Waadtländer Staatsrätin Dittli will Mandat bis 2027 fortführen
Trotz anhaltender Kritik bekräftigt Valérie Dittli ihre «ungebrochene Motivation», ihr Amt als Waadtländer Staatsrätin weiter auszuüben. Die Mitte-Politikerin will ihre Legislatur bis 2027 abschliessen und «zu gegebener Zeit» entscheiden, ob sie erneut kandidiert.

In einem Interview mit der Sendung «Matinale» des Westschweizer Fernsehens RTS blickte Dittli am Freitag auf die Sitzung des Grossen Rates vom 20. Januar zurück. Bei dieser Sitzung war die Staatsrätin bei der sie nach einem kritischen Bericht zu Missständen in ihrem früheren Finanzdepartement scharf befragt worden.
Die Anhörung habe sie als «extrem hart» empfunden. Sie habe sich «wie vor einem Tribunal» gefühlt, sagte Dittli und beklagte, dass ihre Antworten systematisch infrage gestellt worden seien.
Wie bereits im Parlament wich sie auch im Interview heiklen Fragen aus, insbesondere zu externen Mandaten, die mögliche Interessenkonflikte betreffen könnten. Zugleich räumte sie Fehler in ihrem Führungsstil ein und bedauerte, Mitarbeitende «in Leid gestürzt» zu haben.
Auf die Frage nach Scham über das geschilderte Unwohlsein antwortete sie mit Ja. Sie übernehme ihren Teil der Verantwortung, sei jedoch nicht allein für die Probleme verantwortlich. Das Finanzdepartement war ihr im März 2025 entzogen worden.
In der Affäre um den Steuer-Rabatt für Reiche verteidigte Dittli ihr Vorgehen. Der Paychère-Bericht habe bestätigt, dass das Instrument zwischen 2009 und 2021 illegal angewandt worden sei. Sie habe deshalb richtig gehandelt, ihrer Intuition zu folgen und auf Abklärung zu drängen.
Parallel dazu läuft ein Strafverfahren gegen Dittli. Die Waadtländer Staatsanwaltschaft untersucht mögliche Fälle von Amtsmissbrauch im Zusammenhang mit der Aufhebung rechtskräftiger Steuerveranlagungen.
Die gebürtige Zugerin war im Frühjahr 2022 als 29-Jährige ohne Politikerfahrung überraschend in die Waadtländer Regierung gewählt worden.










