Während Covid fuhren weniger Autos – schlecht fürs Klima!

Riccardo Schmidlin
Riccardo Schmidlin

Frankreich,

Das Gas Methan, das den Klimawandel anheizt, schoss während Corona durch die Decke. Jetzt ist klar, wieso.

Corona
Die verkehrsleere Alfred Escher-Strasse, fotografiert während der Corona-Pandemie am 25. März 2020 in Zürich. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Weniger Autoverkehr während Corona liess den Methan-Ausstoss steigen.
  • Das Wetterphänomen La Niña verstärkte die Methan-Produktion zusätzlich.
  • Der Methan-Ausstoss sinkt laut Uno-Bericht langsamer als nötig.

Das Treibhausgas Methan gilt als besonders kritisch fürs Klima, weil es die Erderwärmung deutlich beschleunigt.

Methan ist nach CO₂ der zweitstärkste Klimatreiber und wirkt kurzfristig rund 80 Mal stärker. Es gelangt etwa durch die Landwirtschaft in die Atmosphäre – seit Jahrzehnten steigt der Anteil.

Doch: Zwischen 2020 und 2022 nahm er so schnell zu wie noch nie seit Beginn der Messungen. Jetzt haben Forschende herausgefunden, was dahinter steckt.

Die im Wissenschaftsmagazin «Science» veröffentlichte Studie nennt zwei Gründe: Die Corona-Pandemie und das Wetterphänomen La Niña.

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Überraschend ist vor allem der Corona-Effekt. Der Grund: Das «Waschmittel der Atmosphäre», die Hydroxyl-Radikalen, wie es die «NZZ» erklärt.

Sie bestehen aus einem Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom und reagieren sehr schnell mit Methan. Normalerweise halten sie das Gas so in Schach. Um 2020 sank der Hydroxylgehalt der Luft aber deutlich.

Weniger Autoverkehr während Corona führte zu Problemen

Laut der Studie lag das am reduzierten Autoverkehr während der Pandemie. Weniger Abgase bedeuten weniger Stickoxide, und das senkt wiederum die Konzentration der Hydroxyl-Radikalen.

Die Folge: Methan sammelt sich an.

Doch auch La Niña spielte eine Rolle. Das natürliche Phänomen kühlt das tropische Pazifikwasser ab und verändert die weltweiten Wettermuster.

Feuchtere Böden in Sümpfen und Feuchtgebieten zersetzen organisches Material stärker, wodurch mehr Methan entsteht. Während der La-Niña-Phase von 2020 bis 2023 – also genau in der Corona-Pandemie – war diese Wirkung besonders stark.

Die Forschenden nutzten Satelliten- und Bodendaten sowie Computermodelle, um die chemischen Prozesse in der Atmosphäre zu simulieren. Besonders schwierig war die Messung des Hydroxyl-Gehalts, der nur sehr kurz und in geringen Mengen auftritt.

Methan-Ausstoss sinkt laut Uno-Bericht langsamer als nötig

Der Handlungsdruck betreffend Methan bleibt hoch: Laut einem aktuellen Uno-Bericht von November 2025 reicht der weltweite Methanabbau derzeit nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen.

Die geplanten Einsparungen könnten bis 2030 zwar acht Prozent betragen, für die vereinbarte 30-Prozent-Marke ist aber noch deutlich mehr nötig.

Besonders der Energiesektor, aber auch Landwirtschaft und Müll könnten dabei kostengünstig einen grossen Beitrag leisten.

Kommentare

User #8043 (nicht angemeldet)

Die schweiz muss vorangehen im alleingang. Alles co2 weg. Milliarden in den sand. Unser wegfallende teil von 0.1% wird die welt retten. Gaaanz sicher. Und wir verlumpen, was macht das schon. Aber halt, dafür kommt 80x schädlicheres methan, und wir sind schuld daran. Die welt hängt uns auf. Schöne aussichten…

User #3879 (nicht angemeldet)

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