Coronavirus

    Coronavirus: Darum hält die Schweiz an 2-Meter-Regel fest

    Nick Mäder
    Nick Mäder

    Bern,

    Die Frage nach dem richtigen Mindestabstand wegen des Coronavirus ist unklar und umstritten. In der Schweiz gilt noch immer die 2-Meter-Regel.

    Coronavirus Abstand
    Auch in Restaurants und Bars muss der Mindestabstand von zwei Metern grundsätzlich eingehalten werden. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der Schweiz muss der Mindestabstand von zwei Metern noch immer eingehalten werden.
    • In vielen anderen Ländern gelten hingegen weniger strenge Abstandsregeln.
    • Auch der Bundesrat sieht ein, dass die 2-Meter-Regel nicht immer umsetzbar ist.

    In Österreich ist es ein Meter, in Deutschland 1,5 und in Dänemark gelten je nach Situation unterschiedliche Abstandsregeln. Die Schweiz setzt hingegen seit Beginn des Lockdowns auf einen Mindestabstand von zwei Metern – eine besonders strenge Regelung.

    Diese ist nicht unumstritten. Kürzlich sprach sich auch Epidemiologe Marcel Salathé für die Lockerung der Abstandsregeln aus. Dies nicht zuletzt, da in den letzten Wochen die Anzahl Neuansteckungen mit dem Coronavirus so tief war.

    Coronavirus: Dänemark reduziert Abstandsregeln auf einen Meter

    Ob die 2-Meter-Regel tatsächlich sinnvoll ist, sorgt schon seit längerem für Gesprächsstoff. Den grössten Teil des Infektionsrisikos könne man bereits mit einem Meter ausschalten, sagen Infektiologen.

    Schweiz Coronavirus
    Noch immer müssen in der Schweiz die Abstandsregeln von zwei Metern eingehalten werden. - Keystone

    Verglichen wird dabei oft mit Dänemark. Seit zwei Wochen gelten dort nämlich neue Abstandsregeln: Beim Social Distancing ist es nur noch ein Meter statt zwei. In Altersheimen oder Spitäler, beim Sport oder Singen, soll man hingegen weiterhin zwei Meter von der nächsten Person entfernt sein.

    Schwierig einzuhaltende Abstandsregeln

    Auch an der heutigen Bundesrats-Pressekonferenz war die Einhaltung des Abstandes das grosse Thema. Social Distancing sei beispielsweise in Nachtclubs, beim Sport oder bei einer erotischen Dienstleistung schwer umsetzbar, waren sich verschiedene Journalisten einig.

    Coronavirus
    ...und auf die Politik. Hier abgebildet: Gesundheitsminister Alain Berset. - Keystone

    Bundesrat Berset erklärte daraufhin, dass die notwendigen Abstände je nach Situation variieren können. Gerade bei privaten Festen könne und müsse die 2-Meter-Regel nicht zwingend eingehalten werden. Berset hielt aber fest: «Distanz ist wichtig!»

    Der Bundesrat appelliert an Eigenverantwortung

    Deshalb betonte der Innenminister, dass das Contact Tracing überall dort sichergestellt werden muss, wo es zu engen Kontakten kommt. Bei neuen Infizierungen mit dem Coronavirus können die Ansteckungsketten so zurückverfolgt werden.

    Coronavirus Abstand
    Coronavirus: Ab dem 6. Juni gibt es in der Schweiz zahlreiche Lockerungen. Die Abstandsregeln bleiben aber vorübergehend bestehen. - Keystone

    Das erfordert natürlich die entsprechende Disziplin von Bars, Clubs und Co. Bundespräsidentin Sommaruga appellierte aus diesem Grund an die Eigenverantwortung. «Es liegt im Interesse der Restaurant-Besitzer und Veranstalter, dass ihr Lokal nicht als Infektionsherd bekannt wird.»

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