Bauchfett – Studie zeigt überraschenden Zusammenhang mit Kaffee
Wer viel Kaffee trinkt, hat laut einer finnischen Studie weniger Bauchfett und mehr Muskelmasse. Doch die Forscher warnen vor vorschnellen Schlüssen.

Eine finnische Studie untersucht, wie Kaffeekonsum mit Körperzusammensetzung, Stoffwechsel und Hormonen zusammenhängt. Auch beim Bauchfett zeigten sich Unterschiede zwischen Menschen mit höherem und niedrigerem Kaffeekonsum.
Wie der «Focus» berichtet, wertete ein Team der Universität Oulu Daten einer finnischen Langzeitkohorte aus. Die Ergebnisse wurden im «European Journal of Nutrition» veröffentlicht.
Insgesamt flossen Daten von 2264 Frauen und Männern im Alter von 46 Jahren in die Analyse ein. 1076 Personen tranken mindestens fünf Tassen täglich, 822 tranken drei bis vier und 296 ein bis zwei Tassen.
Weniger Bauchfett bei ähnlichem BMI
Besonders auffällig war der Unterschied bei der Körperzusammensetzung trotz nahezu identischem BMI. Laut der «Kreiszeitung» lag der BMI bei Vieltrinkern bei 26,79 und bei Personen mit ein bis zwei Tassen bei 26,87.
Der Körperfettanteil betrug bei mindestens fünf Tassen durchschnittlich 27,14 Prozent. Bei Personen mit ein bis zwei Tassen lag er dagegen bei 30,40 Prozent.
Auch die durchschnittliche Fettmasse war niedriger und die geschätzte Fläche des viszeralen Fetts kleiner. Beim Taillenumfang zeigten sich dagegen kaum Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.
Fast alle tranken Filterkaffee
Dem «Focus» zufolge tranken knapp 98 Prozent der Studienteilnehmer Filterkaffee. Kochkaffee kam auf 13 Prozent, während drei Prozent Cappuccino angaben.
Damit lassen sich die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf Espresso oder ungefilterten Kaffee übertragen. Auch stark gesüsste Kaffeegetränke sind mit dem untersuchten Konsummuster nicht gleichzusetzen.
Die «Forschung und Wissen» berichtet ausserdem von Unterschieden bei Stoffwechselmarkern. Bei höherem Kaffeekonsum fanden sich niedrigere Konzentrationen bestimmter verzweigtkettiger Aminosäuren, sogenannter BCAAs.
Unterschiede bei den Hormonen
Bei Männern beobachteten die Forschenden höhere Werte für Gesamt-Testosteron und bioverfügbares Testosteron. Gleichzeitig waren die Konzentrationen des Sexualhormon-bindenden Globulins SHBG erhöht, während freies Testosteron und der freie Androgenindex niedriger ausfielen.
Die hormonellen Zusammenhänge waren bei Frauen weniger ausgeprägt. Die Ergebnisse zeigen unterschiedliche Muster zwischen Männern und Frauen, erlauben aber keine Aussage über einen direkten gesundheitlichen Nutzen.

Entscheidend für die Einordnung ist das Studiendesign: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Wie der «Focus» schreibt, kann die Untersuchung deshalb nicht belegen, dass Kaffee selbst weniger Bauchfett oder mehr Muskelmasse verursacht.
















