen eine zentrale Rolle für das Leben im See und reagieren empfindlich auf steigende Wassertemperaturen.

Die Forschenden untersuchen ausserdem Mikroplastik sowie Rückstände von Pestiziden, Medikamenten und Düngemitteln im Wasser. Die kontinuierlichen Messungen helfen dabei, Veränderungen über längere Zeiträume sichtbar zu machen.
Testfeld für neue Technologien
LéXPLORE dient nicht nur der Forschung, sondern auch als Testplattform für neue Technologien. Dort werden etwa Sensoren, Unterwasserroboter oder Drohnen unter realen Bedingungen erprobt. Sogar die Astrophysik nutzt die Plattform: Spezielle Sensoren messen Lichtblitze, die durch kosmische Strahlung auf der Wasseroberfläche entstehen.

















