Martin Nydegger ruft jüngere Menschen dazu auf, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Für die Tourismusdestination Schweiz ist er optimistisch.
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Martin Nydegger, Chef von Schweiz Tourismus. (Archiv) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Tourismus gibt es wohl eine hohe Skepsis gegenüber der Corona-Impfung.
  • Tourismus-Schweiz-Direktor Nydegger hat jüngere Menschen nun zum Impfen aufgerufen.
  • Zudem meinte er, die Krise in der Tourismusbranche sei noch nicht ausgestanden.

Der Direktor von Schweiz Tourismus, Martin Nydegger, hat jüngere Menschen eindringlich zum Impfen gegen das Coronavirus aufgerufen. Die Impfung sei das Einzige, was aus dem Pandemie-«Debakel» heraushelfe, sagte er in der SRF-Radiosendung «Samstagsrundschau». «Impfskepsis» sei nicht angebracht, sagte der Chef der Schweizer Tourimus-Marketing-Organisation.

Selbstverständlich gebe es medizinische Gründe dagegen wie etwa bei Schwangeren. «Alle anderen aber sollen sich impfen lassen, damit wir wieder in ein normales Leben eintreten können.»

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Eine Person wird gegen das Coronavirus geimpft. - Keystone

Im Tourismus, insbesondere im Gastro- und im Outdoorbereich, arbeiteten zahlreiche jüngere Leute unter 30. Diese hätten teilweise nicht denselben Drang wie andere, sich impfen zu lassen, erklärte Nydegger. «Das finde ich bedauerlich.»

Im Tourismus ist die Skepsis gegenüber einer Impfung offenbar besonders gross, wie der «Tages-Anzeiger» am Samstag berichtete. Die Zeitung berief sich auf eine Datenanalyse zu einer Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo vom März.

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Eine Person mit einer Spritze gegen das Coronavirus. (Symbolbild) - dpa

Demnach wollten sich in der Branche rund 29 und 32 Prozent der Befragten nicht impfen lassen respektive noch zuwarten. Generell gehören zu den Zögerern eher Berufstätige, die viel Kontakt zu Kundinnen und Kunden haben sowie Menschen mit tiefen Löhnen.

Die pandemiebedingte Krise in der Tourismusbranche ist laut dem obersten Schweizer Touristiker noch nicht ausgestanden. Für Sonderaufgaben brauche es auch für die nächsten zwei Jahre noch ein staatliches Hilfsprogramm, forderte er.

Schweiz geniesst laut Nydegger «tadellosen» Ruf

Zur genauen Grössenordnung äusserte sich Nydegger nicht. Er ging davon aus, dass es weniger Geld sein soll als bei dem im letzten Jahr vom Bund gesprochenen Nothilfepaket. Das Parlament hatte für die Branche bis Ende 2021 40 Millionen Franken gesprochen. Die Hälfte davon für Massnahmen für Schweiz Tourismus als Verwalterin.

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Das Coronavirus trifft auch den Schweizer Tourismus. (Archivbild). - Keystone

Für die Tourismusdestination Schweiz ist Nydegger aber optimistisch. Die Reputation der Schweiz im Ausland sei weiterhin «tadellos», sagte er. Der Tourismus in der Schweiz relativ gut und ohne Superspreader-Events durch die Krise gekommen. Dies dank eines «guten» Pandemie-Regimes, das im Vergleich zum Ausland weit weniger restriktiv war, und bewährten Schutzkonzepten.

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