Nord-Süd-Graben bei Abgabe von ADHS-Medikamenten

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Basel,

Es gibt grosse kantonale Differenzen bei der Verschreibung von ADHS-Medikamenten, besonders an Erwachsene.

ADHS
Fachleute sehen in der Südschweiz eine grössere Toleranz gegenüber typischem ADHS-Verhalten. (Symbolbild) - dpa

Zwischen den Kantonen gibt es grosse Unterschiede bei der Verschreibung von Medikamenten gegen die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Besonders ausgeprägt ist die Differenz bei Verschreibungen an Erwachsene. Die Gründe sind unklar.

Spitzenreiter unter den Kantonen sei Basel-Stadt mit 9,1 Tagesdosen für Erwachsene pro tausend Einwohnerinnen und Einwohner. Basel-Stadt weise damit siebenmal mehr Verschreibungen auf als das Tessin mit 1,3 Tagesdosen.

Der Artikel stützt sich auf Daten des Versorgungsatlas des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums aus dem Jahr 2023. Demnach gibt es auch bei den Verschreibungen von ADHS-Medikamenten an Kinder und Jugendliche ein Nord-Süd-Gefälle.

Nord-Süd-Gefälle in der Medikation

Hier führt der Kanton Neuenburg mit 17,4 Tagesdosen pro tausend Einwohnerinnen und Einwohner die Rangliste an, vor Basel-Landschaft mit einem Wert von 14,7 Tagesdosen. Am Ende der Rangliste steht wiederum das Tessin mit 2,2 Tagesdosen.

Generell werden Ritalin und ähnliche Medikamente gemäss dem Artikel in städtischen Gebieten eher verschrieben als auf dem Land. Der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani sagte, das in der Schweiz zu beobachtende Nord-Süd-Gefälle zeige sich auch auf europäischer Ebene.

Fachleute sehen zudem in der Südschweiz eine grössere Toleranz gegenüber typischem ADHS-Verhalten.

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Kommentare

User #2348 (nicht angemeldet)

Nord-Süd-Graben? Sicher nicht ! – Auch der herbei gerechnete "Stadt-Land-Graben" teilt die Schweiz nicht in der Mitte. In der Schweiz leben heute drei Viertel der Bevölkerung in Städten. Vor hundert Jahren war es nur ein Drittel. Heute können also die Städte das Land demokratisch dominieren, falls sie politisch am selben Strick ziehen. Das verbindet.

angry confederate

Ach was, dürfte wohl der Tatsache geschuldet sein, dass im TI die Kinder eher noch erzogen werden, in Basel überlässt man das gerne den Schulen, die es auch nicht können.

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