Schweizer Psyche litt während Corona-Pandemie weniger als anderswo
Die Schweiz kam psychisch glimpflicher durch die Corona-Pandemie als andere Länder. Das Wohlbefinden sank laut einer Studie weniger stark.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Schweiz kam psychisch besser durch die Corona-Pandemie als viele andere Länder.
- Gründe dafür sind ein höheres Wohlbefinden vor Corona und mildere Massnahmen.
- Stärker belastet waren das Tessin, die Genferseeregion und die Nordwestschweiz.
Das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit haben während der Covid-19-Pandemie weltweit gelitten.
Dies bestätigt eine internationale Studie von Forschenden der Universität Basel und der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel. Sie haben Schweizer Daten analysiert, wie die Universität Basel am Mittwoch mitteilte. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift «Frontiers in Psychiatry» veröffentlicht.
Im internationalen Vergleich steht die Schweiz gut da. Als mögliche Gründe nennen die Forschenden das bereits vor der Pandemie höhere Wohlbefinden sowie die weniger einschneidenden Corona-Massnahmen.
Auch das gute Gesundheits- und Sozialsystem habe entlastend wirken können. Am stärksten belastet waren die Menschen in Südafrika, Mexiko, Weissrussland und Kasachstan.
Regionale Unterschiede innerhalb der Schweiz
Innerhalb der Schweiz zeigen sich regionale Unterschiede. Im Tessin, in der Genferseeregion und in der Nordwestschweiz sind die Werte für die mentale Gesundheit tiefer. Und für die psychische Belastung sind sie höher als im Mittelland und in der Ostschweiz.
Die Forschenden vermuten, dass unterschiedliche kantonale Massnahmen sowie die stärker spürbaren Einschränkungen in Ballungsräumen eine Rolle spielten.
In der Schweiz gaben 4037 Personen in drei Umfragewellen von April 2020 bis Juni 2021 Auskunft zu ihrem Wohlbefinden. Und 3375 gaben Auskunft zu ihrer psychischen Belastung.
Die Studie basiert auf einer freiwilligen Online-Befragung. Die Stichprobe war damit laut den Forschenden nicht repräsentativ.
«Dennoch liefern die Ergebnisse wichtige Anhaltspunkte», gab sich Studienleiter Christian Huber überzeugt. Weitere Auswertungen sollen zeigen, welche Risikofaktoren eine Rolle für die empfundene Belastung gespielt haben. Und welche Kompensationsstrategien im Umgang mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie besonders erfolgreich waren.

















