Marcel Salathé zeigt sich nach seiner überstandenen Infektion mit Corona unzufrieden mit der Schweiz. Ein erster PCR-Test seiner Tochter fiel negativ aus.
Coronavirus
Auch sechs Monate nach seiner zweiten Impfung musste Marcel Salathé auf den Booster warten – und steckte sich prompt an. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Marcel Salathé zieht nach seiner Isolation ein Corona-Fazit für die Schweiz.
  • Er kritisiert, dass er selbst im leeren Impfzentrum keinen Booster bekommen hat.
  • Dafür lobt er die Selbsttests und kritisiert die schlechte Durchführung bei PCR-Tests.

Er hat viel darüber geforscht, aufgeklärt und beraten: Epidemiologe Marcel Salathé kennt das Coronavirus wie nur wenige andere. Nach fast zwei Jahren Pandemie musste er nun selber erfahren, wie sich eine Infektion anfühlt. Seine Isolation endete gestern Abend. Auf Twitter zog er ein Fazit zu seiner persönlichen Erfahrung – und geht mit der Schweiz hart ins Gericht.

Zu Beginn seines Threads kritisiert er den Umgang mit dem Coronavirus an Schulen. Seine Tochter, die noch zu jung für die Impfung sei, habe in der Schule noch nie einen Test machen müssen. Weil auch Masken nicht vorgeschrieben seien, hätten sich –«wenig erstaunlich»–fast alle in ihrer Klasse angesteckt.

Der zu Hause durchgeführt Selbsttest der Tochter sei dann stark positiv ausgefallen. Salathé rechnete wegen des engen Kontakts und seiner Impfung vor über sechs Monaten mit einer Infektion. Nach drei Tagen sei auch sein Selbsttest positiv ausgefallen.

Salathé SwissCovid App
Marcel Salathé, Professor für Epidemiologie an der ETH Lausanne, macht Werbung für die Swiss Covid App im Kampf gegen das Coronavirus. (Archivbild) - Keystone

Der PCR-Test der Tochter habe aber zur grossen Überraschung des Virologen keine Infektion angezeigt. Es sei nur ein schneller Abstrich im Mund gemacht worden, habe seine Frau berichtet. Ein zweiter Test, diesmal sei die Probe von der Nase genommen worden, sei dann doch positiv gewesen. «Danke an die Selbsttests für das klare Signal», schreibt der Virologe.

Auf Twitter berichtet Marcel Salathé, dass sein vor drei Monaten geimpfter Sohn und seine geboosterte Frau negativ getestet worden seien. Sie habe ihre Tochter umarmt, unterhalten und neben ihr gelegen, berichtet Rahel Salathé auf Twitter. «Der Booster hat seinen Dienst wirklich getan.»

Corona: Salathé erhielt auch im leeren Impfzentrum keinen Booster

Marcel Salathé war vor der Infektion seiner Tochter trotz Impfung vor über sechs Monaten nicht für den Booster zugelassen. Er versuchte trotzdem sein Glück in einem Impfzentrum, wurde aber abgewiesen. Das Impfzentrum sei grösstenteils leergewesen, trotzdem bekam er keinen Booster – «ein Bild, dass ich nie vergessen werde».

Marcel Salathé hatte nach der Infektion mit Corona nur milde Symptome, wie er auf Twitter berichtet: ein leicht entzündeter Hals und leichten Husten. Später seien auch noch Magenschmerzen, eine laufende Nase, Hautausschläge und Erschöpfung hinzugekommen. «Ich stehe auf, gehe eine Treppe hoch und mein Puls ist auf 120», schreibt er. Selbst am letzten Tag der Isolation sei er noch schnell müde geworden.

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