Gesundheits-Direktor: Frankreich kann Corona-Lockdown noch verhindern

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    Frankreichs Direktor der nationalen Gesundheitsbehörde geht davon aus, dass das Land trotz angespannter Corona-Situationen einen landesweiten Lockdown verhindern kann. «Ein Lockdown kann immer noch vermieden werden, wenn sich alle mobilisieren, wenn sich alle anstrengen», sagte Jérôme Salomon der Sonntagszeitung «Journal du Dimanche». Frankreich befinde sich in der «kritischen Phase eines Wettlaufs». Bisher habe man Zeit gewinnen können - etwa durch die abendliche Ausgangssperre.

    emmanuel Macron
    Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am meisten bereite derzeit die Verbreitung der Varianten Sorge.

    «Ihre Anwesenheit bedeutet, dass wir eine höhere Stufe der kollektiven Immunität erreichen müssen, nämlich 80 Prozent. Heute sind zwischen 15 und 20 Prozent der französischen Bevölkerung immun und 5 Prozent sind geimpft.» Problematisch sei auch, dass es viele asymptomatische Fälle bei jungen Menschen gebe. Salomon rief die Menschen dazu auf, sich beim geringsten Zweifel testen zu lassen. Das ist in Frankreich problemlos in Apotheken und medizinischen Laboren möglich. Pro Woche werden in der Regeln mehr als zwei Millionen Tests durchgeführt.

    Seit dem Wochenende gelten in Frankreich Teil-Lockdowns in der südfranzösischen Stadt Nizza sowie der dortigen Küstenregion und im nordfranzösischen Dunkerque (Dünkirchen). Wegen der hohen Fallzahlen gilt dort ein Lockdown am Wochenende zusätzlichen zur abendlichen Ausgangssperre ab 18.00 Uhr, die im gesamten Land gilt. In Nizza sind ausserdem Strände und die Flaniermeile Promande des Anglais gesperrt. Im gesamten Département Nord, in dem Dunkerque liegt, sind Musik und Alkoholkonsum auf öffentlichen Plätzen verboten.

    Frankreichs Premier Jean Castex hatte für 20 Départements im Land eine erhöhte Corona-Warnstufe ausgerufen und die örtlichen Behörden aufgefordert, verstärkte Corona-Massnahmen zu prüfen. Dazu zählt auch die Hauptstadt Paris. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner war in Frankreich zuletzt wieder auf über 200 angestiegen.

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