Impfung gegen Gürtelrose kann Demenzrisiko um 20 Prozent senken
Eine neue Studie zeigt, dass die Impfung gegen Gürtelrose nicht nur vor der schmerzhaften Krankheit schützt, sondern auch das Risiko für Demenz senken kann.

Die Gürtelrose-Impfung kann das Demenzrisiko signifikant verringern, wie eine aktuelle Studie belegt. Forschende der Universität Heidelberg und der Stanford University haben walisische Gesundheitsdaten von älteren Menschen ausgewertet, berichtet die «Universität Heidelberg».
Die Wissenschaftler stellten fest, dass Geimpfte ein um 20 Prozent geringeres Risiko haben, an Demenz zu erkranken. Die Untersuchung basiert auf einem natürlichen Experiment, bei dem ein Stichtag über die Impfberechtigung entschied.
Personen, die sich nur um wenige Tage im Geburtsdatum unterschieden, wurden dadurch verglichen, erklärt das «Science Media Center». Insgesamt nahmen 304'940 Personen an der Studie teil, die im Fachjournal Cell veröffentlicht wurde.
Impfung gegen Gürtelrose bremst Fortschreiten von Demenz
Die Impfung wirkt nicht nur präventiv, sondern auch bei bereits erkrankten Patienten, wie «Ad Hoc News» meldet. Bei Menschen mit bestehender Demenzdiagnose verlangsamte die Immunisierung den Krankheitsfortschritt deutlich messbar.
Geimpfte Demenzpatienten gewannen durchschnittlich 164 zusätzliche Tage ohne schwere Symptome, berichtet «Apotheke Adhoc». Die Sterblichkeitsrate sank bei geimpften Demenzpatienten um 29,5 Prozentpunkte im Vergleich zu Ungeimpften.
Die Forschenden vermuten, dass das Herpes-Zoster-Virus möglicherweise eine kausale Rolle bei der Entstehung von Demenz spielt. Die Impfung unterbricht möglicherweise diese neurodegenerativen Prozesse im Gehirn.
Frauen profitieren stärker
Geschlechtsspezifische Unterschiede zeigen sich deutlich in den Daten, wie die «Deutsche Welle» berichtet. Bei Frauen war die Schutzwirkung der Impfung deutlich stärker ausgeprägt als bei Männern.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Gürtelrose-Impfung für Risikogruppen ab 18 Jahren und für Menschen ohne Vorerkrankungen ab 60. Eine Bestätigung der Ergebnisse lieferten vergleichbare Studien aus Australien und Wales mit ähnlichem Studiendesign.

Auch dort zeigte sich bei Geimpften ein signifikant geringeres Risiko für kognitive Beeinträchtigungen, schreibt die «Alzheimer Forschung Initiative».
Die Wissenschaftler sehen in den übereinstimmenden Resultaten einen starken Hinweis auf einen Kausalzusammenhang.
















