Klimawandel

    Klimawandel erhöht auch in der Schweiz die Gefahr von Bergfluten

    Keystone-SDA
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    Morrens (VD),

    Nach der Flutkatastrophe in Nepal warnt ein Lausanner-Experte: Der Klimawandel erhöht auch in der Schweiz die Gefahr extremer Flutwellen aus den Bergen.

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    Tauender Permafrost liefert immer mehr loses Gestein, Starkregen setzt es in Bewegung. Bild: Murgang nach dem Bergsturz am Piz Cengalo erreichten das Dorf Bondo. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Klimawandel erhöht die Gefahr von Flutwellen und Murgängen in den Alpen.
    • Gletscherschmelze und Permafrost liefern mehr loses Gesteinsmaterial.
    • Die Schweiz überwacht Risikogebiete und schützt Siedlungen mit Schutzbauten.

    Der Klimawandel führe in den Alpen zu einer Art «explosivem Cocktail». Das teilt die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL) am Freitag mit.

    Einerseits lieferten das Abtauen des Permafrosts und der Gletscherrückgang grosse Mengen an lockerem Gesteinsmaterial. Andererseits erhöhe wärmere Luft die Intensität von extremen Niederschlägen, die dieses Material in Bewegung setzen könnten.

    Klimawandel schafft explosiven Cocktail

    Anlass für die Einschätzung ist die Flutwelle, die sich am Mittwoch an der Grenze zwischen Nepal und Tibet ereignete. Sie zerstörte mehrere hundert Häuser.

    Laut dem Experten Christophe Ancey handelte es sich dabei um eine Welle. Diese sei durch den Bruch eines natürlichen Damms aus Eis und Gestein entstanden. Eine solche Welle bestehe zu über 90 Prozent aus Wasser und bewege sich sehr schnell.

    Die Welle im Himalaya war laut Ancey zwanzig Meter hoch. Ihre Abflussmenge erreichte rund 20'000 Kubikmeter pro Sekunde – das entspricht ungefähr dem Abfluss des Amazonas.

    Murgänge bewegen sich wie flüssiger Beton

    Ein solches Ereignis sei nicht mit einem Murgang zu verwechseln. Ein Murgang bestehe zu mindestens 80 Prozent aus Sedimenten und nur zu 20 Prozent aus Wasser. Er bewege sich langsamer, ähnlich wie flüssiger Beton, könne aber ebenfalls alles auf seinem Weg zerstören.

    Solche Murgänge ereigneten sich in der Schweiz beispielsweise 2018 und 2019 in Chamoson VS oder kürzlich im Val de Bagnes.

    Schweiz überwacht bekannte Risikogebiete

    In der Schweiz werden bekannte Risikogebiete seit langem überwacht. An Bergstrassen warnen Ampeln vor Murgängen oder Lawinen. Zum Schutz von Siedlungen dienen Bauwerke, die Fliessmassen umleiten oder zurückhalten.

    Viele Gewässer sind mit sogenannten Geschiebesammlern ausgestattet, die zwar Wasser durchlassen, aber Murgänge stoppen.

    Fühlst du dich in der Schweiz vor Naturkatastrophen sicher?

    Auch Gletscher und Gletscherseen werden überwacht, um Brüche zu verhindern. Ein Ereignis wie in Blatten VS, wo ein Teil des Birchgletschers abbrach, sei nicht mit der Katastrophe in Asien vergleichbar.

    Auch da habe sich zwar durch die Verstopfung des Flussbetts der Lonza ein See gebildet.

    «Die im Flussbett angesammelte Materialmasse war im Verhältnis zum Volumen des Sees und zur Durchflussmenge der Lonza so gross, dass keine Gefahr eines Dammbruchs oder einer Flutwelle zu befürchten war», sagte Ancey.

    Lockeres Material erhöht die Murganggefahr

    Bereits im 19. Jahrhundert häuften sich Naturkatastrophen, obwohl es im Schnitt drei Grad kälter war. Die heutige schnelle Erwärmung führt jedoch zu einer Zunahme der Intensität und Häufigkeit solcher Ereignisse.

    Für die Murganggefahr ist entscheidend, ob genügend Material vorhanden ist. Dieses kann durch Wasser oder starke Niederschläge mobilisiert werden.

    Als Quellen für mobilisierbares Material gelten neben dem Gletscherrückgang und dem schmelzenden Permafrost auch klassische Erdrutsche. Wie jener am Illgraben im Wallis, der jedes Jahr mehrere Murgänge auslöst.

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    Kommentare

    User #1690 (nicht angemeldet)

    Das normale Experten Geschwafel wie üblch wieder

    User #1168 (nicht angemeldet)

    Und warum wird dann Blatten überhaupt wieder aufgebaut? Welche Versicherung zahlt dort für die Schäden. Muss das unbedingt wissen damit ich im Notfall kündigen kann.

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