Letztes Jahr mussten Pfleger an Schweizer Spitälern auf Weihnachtsferien verzichten. Erneut könnte ihnen das Coronavirus einen Strich durch die Rechnung machen.
Coronavirus Spital
Spitalmitarbeitende im Tessiner Spital La Carita in Locarno. Werden Pflegenden in diesem Jahr die Ferien gestrichen? - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die IPS in den Schweizer Spitälern füllen sich zunehmend mit Corona-Patienten.
  • Durch fehlende Kapazitäten und Dauerbelastung stossen Pfleger einmal mehr an ihre Grenzen.
  • Nun droht ihnen gar die Streichung der Weihnachtsferien.

Dauerbelastung und keine Besserung in Sicht: Die Pandemie bringt Pflegende erneut an ihre Grenzen. Viele sind erschöpft. Die Hoffnung, dass die prekäre Lage durch die Impfung verbessert wird, haben viele aufgegeben. Die Intensivstationen sind auch in diesem Winter wieder ausgelastet - wegen Ungeimpften.

Das hat Folgen. Am Luzerner Kantonsspital müssen die Pflegenden wegen der prekären Lage rund um das Coronavirus um ihre Weihnachtsferien bangen.

Auf Anfrage von Nau.ch bestätigt Linus Estermann, Projektleiter Kommunikation und Marketing vom Luzerner Kantonsspital, dass die Einsatzplanung von allen Flexibilität abverlange.

«In Einzelfällen kann es zu Verschiebungen von vereinbarten Ferientagen kommen», so Estermann. Sollte dies der Fall sein, werde gemeinsam mit den betroffenen Mitarbeitern nach Lösungen gesucht.

Coronavirus
Mitarbeitende des Lindenhofspitals stossen auch in diesem Winter wegen dem Coronavirus an ihre Grenzen. Dasselbe spielt sich in anderen Schweizer Spitälern ab (Symbolbild). - SDA

Wegen dem Coronavirus bleibt keine Zeit für Erholung

Auch am Lindenhofspital in Bern sind die Mitarbeitenden am Limit. Denn für mehr Intensivpatienten wird mehr Personal benötigt. Operationen müssen deswegen abgesagt oder verschoben werden.

Laut «Rundschau» sprach man dort gar von der Streichung der Weihnachtsferien. Wie bereits im letzten Jahr.

Mussten Sie aufgrund Ihres Berufs schon auf Ihre Weihnachtsferien verzichten?

Anders sieht es am Universitätsspital Zürich aus. Gegenüber Nau.ch erklärt Kommunikationsbeauftragte Katrin Hürlimann: Seit Beginn der Pandemie sei ein Hauptaugenmerk auf die Mitarbeitenden gelegt worden. Ein Fokus sei hauptsächlich auf besonders belastete Mitarbeiter der Pflege gerichtet worden.

Es sei daher auf deren Erholung geachtet worden. Dazu gehöre, dass die Ferien planmässig bezogen werden können. Hürlimann versichert, dass es bisher und auch jetzt zu keinen Ferienstopps kommen werde.

Kantonsspital Luzern
Am Luzerner Kantonsspital wird von den Pflegern Flexibilität gefordert. Diese müssen mit Verschiebungen von vereinbarten Ferientägen rechnen.
Unispital Zürich
Am Universitätsspital Zürich wird darauf geachtet, dass Mitarbeitende nicht auf erholsame Festtage verzichten müssen.
Inselspital
Die Insel Gruppe in Bern versichert, dass keine Weihnachtsferien gestrichen werden. Entscheidend ist jedoch der Verlauf der Pandemie.

Dasselbe Bild zeigt sich bei der Insel Gruppe in Bern. Auch dort werden wegen dem Coronavirus keine Weihnachtsferien gestrichen. Dies werde so lange wie möglich vermieden.

Ausschliessen kann man aber hier nichts. Der entscheidende Faktor sei jedoch der Verlauf der Pandemie, so Petra Ming, Mediensprecherin Insel Gruppe, gegenüber Nau.ch.

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