Studie

ADHS-Medikamente können Kriminalität entgegenwirken

Samantha Reimer
Samantha Reimer

Schweden,

Laut einer neuen Studie können ADHS-Medikamente nicht nur Symptome reduzieren, sondern auch Kriminalität, Drogenmissbrauch und Suizidalität entgegenwirken.

adhs kriminalität
Ein ADHS-Medikament in der Produktion. (Symbolbild) - dpa

Eine aktuelle Studie belegt den grossen Nutzen von ADHS-Medikamenten weit über die typische Wirkung hinaus. Sie senken deutlich das Risiko für suizidales Verhalten, Drogenmissbrauch, Verkehrsunfälle und kriminelle Handlungen bei Betroffenen.

So geht es aus dem Bericht der «Pharmazeutischen Zeitung» hervor».

Kriminalitätsrate ging um 25 Prozent zurück

Daten von 148'581 Personen mit ADHS wurden zwei Jahre lang analysiert. Circa 57 Prozent begannen eine Behandlung, meistens mit Methylphenidat.

Das Medikament verringerte das Auftreten negativer Ereignisse signifikant. So sank suizidales Verhalten um 17 Prozent, Drogenmissbrauch um 15 Prozent sowie kriminelle Taten um 13 Prozent.

Wusstest du über diesen Zusammenhang bescheid?

Wiederkehrendes schädigendes Verhalten nahm bei den Betroffenen noch stärker ab, besonders bei Menschen mit vorherigen Problemen. Zum Beispiel verringerte sich laut «Spektrum» die Rückfallrate bei Drogenmissbrauch oder kriminellen Handlungen um bis zu 25 Prozent.

ADHS-Medikament verbessert die Impulskontrolle

Die Forscher vermuten, dass die Medikamente die Impulskontrolle verbessern und so aggressives und risikoreiches Verhalten dämpfen. Erhöhte Aufmerksamkeit könnte zudem die Unfallgefahr reduzieren.

Diese Effekte kommen besonders Menschen mit wiederkehrenden problematischen Mustern zugute. Bei der Auswertung nutzten die Wissenschaftler die Methode der Target-Trial-Emulation, um Beobachtungsdaten wie eine kontrollierte Studie zu analysieren.

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ADHS äussert sich über unterschiedliche Symptome. (Symbolbild) - Depositphotos

Trotz robuster Befunde bleiben langfristige Wirkungen, Sicherheit und Vergleich zu anderen Therapien unklar. So berichtet es «Fitbook» weiter.

Bald unentbehrliches Arztmittel?

Die Erkenntnisse könnten wichtige Impulse für die Frage geben.

Und zwar, ob Methylphenidat auf die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der WHO gehört. So sagt es weiter der Studienleiter Dr. Zheng Chang.

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Kommentare

User #1509 (nicht angemeldet)

... wirken Kriminalität entgegen? Wie wär's, wenn die Eltern ihre erzieherischen Aufgaben ernster nehem würden??? Sie haben die Verantwortung für die Kinder und stellen die Weichen!

User #3698 (nicht angemeldet)

Alle, welche mit dem Leben nicht klarkommen, geben den Eltern oder ADHD dir Schuld. Für Psychologen/Psychiater ist das Narrativ für eine Diagnose so auch einfach.

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