Studie enthüllt: Schweizer wollen mehr Natur statt KI
Die Schweizer wollen mehr Natur, Regionalität und Handwerk – bei KI und Hightech halten sie lieber Abstand.

Das Wichtigste in Kürze
- Laut einer Umfrage möchten die Schweizer mehr Natur und einen bewussteren Umgang mit Konsum und Produktion.
- Trotz der häufigen KI-Nutzung wünschen sich viele Menschen nicht noch mehr KI in ihrem Alltag.
- Regionale Lebensmittel und traditionelles Handwerk kommen bei den Menschen besonders gut an.
Der erste Schweizer Zukunftskompass hat gezeigt, dass sich die Bevölkerung mehr Natur, Regionalität und Handwerk wünscht. Einer zunehmenden Technisierung des Alltags und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz steht sie hingegen skeptisch gegenüber.
In einer Auswertung 40 Zukunftsszenarien erhielt die Vorstellung einer «florierenden Natur dank bewusstem Konsum und verantwortungsvoller Produktion» die grösste Zustimmung.
Dies ist der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Vereins Monda Futura zu entnehmen. Auf einer Skala von -2 für Widerstand bis 2 für Unterstützung erzielte das Szenario einen Wert von 1.6.

Ebenfalls hohe Zustimmungswerte erreichten zum Beispiel eine saisonale und regionale Lebensmittelproduktion (1.58), eine wirtschaftliche Renaissance des Handwerks (1.46). Sowie eine Kreislaufwirtschaft im Dienst von Umwelt und Gemeinwohl (1.34).
Anklang fanden aber auch liberale Vorstellungen wie eine starke direkte Demokratie mit einem minimalen Staatsapparat (1.02).
KI schneidet schlecht ab
Am schlechtesten bewerteten die Befragten das Szenario einer «datengetriebenen Präzisionsgesundheit» (Wert von -0.24). Auch ein Alltag mit deutlich mehr Künstlicher Intelligenz stiess (-0.21) auf Ablehnung.
Das steht im Gegensatz zur zunehmenden Verbreitung der KI-Nutzung: Einer Comparis-Studie vom Frühling zufolge nutzen 76,1 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in der Schweiz KI-Chatbots.
Teil dieser Szenarien sind sehr konkrete, mehr oder weniger utopische Ideen: Das Zukunftsbild «Reflektierte Lebensführung im Einklang mit der Natur» schlug etwa vor, dass Bundesrats- und Parlamentsmitglieder vor den Sitzungen meditieren. Mit der Bewertung 1.12 fand diese Vorstellung durchaus Zustimmung.

Eher bescheiden bewerteten die Befragten hingegen Mobilitätstechnologien, die geografische Distanzen beinahe auflösen: Die Idee «In 80 Minuten um die Welt» erzielte einen Wert von 0.17.
Für den Schweizer Zukunftskompass hat der vom Migros-Pionierfonds finanzierte Verein Monda Futura gemeinsam mit rund 1300 Menschen Zukunftswünsche erarbeitet. Im Anschluss befragte das Forschungsinstitut GFS Bern mehr als 2200 Personen zu diesen Szenarien.












