Nach dem wegweisenden Urteil des Obersten Gerichtshof in den USA gegen das liberale Abtreibungsrecht hat der Vatikan zunächst moderat reagiert.
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Die Vatikanstadt in Rom. (Symbolbild) - Keystone

In einer Erklärung der Päpstlichen Akademie für das Leben hiess es am Freitag unter anderem: «Nach 50 Jahren ist es wichtig, wieder eine ideologiefreie Debatte zu beginnen über den Stellenwert, den der Schutz des Lebens in der zivilen Gesellschaft hat, um uns zu fragen, welche Art von Zusammenleben und Gesellschaft wir aufbauen wollen.» Papst Franziskus, von dem es zunächst keine persönliche Reaktion zu dem Urteil gab, hatte stets betont, dass er gegen jede Form von Abtreibung sei; er setzte sie mit Mord gleich.

Die katholischen US-Bischöfe hatten zuvor triumphierender auf das Urteil des Supreme Courts reagiert, das nach fast einem halben Jahrhundert das liberale Abtreibungsrecht kippte und damit den Weg für strengere Abtreibungsgesetze bis hin zum Verbot frei macht.

«Dies ist ein historischer Tag im Leben unseres Landes, der unsere Gedanken, Gefühle und Gebete weckt. Seit fast 50 Jahren hat Amerika ein ungerechtes Gesetz vollstreckt, das es einigen ermöglichte, zu entscheiden, ob andere leben oder sterben können», hiess es in einem Statement der Konferenz der US-Bischöfe. «Diese Politik hat zum Tod von zig Millionen Frühgeborenen geführt, Generationen, denen das Recht verweigert wurde, überhaupt geboren zu werden.»

In Rom sagte Erzbischof Vincenzo Paglia, Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, das Urteil sei eine «starke Einladung», gemeinsam über die Weitergabe von menschlichen Idealen nachzudenken.

Die Akademie forscht über Ethik und Moral und ist mit diversen Dikasterien, so etwas wie den Behörden des Vatikans, verbunden.

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