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    SBB nimmt Abfallkübel aus Zügen – Schweizer schimpfen

    In Zügen verschwinden die Abfallkübel bei den Sitzen. Die SBB will damit Geld sparen, doch bei vielen Pendlern sorgt die Massnahme für Kopfschütteln.

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    Viel Kopfschütteln: Pendler haben kein Verständnis für den Abfallkübel-Abbau in Zügen - Nau.ch/Nico Leuthold

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die SBB entfernt bis 2028 schrittweise die Abfallkübel in den Zügen.
    • So will die SBB Reinigungskosten in Millionenhöhe sparen.
    • Viele Passanten befürchten dadurch mehr Müll in den Waggons.

    Zwischen Sofa und Büro wird der Zug für viele Pendlerinnen und Pendler zur Snack-Zone: Bananenschalen, leere Kaffeebecher oder Chipstüten werden nach der Fahrt im Abfallbehälter neben dem Sitz entsorgt.

    Doch genau damit ist bald Schluss.

    Sollen die Abfalleimer bei den Sitzplätzen bleiben?

    Die SBB baut die Abfallbehälter in den Sitzabteilen der 1. und 2. Klasse in Fernverkehrszügen schrittweise ab. In den Regionalzügen sind die Kübel schon länger entfernt worden. Mit der Massnahme will das Unternehmen die Sauberkeit verbessern und die Reinigung effizienter gestalten.

    Und damit sollen Kosten gesenkt werden. Pro Jahr ist von einem tiefen einstelligen Millionenbetrag die Rede. Bis Ende 2028 soll die Umstellung laut SBB abgeschlossen sein. Betroffen sind unter anderem Doppelstockzüge der Typen FV-Dosto, Mouette und IR-Dosto.

    Pendler sollen ihren Abfall neu beim Eingang des Zuges oder am Bahnhof entsorgen.

    Massnahme der SBB kommt bei Passanten nicht gut an

    Nau.ch hat sich am Zürcher Hauptbahnhof umgehört. Das Resultat ist deutlich: Die Mehrheit hält wenig von der Massnahme. «Schlechte Idee», «eine Katastrophe» oder «absolut sinnlos», sagen mehrere Befragte.

    Linda (59) warnt: «So fangen die Leute an, den Abfall auf den Boden zu schmeissen.»

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    Liegt ohne Abfallbehälter in den Zügen der SBB zukünftig mehr Müll herum? (Symbolbild) - keystone

    Klara (56) ergänzt: «Es ist so jeweils schon dreckig. Und nehmen die Leute den Abfall mit nach Hause, wenn der Mülleimer wegfällt? Weniger!»

    Auch Markus (75) zeigt sich überzeugt: «Es gibt eine allgemeine Verschmutzung der Züge.» Seiner Meinung nach würden viele ihren Müll weder mitnehmen noch in den Kübel im Gang werfen. Für ihn ist dies klar «eine schlechte Idee».

    Schlecht für die Umwelt

    «Man sieht sonst schon viel Abfall rumliegen», sagt Olivia (19). Das Entfernen der Abfallbehälter fördere die Umwelt «nicht gerade».

    Godi (76) findet ebenfalls deutliche Worte. In den Zügen habe es ohnehin schon viel Dreck. Die SBB-Massnahme sei «eine blanke Katastrophe».

    Einig sind sich die Befragten immerhin darin, wie sie selbst reagieren würden: Den «Güsel» einfach im Abteil liegen lassen will niemand. Entweder werde er im Abfalleimer im Gang entsorgt oder dann am Bahnhof.

    In verschiedenen S-Bahnen wurden die Abfallbehälter bereits entfernt. Sie frage sich dort jeweils schon, wohin mit dem Müll, sagt Kyra (16). Und Angela (69) beobachtet dort bereits: «Auf den Ablagen hat es schon viel Müll.»

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    Kommentare

    User #1801 (nicht angemeldet)

    Ou

    User #3803 (nicht angemeldet)

    Angenommen ein IR Zug hat 10 Doppelstöcker-Wagen mit je 14 Vierer-Sitzplätzen, die mit einem Abfallbehälter ausgestattet sind. D.h. es sind mindestens 1x pro Tag 140 Abfallbehälter zu kontrollieren und zu entleeren. Möchte man stets saubere Abfallbehälter z.B. ab Zürich haben, dann wären das bei 200 Abfahrten 28'000 zu kontrollierende Abfallbehälter. Demzufolge denke ich, wenn jemand sein Essen in den Zug hineinbringen kann, wird er wohl auch fähigt sein, die Verpackung wieder herauszubringen. Zumal es an Entsorgungsmöglichkeiten im Zug oder am Bahnhof wirklich nicht mangelt. Jeder Fahrgast wird dankbar sein, wenn er oder sie einen Platz vorfindet ohne leere Getränkedosen, Zeitungen, Verpackungsmaterial, Speisereste und Brösmeli.

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