Die Impfquoten sinken in der Schweiz derzeit rapide. Hinsichtlich der sich verbreitenden Delta-Variante des Coronavirus birgt die «Impfmüdigkeit» Gefahren.
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Immer mehr Stühle in den Impfzentren bleiben frei. Die Delta-Variante des Coronavirus macht derweil weiter Sorgen. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Schweiz lassen sich immer weniger Menschen gegen Covid-19 impfen.
  • Das Impfziel des Bundes rückt aufgrund dieser Entwicklung in die Ferne.
  • Zusammen mit der Delta-Variante drohen im Herbst neue Massnahmen.

Eine Zeit lang wies die Schweiz eine beeindruckende Impfquote auf. Mittlerweile zeigt sich die Kurve der bereits geimpften Personen aber abflachend. Die «Impfmüdigkeit» scheint eingetroffen, das Impfziel des Bundes mit 75 Prozent hingegen entfernt sich.

Eine Umfrage der «SonntagsZeitung» demonstriert, dass in den meisten Kantonen die Quoten derzeit sinkend sind. Eine Zahl von deutlich über 60 Prozent ist bis in den Herbst nur in wenigen Kantonen zu erwarten.

«Erst Ferien, dann impfen»

In Bern könnten laut der Gesundheitsdirektion höchstens 66 Prozent der Bevölkerung bis im Spätsommer geimpft sein. Zuerst stünden die Ferien an, dann erst das Vakzin.

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Eine Person mit einer Spritze gegen das Coronavirus. (Symbolbild) - dpa

Der Kanton Zürich könnte mit seinen bereits mehr als einer Million Registrierungen ganze 80 Prozent seiner Einwohner impfen. Mehrfachregistrierungen und eine stark sinkende Impfquote lassen es laut der Zürcher Gesundheitsdirektion aber wohl nur 65 Prozent werden.

Eine Quote von knapp über 60 Prozent ist derweil auch den Kantonen Aargau, Baselland und Waadt zuzutrauen. In Zug könnten es laut der «Sonntagszeitung» sogar 70 Prozent werden. Viele andere Kantone müssten jedoch davon ausgehen, keine Quote von über 60 Prozent zu erreichen.

Herbst wegen Coronavirus in Gefahr?

Sinken die Impfquoten in der Schweiz weiter, steigen so auch die Chancen für die Delta-Variante, sich hierzulande stark zu verbreiten. Es würden im Herbst erneute Massnahmen drohen, um eine nächste gewichtige Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Denn Experten zufolge müssten bei der Delta-Variante etwa 85 Prozent der Bevölkerung Schutz vor dem Coronavirus haben. Ansonsten könne die Variante wegen der noch nicht erreichten Herdenimmunität wüten.

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In der Schweiz empfiehlt das BAG, vier Wochen zwischen den beiden Impfungen zu warten. - Keystone

Mit neuen Aktionen wollen einige Kantone ihre Impfkampagne nach den Sommerferien aber nochmal ins Rollen bringen. Dabei dürften dann mobile Impfstationen sowie Impfungen an Schulen eine wichtige Rolle spielen.

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