Studie

    Gürtelrose-Impfung könnte auch das Herz schützen

    Melsada Zec-Zejnic
    Melsada Zec-Zejnic

    USA,

    Eine Gürtelrose-Impfung könnte neben der Infektion auch Herz und Gefässe schützen. Eine neue Studie liefert dafür weitere Hinweise.

    Impfung
    Eine Gürtelrose-Impfung könnte laut einer neuen Studie zusätzliche Vorteile für Herz und Gefässe haben. (Symbolbild) - Pixabay

    Seit Jahren gibt es Hinweise, dass Gürtelrose-Impfungen neben Demenz auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen könnten. Eine neue Studie liefert nun vergleichsweise starke Hinweise auf einen möglichen kardiovaskulären Nutzen, berichtet «Der Standard».

    Für die in «Nature Medicine» veröffentlichte Untersuchung werteten Forschende Daten von mehr als 70'000 Menschen in den USA aus. Alle Teilnehmenden waren mindestens 60 Jahre alt, berichtet «Medical Xpress».

    Anders als viele frühere Untersuchungen verglichen die Forschenden nicht Geimpfte mit Ungeimpften. Stattdessen stellten sie Menschen mit dem älteren Impfstoff Zostavax jenen gegenüber, die den neueren Impfstoff Shingrix erhalten hatten.

    Gürtelrose-Impfung mit weniger Herzproblemen verbunden

    Der neuere Impfstoff Shingrix war über bis zu sieben Jahre mit einer neun Prozent geringeren kardiovaskulären Krankheitslast verbunden. Das berichtet die «Pharmazeutische Zeitung» unter Berufung auf die in «Nature Medicine» veröffentlichte Studie.

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    Shingrix zeigte gegenüber dem älteren Gürtelrose-Impfstoff Zostavax mögliche Vorteile für Herz und Gefässe. - imago

    Bei ischämischen Herzerkrankungen betrug die Reduktion zehn Prozent, bei Herzinsuffizienz zwölf Prozent. Für Vorhofflimmern zeigte sich eine um sieben Prozent geringere Krankheitslast, schreibt die «Pharmazeutische Zeitung».

    Bei ischämischen Schlaganfällen war ein statistisch signifikanter Zusammenhang dagegen nur bei Männern festzustellen. In dieser Gruppe waren zwölf Prozent weniger Schlaganfälle zu verzeichnen als beim älteren Impfstoff, berichtet «STAT News».

    Zusammenhang schwächt sich mit der Zeit ab

    Die Zusammenhänge waren vor allem in der ersten Hälfte des Nachbeobachtungszeitraums ausgeprägt. Später schwächten sie sich ab, schreibt die «Pharmazeutische Zeitung».

    Studienautorin Fabiana Corsi-Zuelli von der Universität Oxford spricht von einem «natürlichen Experiment». Dieser Ansatz könne viele Verzerrungen herkömmlicher Kohortenstudien reduzieren, erklärt sie laut «Medical Xpress».

    Dennoch sei eine randomisierte klinische Studie nötig, um einen tatsächlichen Schutzeffekt für das Herz zu bestätigen. Die bisherigen Daten zeigen lediglich einen Zusammenhang mit einer geringeren kardiovaskulären Krankheitslast.

    Impfstoff-Wirkverstärker könnte eine Rolle spielen

    Dasselbe Oxford-Team hatte bereits zuvor einen Zusammenhang zwischen Shingrix und einem geringeren Demenzrisiko festgestellt.

    Bist du gegen Gürtelrose geimpft?

    Eine Untersuchung aus dem Jahr 2024 verglich Shingrix-Geimpfte mit Personen, die den älteren Impfstoff Zostavax erhalten hatten. Die Shingrix-Gruppe blieb im Schnitt knapp ein halbes Jahr länger ohne Demenzdiagnose, berichtet die «Süddeutsche Zeitung».

    Wie Shingrix mögliche zusätzliche Effekte auf Herz und Gehirn entfalten könnte, ist bislang unklar. Eine mögliche Erklärung sind Veränderungen bestimmter Immunzellen durch einen im Impfstoff enthaltenen Wirkverstärker, berichtet «STAT News».

    Forscher warnen vor voreiligen Schlüssen

    Ein wichtiger Vorteil der Untersuchung ist der Vergleich mit Zostavax statt mit einer ungeimpften Kontrollgruppe, berichtet «Medical Xpress».

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    Eine klinische Studie soll klären, ob die Gürtelrose-Impfung tatsächlich einen zusätzlichen Herzschutz bietet. (Symbolbild) - keystone

    Dadurch lassen sich einige Verzerrungen vermeiden, die bei klassischen Beobachtungsstudien auftreten können. Einen ursächlichen Schutzeffekt beweisen die Ergebnisse dennoch nicht.

    Eine randomisierte klinische Studie sei nötig, um einen solchen Effekt zu bestätigen, betonen die Forschenden laut «Medical Xpress». Bis dahin sollte Shingrix weiterhin vor allem als Impfung gegen Gürtelrose betrachtet werden, schreibt «STAT News».

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    Kommentare

    User #1210 (nicht angemeldet)

    Die Behauptung, dass Personen, die Wildeblattern hatten als Kind, mit hoher warscheinlichkeit Gürtelrose bekommen werden, geht in die selbe Richtung.

    User #4792 (nicht angemeldet)

    könnte gute aussage,keiner muss alles freiwillig ,saufen kiffen usw. auch

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