Immer wieder demonstrieren Massnahmen-Gegner vor dem Bundeshaus. Für die Kantonspolizei hat die wegen des Coronavirus hohe Dichte an Einsätzen Konsequenzen.
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Die Kantonspolizei Bern im Dauereinsatz: Hier am Donnerstagabend im Berner Kocherpark bei der Demo gegen die Corona-Massnahmen. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen der Corona-Demos müssen im Kanton Bern 50 Polizeiposten geschlossen werden.
  • Weil das Eskalationspotenzial gross ist, ist das Aufgebot der Polizei entsprechend gross.

Die Kantonspolizei Bern befindet sich aktuell wegen des Coronavirus in einer Belastungsspitze. Mit den praktisch wöchentlichen Demonstrationen von Massnahmen-Gegnern sind die Berner Behörden deutlich stärker im Fokus als sonst.

Jeweils am Donnerstag treffen sich Skeptiker auf dem Bundesplatz zur Kundgebung gegen die Corona-Massnahmen. Die Polizei stand bei den drei bisherigen Demos mit einem Grossaufgebot im Einsatz. Sie fängt die Demo-Teilnehmen jeweils schon beim Bahnhof ab.

Die Polizei ging gleich zu Beginn strikt gegen die Demonstranten gegen die Corona-Massnahmen vor. - Nau.ch/ Aydemir

Dieses Aufgebot hat zur Folge, dass Polizeiposten im ganzen Kanton geschlossen werden müssen. Gestern waren lediglich fünf Wachen geöffnet, über 50 mussten vorübergehend zugemacht werden.

«Es kam zuletzt auch zu Angriffen»

Wachenschliessungen seien eine Massnahme, um solche Belastungsspitzen zu bewältigen, erklärt Mediensprecherin Jolanda Egger auf Anfrage. Gleichzeitig solle «nach wie vor die Grundversorgung inklusive der präventiven Präsenz im ganzen Kanton» sichergestellt werden.

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Die Polizei am Donnerstagabend in Bern im Gespräch mit Skeptikern, die gegen die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus demonstrieren. - Keystone

Auch weitere Massnahmen könnten in Betracht gezogen werden. «Ob dies in den kommenden Wochen nötig sein wird, ist aktuell nicht abzuschätzen.»

«Menschen sind in Pandemie sensibler geworden»

Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass an den Demonstrationen gegen die Corona-Massnahmen in Bern durchaus ein Eskalationspotenzial bestehe. «Es kam zu tätlichen Auseinandersetzungen, zuletzt auch zu Angriffen», so Egger.

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Der Zugang zum Bundeshaus musste am Donnerstag einmal mehr abgeriegelt werden. - Keystone

Es sei spürbar, dass die Menschen im Verlauf der Pandemie sensibler geworden seien. Das könne sich in Streitereien und Drohungen manifestieren und den Beizug der Polizei nötig machen. «Darüber hinaus machen wir auch die Erfahrung, dass Lärmemissionen schneller als störend empfunden und der Polizei gemeldet werden.»

Allgemein zeige sich, dass sich die Herausforderungen für Polizei-Mitarbeitende je nach Phase der Pandemie immer wieder verändern, erklärt Jolanda Egger.

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